Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Autor: Tina (Seite 34 von 58)

Buch: „Männermanieren“

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Wenn man aus den Jammerblogs hier auf kaufmich ein Buch machen würde, dann würde wohl sowas wie das hier rauskommen. Zugegeben, es ist gut geschrieben, und es geht nicht um kleinere Ärgerlichkeiten, sondern mehr um grundlegende Probleme im Paysex.

Karoline Leppert arbeitet überwiegend als Domina, hat aber wohl auch viel Kontakt zu Frauen in der klassischen Prostitution. In diesem Buch fasst sie einige Themen zusammen, die besonders irritierend sind bzw Eigentschaften/ Verhaltensweisen, die bei Kunden besonders stören:

– [Kunden] sind total von den Internetpornos versaut.
– Sie sind unhöflich.
– Sie respektieren keine Grenzen.
– Sind sind selbstherrlich und gönnerhaft.
– Sie sind Heuchler.
– Sie sind ungepflegt.
– Sie gehen auf die Schwachen los.

Themen, die nicht nur in der Sexarbeit relevant sind, sondern die ich auch im privaten Umgang von Männern und Frauen schon erlebt habe. Leicht zu lesen, unterhaltsam geschrieben, mit Tiefgang, aber gleichzeitig irgendwie oberflächlich.

Das Buch hat nur 128 Seiten, ich hatte es in unter zwei Stunden durchgelesen. Bei einem Preis von 14,99 Euro fürs eBook (16,90 Euro fürs Buch) ist das wenig Lesevergnügen fürs Geld, und neue Erkenntnisse oder Gedanken gab es für mich auch nicht.

Figur normal

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Im Moment werden häufig Scherze darüber gemacht, dass viele Menschen während des Lockdowns zugenommen haben. Auch mein Leben ist seit dem Lockdown weniger aktiv. Mein Gewicht schwankt jedoch schon seit Jahren, nicht erst seit Corona.

Wenn es hier bei kaufmich um das Gewicht von Frauen geht, wird meist nach Extremen gesucht: Entweder „skinny“ oder „Rubens“. Einige Männer sind sehr auf bestimmte körperliche Merkmale fixiert oder einen bestimmten Typ Frau. Andere suchen mehr nach einem harmonischen Gesamtbild oder dem gewissen Etwas.

Ich war nie „skinny“, selbst als Jugendliche nicht. Ich war schlank, aber sportlich, und mein Po war schon immer sehr rund. Diese Figur habe ich jahrelang gehalten und viele meiner Kunden haben mich so kennengelernt.

In den letzten zehn Jahren habe ich über zehn Kilo zugenommen, am Anfang sehr schleichend, dann stärker. Phasenweise ärgert mich das, aber meistens fühle ich mich wohl damit. Wenn ich über Abnehmen nachdenke, dann geht es mir dabei eher um meine Fitness als ums Aussehen. Ich mag die Ruhe, die mein Körper mit dem mehr an Gewicht ausstrahlt, und das Gefühl von Erdung.

Einige Kunden habe ich verloren, weil ich ihnen „zu dick“ geworden bin. Wenn ich das direkt mitkriege (über Internet-Kommentare, ins Gesicht sagt es mir keiner) schmerzt es einen kurzen Moment. Andererseits kann ich nicht der Typ von jedem sein. Es gibt auch Kunden, die mich aufgrund meiner Tattoos ablehnen. Viele Kontakte gehen auseinander, weil dem Kunden einfach nach etwas anderem ist als dem was ich anbiete.

Menschen verändern sich im Laufe der Jahre, und ich mag es, wenn ich diese Entwicklungen auch im Körper spüren kann – und auch sehen. Vielleicht werde ich in Zukunft wieder abnehmen, aber dann weil es zu meinem Lebens- und Körpergefühl passt und nicht um irgendwelche Ideale oder die Vorstellungen anderer zu erfüllen.

Frühlingshoffnung

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Ich habe jetzt seit drei Wochen keinen Blog mehr geschrieben. Mir fällt einfach nicht so richtig was ein. Was schreibe ich hier aus kaufmich, wenn Prostitution verboten ist und wohl auch noch lange bleiben wird? Buchbesprechungen, Filmrezessionen, ein paar allgemeine Gedanken… viel lieber würde ich wieder über reale Erlebnisse berichten.

Vor kurzem hat einer meiner Stammkunden zu mir gesagt, dass ich sehr viel ruhiger wirke als früher, und hat gefragt ob ich überhaupt noch länger Sexarbeit machen werde. Ehrlich gesagt hab ich im Moment keine Ahnung, wie es für mich beruflich weitergehen wird. Nicht nur die Sexarbeit, auch meine anderen Arbeitsbereiche sind durch den Lockdown arg durchgerüttelt worden.

Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt in absehbarer Zeit wieder so etwas wie Normalität geben wird. Oder werden die ganzen Maßnahmen doch irgendwann normal? An Masken im Bus kann man sich vielleicht gewöhnen. Masken beim Sex kann ich mir nicht so richtig vorstellen.

Noch habe ich Hoffnung, dass mit Tests und Impfungen vielleicht ab Ostern wieder etwas Normalität einkehrt. Zumindest mal wieder irgendwo einen Kaffee trinken gehen oder abends in ein Restaurant…

Das Rotlicht

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Einige Branchen leiden mehr unter den Corona-Maßnahmen als andere, und Sexarbeit ist mit am meisten betroffen. In den Medien ist dabei häufig vom „Rotlicht“ die Rede, und auch auf Demonstrationen und Veranstaltungen von Sexarbeiterinnen und Betreibern wird dieser Begriff häufig benutzt. Was genau ist „das Rotlicht“?

Klassisch betrachtet ist das Rotlicht der Bereich einer Stadt, in dem (meist mehrere) Bordelle stehen und/ oder Frauen auf der Straße ihre Dienste anbieten. Genau dieser Bereich ist es auch, der in der Öffentlichkeit (z.B. in den Medien) immer wieder auftaucht, manchmal in Form einzelner Sexarbeiterinnen, häufig in Form von Betreibern von Bordellen u.ä.

Das ist insofern logisch, da diese Menschen hauptberuflich mit Sexarbeit ihr Geld verdienen (direkt oder indirekt) und jetzt finanziell am härtesten vom Lockdown betroffen sind. Auch müssen sie nur selten auf Arbeitgeber, Familie o.ä. Rücksicht nehmen. In diesem Sinne bin ich dankbar für alle, die unserer Branche ein Gesicht geben und sich in der Öffentlichkeit und politisch engagieren!

Sexarbeit ist mittlerweile jedoch viel breiter gefächert . Sehr viele Sexarbeiterinnen machen das nur zeitweise oder nur nebenbei, und es arbeiten auch längst nicht mehr alle in Bordellen oder auf der Straße, sondern viele sind unabhängig als Escort oder in Termin- oder Privatwohnungen tätig.

In der Öffentlichkeit überwiegt immer noch das Bild des Bordellbetreibers, der Geld mit „seinen Mädchen“ verdient. Das ist sehr nah dran am Zuhälter und ruft damit die Prostitutionsgegner auf den Plan. Dieses Bild ist aber falsch! Bordellbetreiber bieten eine Dienstleistung für die arbeitenden Frauen und garantieren ihre Sicherheit und Anonymität. Man kann natürlich immer über Details diskutieren (Preise, Weisungsgebundenheit), aber die wenigsten Frauen sind so abhängig wie es häufig dargestellt wird.

Insofern ist es eher eine negative Entwicklung, dass in der jetzigen Situation das klassische Rotlicht wieder mehr ins Licht der Öffentlichkeit rückt und die Vielfalt von Sexarbeit nur am Rande erwähnt wird. Das spiegelt sich auch in den aktuell zunehmenden Bemühungen, das „Nordische Modell“ in Deutschland einzuführen.

Blues

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Es ist schon eine Weile her, dass ich einen persönlichen Blog geschrieben habe darüber, wie es mir geht und was ich so mache. Tja, es ist mitten im Winter, und die Corona-Lockdown-Situation ist auch nicht besser geworden.

Letztes Wochenende hat es geschneit und selbst hier in Hamburg hat es malerische weiße Bilder gegeben. Ich bin trotz der Kälte viel draußen, um den Kopf frei zu bekommen. Viel machen kann man ja nicht im Moment, also gehe ich spazieren oder bin zu Hause.

Manchmal frage ich mich, wie ich nach dem Lockdown in ein aktives Leben zurückfinden soll. Im Moment ist mein Alltag so runtergefahren, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, nicht mehr auszuschlafen und Serien zu gucken, sondern stattdessen meine Tage mit Arbeit, Sport und Freunden zu füllen.

Buch: „Hure spielen“

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Im Moment habe ich ziemlich viel Muße zum Lesen und krame immer wieder in meinen Regalen nach Büchern, die ich mal gekauft aber noch nicht gelesen habe. Gerade lese ich auch vermehrt wieder Bücher über Sexarbeit; sie geben mir die Möglichkeit zu reflektieren, was ich bisher erlebt habe und wie ich nach Corona weitermachen möchte.

Zuletzt habe ich „Hure spielen. Die Arbeit der Sexarbeit“ von Melissa Gira Grant gelesen. Das Buch ist 2014 erschienen und bezieht sich überwiegend auf Sexarbeit in den USA. Zuerst hat mich das irritiert, da die juristische und gesellschaftliche Situation für Sexarbeit in den USA ganz anders ist als in Deutschland. Aber dann hab ich trotzdem viele spannende Gedankengänge entdeckt.

Die Autorin beschäftigt sich mit der Frage, wie Sexarbeiterinnen von der Gesellschaft gesehen werden. Sie vertritt die Meinung, dass Sexarbeiterinnen nur selten die Möglichkeit gegeben wird, über ihre Erfahrungen und Vorstellungen zu sprechen, sondern dass sie ständig mit der Erwartung überfrachtet werden bestimmte Geschichten zu erzählen. Damit werden sie nicht als Personen wahrgenommen, sondern nur in ihrer gesellschaftlichen Rolle.

Einen besonderen Part widmet die Autorin auch der „Helferindustrie“, an der sie kein gutes Haar lässt. Ihrer Meinung nach geht es auch diesen Organisationen nicht darum, Sexarbeiterinnen wirklich zu helfen, sondern nur darum bestimmte Geschichten und gesellschaftliche Vorstellungen zu verkaufen – und damit Geld zu verdienen. (Ein Eindruck, den ich durchaus auch hier in Deutschland habe.)

Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch mit vielen spannenden Ansätzen, das jedoch Konzentration und Mitdenken erfordert.

Unmoralisches Angebot

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Vor ein paar Tagen hat eine Bekannte von mir auf Facebook berichtet, dass sie ein „unmoralisches Angebot“ bekommen hat. Von jemandem, den sie sogar schon kennt und der unbedingt etwas mit ihr wollte, sie aber nicht mit ihm. Er rettete sich dann in die Aussage: „Es sind ja harte Zeiten für viele… wäre Geld vielleicht eine Möglichkeit?“ Sie war angepisst, hat ihm mangelnden Respekt gegenüber Frauen vorgeworfen und ihn dann blockiert.

Hier auf Kaufmich würde man über sowas wohl eher lachen und über den Preis verhandeln. Der Unterschied ist: Wir sind alle bewusst hier, weil wir das so wollen. Wenn wir uns zu lange in dieser Blase bewegen, vergessen wir, dass dies für die meisten Menschen nicht normal ist – und viele Frauen ein solches Angebot als Beleidigung empfinden.

Nicht jede Frau ist bereit, für Geld Sex zu haben. Es ist eine klare Grenzverletzung, einer Frau, die sich nicht in diesen Kreisen bewegt und von sich aus Sex gegen Geld anbietet, ein solches Angebot zu machen. Vergleichbar damit, hier nach AO zu fragen oder nach Dingen, die eine Frau explizit nicht anbietet – eine Grenzverletzung und ein Machtspiel.

Trotzdem empfinden viele Männer ein solches Verhalten als völlig normal und verstehen nicht, worüber die Frauen sich so aufregen. Umgekehrte Situation: Ich bin privat unterwegs, auf einem Dating-Profil oder im realen Leben in einer Bar. Dort spreche ich mit jemandem, flirte, und irgendwann sage ich dann: „Wir können zu mir gehen, aber dafür will ich Geld.“ Ich kann mir den Shitstorm (empörte Beschimpfungen, Beleidigungen,“das hab ich nicht nötig“ usw.) lebhaft vorstellen!

Lockdown und Einsamkeit

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Der Lockdown kostet uns alle viel, und 2020 war für mich in vielen Bereichen auch ein Jahr der Abschiede. Zu vielen meiner Stammgäste habe ich den Kontakt gehalten. Einen langjährigen Stammkunden habe ich im letzten Jahr verloren – und das tut mir sehr leid, vor allem wie es gelaufen ist.

Wir kannten uns seit über zehn Jahren. Er kam so 4-6 Mal im Jahr zu mir, für einen langen, entspannten Termin am Wochenende. Viel Zeit haben wir auch mit Reden verbracht, über seine Gefühle und Probleme. Er war aus beruflichen Gründen nach Hamburg gezogen, und ich habe schnell mitbekommen, dass er hier oben nie richtig angekommen ist und außerhalb der Arbeit kaum Kontakte hat.

Irgendwann im Laufe dieser Jahre habe ich ihm mal meine private Handynummer gegeben, weil er mir etwas über WhatsApp schicken wollte. Seitdem haben wir über WhatsApp Termine gemacht, und es gab nie Probleme.

Letzten März, als der Lockdown anfing, fing er dann an mir mehr zu schreiben. Wie es mir ginge, kurze Infos über seinen Tag, manchmal weitergeleitete Videos oder Links. Ich wusste, dass er einsam war und ihm der Lockdown sehr zu schaffen machte, und beantwortete diese Nachrichten regelmäßig.

Irgendwann wurden die Nachrichten immer mehr. Photos, Links, Artikel – ich bekam einen ziemlich genauen Überblick über sein Leben, und über seine Einsamkeit. Er tat mir leid, und irgendwie war es immer noch ein netter Kontakt.

Irgendwann wurde es mir dann zu viel. Ich hatte einen Job, investierte viel Zeit in mein Hobby, war einfach viel unterwegs und mit anderen Dingen beschäftigt. Der Lockdown war mittlerweile gelockert worden, und ich beantwortete Nachrichten oberflächlicher und auch nicht immer direkt.

Dann bekam ich pampige „Bist du noch da“ Nachrichten, oder „Ach, dich gibt es noch“ oder ähnliches. Ich sagte ihm direkt, dass mir das zu viel ist, und dass er mir nicht mehr so viel schreiben solle. Für ein paar Tage wurde es besser, dann wiederholte sich das Spiel.

So ging es den ganzen Sommer, und irgendwann war ich an dem Punkt, an dem ich nur noch genervt auf das Piepen meines Handys reagierte. Ich zog die Notbremse: Ich schrieb ihm, dass ich nicht mehr chatten wolle und dass er mich auf meinem Arbeitshandy anrufen könne, falls er noch mal einen Termin wolle. Dann blockierte ich ihn auf WhatsApp. Wie erwartet habe ich dann nichts mehr von ihm gehört.

Zu Weihnachten schickte er mir kurze Grüße auf mein Arbeitshandy. Trotzdem glaube ich, dass in dieser Begegnung zu viel kaputt gegangen ist, als dass es sich noch kitten ließe. Es tut mir sehr leid, dass es so weit gekommen ist.

Es ist leider nicht das erste Mal, das mir sowas passiert, und wird wohl auch nicht das letzte Mal sein. Sexarbeit ist eine ständige Balance zwischen Nähe und Distanz, und manchmal kommt dieses Gleichgewicht ins Kippen. Ich versuche früh genug Warnzeichen zu erkennen, aber trotzdem kann ich es nicht immer verhindern.

Corona-Schnelltest

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Montag habe ich zum ersten Mal einen Corona-Schnelltest gemacht. Ich hatte seit Freitag Halsschmerzen, und obwohl ich keinerlei andere Symptome hatte und Halsschmerzen kein Hauptsymptom für Covid-19 sind, hat mir mein Kopf keine Ruhe gelassen. Ich habe weniger Angst um mich selbst als mehr Angst darum, evtl andere anzustecken und zu gefährden.

Sonntagabend habe ich dann einen Schnelltest gebucht und habe Montagvormittag einen Abstrich machen lassen. Das war nicht schlimm, und schon eine halbe Stunde später konnte ich online das Ergebnis abrufen: Negativ. Also nur eine normale Erkältung, die ich jetzt in Ruhe auskuriere. Das Geld für den Test war es trotzdem wert, da es meine Grübeleien zum Schweigen gebracht hat und mir das Gefühl gibt, verantwortungsvoll mit dem Thema umzugehen.

PrEP

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Seit ein oder zwei Jahren werde ich bei meinen Vorsorge-Untersuchungen gefragt, ob ich eine PrEP nehme. Beim ersten Mal fand ich die Frage absurd, da dieses Medikament gerade erst zugelassen war, aber mittlerweile scheint es ziemlich weit verbreitet zu sein.

PrEP steht für Prä-Expositions-Prophylaxe und ist ein Medikament, das eine HIV-Infektion verhindert, wenn man es täglich einnimmt. Überwiegend wird es von schwulen Männern genommen, ist aber nicht auf diese beschränkt. PrEP muss vom Arzt verschrieben werden und eine Kontrolluntersuchung alle drei Monate ist Pflicht. Bei dieser Untersuchung wird u.a. die Nierenfunktion geprüft, da diese durch das Medikament beeinträchtigt werden kann.

Vor kurzem habe ich einen Roman gelesen, in dem die Protagonistin bevorzugt ungeschützten Sex hatte und versuchte, sich dabei durch die Einnahme von PrEP und Antibiotika zu schützen. Theoretisch wäre das auch für Sexarbeiterinnen eine Option. Praktisch halte ich das für eine dumme Idee.

Jedes Medikament hat Nebenwirkungen, weswegen ich meinem Körper so wenig Medikamente wie nötig zumute. Die PrEP schützt nur vor HIV, nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten, und eine dauerhafte (oder auch nur häufige) Einnahme von Antibiotika ist auf jeden Fall gesundheitsschädlich. Kondome schützen völlig ohne Nebenwirkungen.

Ich mag auch den psychologischen Effekt von Kondomen: Beiden wird das Risiko bewusst und sie übernehmen Verantwortung. Schon beim Thema Schwangerschaft wird das oft der Frau überlassen, und über Krankheiten machen sich noch weniger Männer Gedanken (meiner Erfahrung nach die jüngeren noch eher als ältere Semester). Da muss unbedingt ein Umdenken stattfinden, auch außerhalb von festen Beziehungen.

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