Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Autor: Tina (Seite 35 von 57)

Paysex als Beziehungssuche

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Wenn mich jemand anschreibt, schaue ich mir meist auch das Profil desjenigen an. Die meisten Profile von Kunden sagen nicht viel aus, aber einige sind sorgfältig angelegt und aussagekräftigt. Überrascht war ich, als ich vor einigen Zeit in einem Kunden-Profil gelesen habe: „Ich suche nur was Ernstes für eine langfristige Beziehung. Kein finanzielles Interesse!“ Da hat wohl jemand den Sinn von kaufmich so gar nicht verstanden!

So direkt passiert es selten, aber es kommt schon ab und zu vor, dass sich Kunden von der Begegnung mit einer Sexarbeiterin mehr erhoffen – echte Zuneigung, Gefühle, privatae Treffen, bis hin zu einer Beziehung. Einige Sexarbeiterinnen nutzen dafür den unschönen Begriff „Liebeskasper“.

Für mich unterscheide ich da zwei Arten. Manche Männer, die zu einer Sexarbeiterin gehen, sind in ihrem Leben einsam – nicht nur was Körperlichkeit und Sexualität angeht, sondern auch generell was Kontakte (Freundschaften etc) angeht. Bei einer Sexarbeiterin bekommen sie plötzlich volle, ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuwendung – da fällt es dann leicht, die Bedürfnisse auf diese Frau zu projezieren und sich mehr von dieser Zuwendung und Aufmerksamkeit zu erhoffen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Die Frau wird in diesem Fall zur Projektionsfläche, ihre eigenen Wünsche und ihre Persönlichkeit spielen kaum eine Rolle.

Manchmal passiert es auch, dass sich ein Mann wirklich in eine Sexarbeiterin verliebt. Es soll vorkommen, dass sie diese Gefühle erwiedert und sich daraus wirklich eine Beziehung entwickelt. (Ob das funktionieren kann, ist ein anderes Thema.) Sehr viel häufiger ist es jedoch so, dass die Frau die Gefühle nicht erwiedert. Wenn sie fair ist, sagt sie das so und bittet den Mann, nicht mehr zu ihr zu kommen. Einige lassen den Kunden weiterhin kommen und verdienen so Geld. Es gibt sogar Frauen, die halbgare Versprechen machen, um den Kunden bei der Stange zu halten und so Geld zu verdienen – die unschönste Art, mit so einer Situation umzugehen.

Alles in allem ist Paysex aber nicht zur Beziehungssuche geeignet. Für Sexarbeiterinnen ist es Arbeit, und egal wie sehr sie ihren Job genießen, so trennen doch fast alle zwischen Beruf und Privatleben. Als Kunde mit der Hoffnung auf eine Beziehung in ein Paysex-Date zu gehen ist der beste Weg, enttäuscht, frustriert und verletzt zu werden.

Buch: „La Maison“ von Emma Becker

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Vor zwei Wochen habe ich von einem Kunden das Buch „La Maison“ von Emma Becker geschenkt bekommen. Das Buch war auf der (virtuellen) Frankfurter Buchmesse vorgestellt worden und wurde danach auch in den Medien viel besprochen. Obwohl Emma Becker das Buch als Roman bezeichnet, soll es auf vielen ihrer eigenen Erfahrungen basieren.

Die Protagonistin kommt von Paris nach Berlin und arbeitet dort in dem Bordell „La Maison“, einem sehr familiären Bordell mit einer besonderen Atmosphäre. Es wird erzählt von den Mädchen, den Kunden, dem Umgang der Menschen dort miteinander… viele kleine Geschichten, die ein buntes, vielschichtiges Bild zeichnen. In vielen dieser Geschichten habe ich mich wiedergefunden, vor allem wenn es um die Stimmung der Mädchen unter sich ging, und bei der Mischung aus liebevoller Zuwendung und Genervtheit, mit der die Mädchen mit den Kunden umgehen.

Irritiert hat mich, dass das Buch sehr sprunghaft erzählt wird. Es folgt keiner zeitlichen Linie, sondern springt von Thema zu Thema, von Geschichte zu Geschichte, scheinbar ohne roten Faden. Zum Schluss hin fand ich das anstrengend, da hätte ich mir etwas mehr Spannungsbogen und Erzählstrang gewünscht. Trotzdem ist es ein tolles Buch, das ich weiterempfehle!

Ich habe übrigens auch Emma Beckers ersten Roman „Monsieur“ gelesen; er hat mich vor vielen Jahren sehr beeindruckt und einen festen Platz in meinem Bücherregal. Dort erzählt sie von der Affäre einer jungen Frau mit einem wesentlich älteren Arzt, einem Freund ihrer Eltern, und wie diese sich in die Affäre verrennt, während er immer wieder auf Abstand geht. Hierfür eine ganz klare Leseempfehlung an alle, die auf tiefschichtige erotische Romane stehen!

Selbstverantwortung

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Die Corona-Zahlen steigen und damit nehmen auch die Auflagen wieder zu. (In den ersten Städten – Dresden und Chemnitz – ist Prostitution schon wieder verboten worden.) In der Bevölkerung herrscht ein erbitterter Streit darüber, wie gefährlich das Virus wirklich ist und ob die Maßnahmen angebracht, zu gering oder völlig überzogen sind. Die Unübersichtlichkeit der Auflagen macht es nicht einfacher. Immer wieder wird an die Eigenverantwortung der Menschen appeliert. Jeder soll für sich selbst überlegen und entscheiden, welche Vorsichtsmaßnahmen angebracht sind. Eigentlich bin ich ein großer Fan von solch individuellen Lösungen und Entscheidungen. Aber in der letzten Woche habe ich erlebt, wie solche Aufrufe bei einigen Menschen die Stimmung in die andere Richtung kippen, im Sinne von: „Ich bin erwachsen, ich kann das selbst entscheiden, Regeln gelten für mich nicht.“

So hatte ich in der letzten Woche gleich drei Anfragen zur Unvorsichtigkeit: Als erstes eine Copy&Paste-Anfrage, die in der Liste der angefragten Service „Oral und GV natur“ daruntergemogelt hatte. (Diese Anfrage habe ich gemeldet und das Profil wurde geperrt.) Als nächstes eine Anfrage von jemandem, der gerne auf die Maske verzichten und einen Blowjob ohne Kondom haben würde – er käme gerade aus einer langjährigen monogamen Beziehung und ich würde doch auch nicht so viele Termine machen. (Da habe ich eine freundliche Erklärung geschrieben, warum ich das nicht mache. Ich glaube nicht, dass es zu einem Termin kommen wird.) Als drittes ein Stammgast, der zugegebenermaßen Probleme mit Kondomen hat, der freundlich fragte, ob wir die nicht einfach weglassen können. So etwas ist mir schon einige Male passiert: Männer, die schon einige Male bei mir waren, man kennt sich ein wenig, und aus dieser Vertrautheit heraus wird dann (sehr freundlich) nach AO gefragt. Selbst wenn ich demjenigen glaube, dass er nur mit mir Sex hat (oder mit mir und seiner Frau) – da werde dann ganz schnell ich zum Risikofaktor!

In diesem Jahr ist mein Test-Zyklus durch Corona durcheinander, meine letzten STI-Tests sind vom letzten Jahr (also nichts mehr wert). Auf Corona habe ich mich noch gar nicht testen lassen. Ich kann all meine Kontakte nachvollziehen (sowohl die sexuellen als auch die aerosolen). Trotzdem bleibt ein Risiko. Man kann es allgemeines Lebensrisiko nennen, und ich lasse mir davon keine Angst machen – trotzdem halte ich nichts von Unvorsichtigkeit, wenn man das Risiko mit geringen Maßnahmen noch weiter senken kann. Jeder Mensch kann für sich selbst entscheiden, welche Risiken er eingehen möchte – und sich dann mit den Menschen umgeben, die seine Ansichten teilen.

Jemanden zu seinem Glück zwingen

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Die Nachricht kam während meines Urlaubs per SMS: Er würde gerne einen Termin für die folgende Woche am Donnerstag machen. Ob das nur per SMS ginge oder wir telefonieren könnten? Ich bot ihm an, mich am Montag anzurufen, und das tat er dann auch. Spoiler: Es kam nicht zu einem Termin.

Erst erzählte er mir ausführlich, dass er ja vor einigen Jahren mal bei mir war und worüber wir da geredet hätten (und war wohl etwas pikiert, dass ich mich nicht an ihn erinnerte). Dann kam er zu einem Anliegen: Er habe eine Freundin/Affäre, die schon älter sei, aber sexuell sehr zurückhaltend. Er habe ihr mal einen Vibrator geschenkt, was für sie eine völlig neue Welt gewesen wäre. Und da ich ja auch Tantra mache, solle ich sie doch jetzt mal massieren und ihr zeigen, „was alles möglich sei mit ihrem Körper und ihrem Sex“. Dafür wollte er sich zu dritt treffen.

Ich habe dieses Verhalten schon häufiger erlebte, bei Männern, aber auch bei Frauen: Man selbst begeistert sich richtig für etwas – für Sex generell, für einen Fetisch, für eine bestimmte Technik – und möchte den Partner ebenfalls dafür begeistern. Die Enttäuschung ist groß, wenn die Begeisterung des Partners sich in Grenzen hält, sei es durch direkte Ablehnung oder auch nach einem ersten Ausprobieren. „Das ist doch so toll, das muss der andere doch auch toll finden, wenn er es nur mal richtig erlebt!“ Die Enttäuschung, dass der Partner nicht so funktioniert wie gewollte, wird hinter Unverständnis versteckt…

Meiner Meinung nach muss es jedem selbst überlassen bleiben, wie weit er oder sie die eigene Sexualität erkundet und entwickelt. Natürlich kann man als Partner Vorschläge machen und Ideen einbringen, auch Wünsche äußern – muss aber eine Ablehnung repektieren (und darauf verzichten oder andere Wege finden). Ungefragt jemanden drittes ins Spiel zu bringen oder jemanden in ein Spiel zu drängen, dass er/sie zuvor abgelehnt hat, überschreitet für mich eine Grenze. Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen, auch nicht zu sexueller Erfüllung.

Jeder Mensch lebte Sexualität anders, und jeder Mensch gibt dem Sex einen anderen Stellenwert in seinem Leben. Für manche Menschen ist Sex einfach nicht so wichtig – na und? Ich kenne Menschen, die trotz fehlendem Sex sehr körperliche Menschen sind und intensive, erfüllte Leben leben. Ihnen fehlt nichts – und das sollte ihnen auch niemand von außen einreden wollen.

Hygienekonzept

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Seit dem 15.9. ist Prostitution in Hamburg wieder erlaubt – unter Auflagen, wie sie im Moment in so gut wie allen Lebensbereichen gelten. Anbieterinnen (bzw die Betreiber von Bordellen) sind verpflichtet, ein Hygienekonzept zu erstellen, dass die Einhaltung der Auflagen vorschreibt und dokumentiert. Ich bin nicht qualifiziert, hier etwas darüber zu schreiben, wie man ein solches Hygienekonzept für die Behörde erstellt. Aber ich möchte ein paar generelle Gedanken zum planvollen Umgang mit Hygiene (vor und während Corona) schildern.

Vor Corona habe ich mir regelmäßig Gedanken über Schmierinfektionen gemacht – und habe auf mein allgemeines Gefühl für Sauberkeit und Hygiene gehört. Ich war nie ein Fan davon, einfach ein Handtuch aufs Bett zu legen, sondern habe nach jedem Termin das Bett komplett neu bezogen (Laken und Kissenbezüge) und das Schutzlaken auf dem Bett mit Desinfektiionsspray abgerieben. Seit Corona putze ich das Bad nicht nur ein Mal am Tag, sondern ebenfalls nach jedem Termin (und vorher, falls ich einige Tage keinen Besuch hatte).

Ich war zugegebenermaßen etwas pikiert, als ich in den Vorgaben der Stadt Hamburg gelesen habe: „Sexspielzeuge sind nach jedem Gebrauch zu desinfizieren oder als Einmalprodukte zu verwenden.“ Gibt es ernsthaft Leute, die das nicht machen?! Ich desinfiziere mein Spielzeug nach jedem Spiel und packe es sicher weg. Wenn ich Spielzeug an Kunden benuzte, ziehe ich wenn möglich ein Kondom darüber (und desinfiziere es zusätzlich hinterher).

Handhygiene war mir immer wichtig. Mittlerweile waschen sich die meisten Männer, die zu mir kommen, von sich aus zu Beginn die Hände. Ich habe am Eingang auch einen Desinfektions-Spender stehen, aber Händewaschen ist vom Gefühl her sauberer. Desinfektoinsmittel nutze ich, um mir zwischendrin die Hände zu reinigen (wenn ich nicht aufstehen und ins Bad gehen möchte), z.B. wenn ich Gleitmittel oder Massageöl an den Fingern habe oder mit Sperma in Kontakt gekommen bin.

Worüber ich vor Corona überhaupt nicht nachgedacht habe, waren Aerosole. Natürlich habe ich regelmäßig gelüftet, mindestens zwei Mal am Tag, aber mehr damit die Luft nicht abgestanden war. Zwischen den Terminen habe ich das häufig nicht getan, um die Wärme im Raum zu halten. Das habe ich geändert, jetzt achte ich darauf auch zwischen Terminen zu lüften und das Fenster für zehn Minuten weit zu öffnen – auch wenn ich dann neu heizen muss.

Das einzige Hygiene-Thema, mit dem ich mich noch schwer tue, sind die Masken. In der Öffentlichkeit halte ich sie für wichtig und richtig, aber im Kontakt mit Kunden fehlt mir da etwas: nicht nur Küssen und Französisch, sondern auch die Erotik von warmem Atem auf der Haut, und die Möglichkeit in der Mimik des Kunden lesen zu können. Ich weiß nicht, ob Masken bald so normal sein werden wie Kondome – oder ob das eine vorübergehende Sache ist, über die wir in einigen Monaten lachen können.

Das kleine schwarze Buch

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Im Paysex ist es üblich, sich nur mit Vornamen vorzustellen (und viele nutzen nicht einmal ihren richtigen, auch nicht die Kunden). Nun sind Vornamen kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal… Immer wieder kommt es vor, dass ich Anrufe oder Nachrichten kriege a la „Hallo, hier ist Michael! Ich war vor ein paar Jahren mal bei dir und es war ganz toll. Erinnerst du dich noch an mich?“

Nun ist Michael kein seltener Name (und viele andere Vornamen auch nicht), und nach Jahren werde ich wohl die Telefonnummer auch nicht mehr gespeichert haben. Ich speichere Telefonnummern 6-8 Monate, außer bei langjährigen Stammkunden, ansonsten verkommt mein Telefonspeicher zur Daten-Müllhalde. Meist habe ich in solchen Fällen also keine Ahnung, mit wem ich da gerade spreche.

Ich habe von Kolleginnen gehört, die in irgendeiner Form versuche, sich zu Kunden Notizen zu machen – in einem Notizbuch (daher die Überschrift) oder in digitaler Form. Ich habe das auch mal versucht, es jedoch wieder aufgegeben. Es ist viel Arbeit, und häufig gelingt es mir trotz aller Mühe nicht, die Notizen zu den Terminen dann auch korrekt miteinander und mit Namen/Nicknamen/Telefonnummer zu verknüpfen.

Mittlerweile sehe ich das also entspannter und erlaube mir einfach, vor jedem Termin noch mal nach Wünschen und Vorlieben zu fragen. Manchmal erscheint mir das sogar sinnvoller, denn Stimmungen und Ideen können sich auch ändern, und so kann ich immer auf aktuelle Einfälle reagieren.

Sex und Privatssphäre

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Letzte Woche war ich in Urlaub auf einem Reiterhof an der Nordsee. Es fühlte sich ein bisschen an wie eine Reise in meine Kindheit: Jugendherbergs-Atmosphäre in Zimmer und Speiseraum, durchgeplante Tage mit Reitprogramm und Mahlzeiten, Muskelkater und der Geruch nach Pferden überall.

Wozu eine solche Umgebung absolut nicht einläd ist Sex. Ich war mit meinem Partner dort, aber das kleine Zimmer und die sehr dünnen Wände verleideten uns den Spaß an ausgiebigem Sex. (Das haben wir dann später zu Hause nachgeholt.)

Eigentlich halte ich mich nicht für empfindlich, was die Frage angeht, wer im Nebenraum etwas von meinem Sexleben mitkriegt. Im Erotik-Appartement ist es selbstverständlich, dass man den Sex der Kollegin durch die Tür hört. Auch auf Tantra-Seminaren gehören die Geräusche aus den Nebenzimmern dazu. In irgendeinem Hotel – okay, kein Problem. Auf Seminaren, wie jetzt in der Reitschule oder auch beim Yoga? Da werde auch ich zurückhaltender. Und Besuch bei der Familie ist meist eine komplett sexfreie Zeit.

Bei meinen Kunden erlebe ich auch, dass Menschen sehr unterschiedlich auf die Frage nach der nötigen Privatsphäre für Sex reagieren. Einigen empfanden schon die Geräusche im Appartement störend und ließen sich davon irritieren. Andere holen sich sogar einen Kick daraus, halb öffentlich zu fummeln oder mehr (nicht mein Ding).

In meiner jetzigen Wohnung höre ich ab und zu die Kinder der Nachbarn durch die Wand, oder Geräusche aus der Wohnung über mir. Wenn ich darüber nachdenke, ist mir also bewusst, dass die Nachbarn wohl auch ab und zu meinen Sex hören, wenn es mal lauter wird. Das stört mich aber nicht, da ich es als relativ anonym empfinde.

(Kein) Neustart

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Seit dem 15. September ist Prostitution in Hamburg wieder erlaubt. Trotzdem habe ich in den letzten zwei Wochen nur sehr wenige Dates gehabt.

Die Auflagen verunsichern nicht nur mich, sondern auch die Kunden. Die Maske ist ein Hindernis, und die Kontaktlisten schrecken viele ab.

Letzte Woche war ich kurz in dem Appartement, in dem ich bis März gearbeitet habe, meinen Schlüssel abgeben und mit den Kolleginnen Kaffee trinken. Es war nett, und auch entspannt – dort sind die Auflagen gut geregelt, nicht zu abschreckend organisiert und jederzeit einsehbar. Trotzdem zieht es mich nicht dorthin zurück.

Film: Sleeping Beauty

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Im Juli habe ich hier in meinem Blog von dem Film „Haus der Sünde“ erzählt, den ich sehr mag. Darauf schrieb mich jemand an und empfahl mir „Sleeping Beauty“, der Film sei ähnlich und würde mir auch gefallen. Ich habe „Sleeping Beauty“ angesehen und weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll.

Der Film erzählt von einer jungen, sehr hübschen Studentin, die sich bei einer Agentur für erotische Dienstleistungen (eher nobel, keine simple Prostitutions-Vermittlung) bewirbt. Erst kellnert sie nackt, dann lässt sie sich darauf ein, sich betäuben zu lassen und so Männern zur Verfügung zu stehen – und gerät in einen Zwispalt zwischen der Notwendigkeit, Geld zu verdienen, und der Tatsache, dass sie mit dieser Tätigkeit psychisch nicht sonderlich gut klarkommt.

Die Seznen mit den Männern, die sie so betäubt buchen, sind eher skuril: einer will nur kuscheln, der nächste beschimpft sie, und ein Mal wird sie wie eine Puppe herumgeschleudert. Dazwischen Szenen aus ihrem Privatleben, in denen sie haltlos, verwirrt und verzweifelt wirkt.

Richtig gefallen hat mir der Film nicht, dafür ist die Story zu wenig schlüssig. Tolle Ideen dabei, aber wirr umgesetzt – wie leider oft bei Erotikfilmen, die „etwas besonderes“ zeigen wollen.

Ich möchte gerne zwei andere Filme erwähnen, die mir im Zusammenhang mit „Sleeping Beauty“ einfielen: „Erinnerung an meine traurigen Huren“ und „Allein“.

„Erinnerung an meine traurigen Huren“ habe ich kurz zuvor gesehen. Ich hatte das Buch von Gabriel Garcia Marques vor vielen Jahren gelesen und fand es nicht sonderlich aufregend. Aber der Film ist toll! Ein alternder Journalist mit reichlich Erfahrung mit Huren will sich zu seinem 80. Geburtstag etwas Besonderes gönnen: eine Nacht mit einer Jungfrau. Eine alte Freundin findet eine junge Fabrikarbeiterin, um diesen Wunsch zu erfüllen. Das Mädchen ist jedoch so müde von ihrem Arbeitstag, dass sie einschläft, während sie auf ihn wartet – und er beschließt, sie nicht zu wecken. In wunderschönen Bildern (voll von dem hellen Licht des Südens) entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte…

Der zweite Film, an den mich die Hauptprotagonistin von „Sleeping Beauty“ denken ließ, ist „Allein“. Ein absoluter Nischenfilm, gedreht 2004 im Ruhrgebiet, erzählt dieser Film von einer jungen Frau mit einer Borderline-Erkrankung. Psychisch extrem instabil und emotional labil, schwankt sie hin und her zwischen sexueller Freizügigkeit, der Sehnsucht nach Nähe und dem Versuch, ihren Alltag in den Griff zu bekommen. Ein schonungsloser Film und gerade dadurch absolut sehenswert.

Weiblicher Zyklus

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Im Paysex ist der weibliche Zyklus so gut wie nie Thema, und das wundert mich. Die meisten Männer haben nicht den Fetisch, mit einer Frau Sex zu haben, die gerade ihre Tage hat – aber die wenigsten machen sich da je Gedanken drüber, wenn sie einen Termin mit einer SDL vereinbaren.

Viele Frauen in der Sexarbeit überspielen ihre Menstruation mit kleinen Schwämmchen, die man beim Sex nicht unbedingt merkt. An vielen Tagen klappt das gut. An manchen aber auch weniger: die Frau fühlt sich unwohl, hat Krämpfe und möchte eigentlich lieber mit einer Wärmeflasche auf die Couch als Sex zu haben.

Ich habe bis Anfang 30 hormonell verhütet, was die Auswirkungen des Zyklus sehr abschwächt. Danach habe ich einige Jahre gebraucht, um überhaupt wieder diesen Rhythmus in meinem Körper zu erkennen und damit zu leben. Es sind nicht nur die Blutungen, sondern ich kann mittlerweile genau spüren, wie sich Körpergefühl und Stimmungen im Verlauf der Wochen ändern.

Manchmal bin ich einfach empfindlicher und brauche mehr Schutz und Rückzug, und manchmal fühle ich mich extrovertiert und es kann eigentlich nicht wild genug sein. Mittlerweile versuche ich immer mehr, meine Treffen darauf abzustimmen, indem ich z.B. an den ersten zwei Tagen meiner Blutungen keine Termine mache und auch die Art der Termine an meine Stimmungen anpasse.

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