Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Monat: Juli 2018

Entschleunigung

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Die letzten drei Wochen war die S-Bahn gesperrt, mit der ich sonst meist ins Appartement fahre. Im Vorweg war das eine riesige Katastrophe für mich. Als es dann soweit war, habe ich einfach mein Leben total zurückgefahren: Ich fuhr nur noch Fahrrad, pendelte ausschließlich zwischen meiner Wohnung, dem Reitstall und dem Appartement hin und her. Kein Yoga in Altona, kaum Treffen mit Freunden, keine spontanen Termine.

Im Nachhinein fühlte sich diese Zeit total entschleunigt an. Wege dauern halt so lange, wie sie dauern, hetzen führt zu nichts. Körperlich bin ich fitter und psychisch deutlich entspannter. Ich hatte schon den Gedanken, einfach so weiterzumachen. Aber das ist wohl illusorisch, dafür liebe ich meine vielen Aktivitäten einfach zu sehr.

Doch bevor mein Alltag wieder trubeliger wird, habe ich jetzt erst mal eine Woche Urlaub. Die ersten Tage werde ich noch zu Hause verbringen. Dann fahre ich meine Mutter besuchen, und von Donnerstag bis Sonntag bin ich zum Vipassana.

Vipassana ist eine Meditationsform, bei der es um totalen Rückzug geht. Ich werde drei Tage lan mein Handy ausschalten, nicht lesen, nicht schreiben und auch in der Gruppe mit niemandem sprechen. Nur nach Innen gehen und den eigenen Atem beobachten. Klingt furchtbar? Nein, es ist wunderbar! Die totale Auszeit, in der ich mich um absolut nichts kümmern muss.

Danach habe ich dann wieder die Kraft für die vielen aufregenden Begegnungen in meinem Alltag.

Outdoor

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Bei Außentemperaturen um die 30° bekomme ich vermehrt Anfragen nach Outdoor-Treffen. Die Fantasie kann ich gut verstehen: Heißer Sex unter der Sonne, auf einer Wiese, am Strand oder sogar im Badesee – ja, die Vorstellung finde ich auch sexy!

In der Praxis lehne ich solche Anfragen aber ab. Zum einen aus Sicherheitsgründen: Sich mit einem Fremden in einer fremden Umgebung zu treffen, ist ein hohes Risiko und braucht Sicherheitsvorkehrungen, deren Aufwand den Spaß an der Sache übersteigt. Überhaupt Aufwand: Wenn ich Fahrzeit und -kosten hinzurechne, lohnt es sich meist auch finanziell nicht mehr.

Zum anderen kenne ich die Umgebung rund um mein Appartement ziemlich gut, auch im weiteren Jmkreis. Und auch wenn es an einigen Stellen ziemlich grün ist, ist es doch alles Stadtgebiet und als solches stark bevölkert, gerade bei schönem Wetter. Ich kenne keine Stelle, die zu mehr als einem ganz kurzen Quicki geeignet wäre, und selbst das nur mit einem sehr hohen Risiko, dabei überrascht zu werden.

Ich mag keine Quickis, und ich finde es total stillos, andere mit meiner Sexualität zu belästigen. Also keine Outdoor-Treffen mit mir!

Natürlich blond

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Schon seit über 15 Jahren färbe ich meine Haare meist rot; das gehört mittlerweile fest zu meinem Selbstbild. In den letzten Wochen war ich jedoch arg nachlässig damit, und so kommt es, dass meine Haare mittlerweile wieder fast ihren natürlichen Farbton haben. Ich bezeichne es als „straßenköterblond“, der typische mitteleuropäische dunkelblonde Ton, der nur sehr wenig mit dem strahlenden hellblond oder weißblond zu tun hat, wie es so modern ist. Eigentlich wollte ich also dieses Wochenende die Haare färben. Doch jetzt stehe ich vor dem Spiegel und stelle fest, dass mein Haar von der Sonne hellblonde Strähnchen bekommen hat, was ich sehr hübsch finde. Also werde ich das Färben wohl noch etwas schieben, zumindest bis nach meiner ersten Urlaubswoche Anfang August, vielleicht sogar bis in den September.

Überhaupt sieht man meinem Körper gerade an, dass ich diesen Sommer sehr genieße. Ich bin sehr braun geworden, aber nicht gleichmäßig solarienbraun oder ganzkörper-gebräunt vom Sonnenbaden, sondern die Bräune, die man halt vom Aufenthalt im Freien kriegt: Sehr braun im Gesicht und an Armen, Schultern, Dekolleté und oberem Rücken. Etwas braun an den Beinen, mit Sandalenstreifen auf den Füßen. Und nur sehr wenig braun an Bauch, Brust, unterem Rücken und Po. Entspricht auch nicht dem Ideal, aber im Moment ist mir Gefühl wichtiger als Aussehen – und ich habe richtiges Sommer-Feeling!

Pünktlichkeit

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


In letzter Zeit habe ich das Problem mit der Pünktlichkeit eher in die andere Richtung: Ich plane meine Termine sorgfältig so, dass ich früh genug im Appartement bin, um noch zu duschen und mich in Ruhe vorzubereiten. Ein oder zwei Stunden vor dem vereinbarten Termin schellt dann plötzlich mein Telefon: „Hey, ich bin schon fast da, kann ich jetzt schon kommen?“

Nun sitze ich aber gerade jetzt in Sommer so wenig wie möglich im Appartement rum. Heute erreichte mich dieser Anruf, als ich (mehr als eine Stunde vor dem Termin) gerade aus dem Badesee stieg. Ich schaffte es, eine halbe Stunde eher fertig zu sein als der vereinbarte Termin – dafür war ich jetzt abgehetzt und genervt, und seine Stimmung war auch nicht die beste, weil er bei der Hitze fast eine Stunde im Auto gesessen und gewartet hat. Das hätten wir uns beide ersparen können, wenn er stattdessen einfach auf Entenwerder gemütlich einen Kaffee trinken gegangen wäre…

Alltags-Kleinkram

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


In den letzten Tagen war ich mal wieder so mit dem Alltags-Kleinkram beschäftigt (Arbeit, Sport, Haushalt etc), dass einige mir wichtige Dinge auf der Strecke geblieben sind. Vor allen Dingen das Schreiben: Eigentlich wollte ich bis letzten Samstag einen Blog zum Monatsthema „Safer Sex“ geschrieben haben, da mir das Thema sehr am Herzen liegt. Ich habe schon mal einen Text dazu geschrieben, aber beim Lesen stellte ich fest, dass er doch mehr Überarbeitung brauchte als gedacht, und bin ich dann nicht mehr zu gekommen.

Umso mehr habe ich mich gestern gefreut, als ich überrascht feststellte, dass ich als Escort des Monats Juli ausgewählt wurde. (Das dafür nötige Interview hatte ich doch zwischendurch mal ausgefüllt.) Mal davon abgesehen, dass ich mich über die zusätzliche Werbung freue, könnt Ihr so bald doch ein paar Gedanken von mir zum Monatsthema lesen. Den Blog reiche ich Euch dann irgendwann mal nach.

Trotzdem ärgert es mich immer, wenn Dinge im Alltag untergehen. Das Leben besteht doch nicht nur aus Oberflächlichkeiten! Also ist es wohl mal wieder an der Zeit, mein Leben zu sortieren und mich neu zu zentrieren, um Raum für die wirklich wichtigen Dinge zu schaffen (ohne dabei im Chaos zu versinken).