Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Monat: Juni 2018

Das ProstSchG als Geldvernichtungsmaschine

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Dass das Prostitutionsschutzgesetz (ProstSchG) nutzlose Bürokratie ist, die Sexarbeiterinnen diskriminiert, aber ihnen garantiert nicht hilft, hat sich mittlerweile auch bei denen rumgesprochen, die sonst eher nichts mit dem Thema zu tun haben. In der letzten Zeit ist mir bei uns im Appartement noch o etwas bewusst geworden: Die neuen Regelungen kosten viel Geld!

Bei uns im Appartement arbeiten wir mit vier Frauen und sind ein eingespieltes Team, wo sich jede auf die andere verlassen kann. Seit letztem Jahr sind wir alle angemeldet und die Hauptmieterin hat ein Betriebskonzept vorgelegt und sich der Zuverlässigkeitsprüfung unterzogen. Das Konzept führte zu einigen Nachforderungen des Amtes, die sich aus dem ProstSchG ergeben:

Wir brauchten abschließbare Spinde. Kosten: mehrere hundert Euro, kombiniert einer größeren Umräumaktion, um Platz dafür zu schaffen und mit dem nun deutlich geringeren Stauraum klarzukommen. Bei uns ist übrigens noch nie Geld oder irgendwas anderes weggekommen, und ich lasse mein Portemonnaie getrost weiter in meiner Tasche.

Alarmknöpfe auf den Zimmern und eine Alarmanlage mit Bewegungsmelder sind jetzt vorgeschrieben. Kostenpunkt: fast tausend Euro, plus der Handwerker, der das installiert. Nun ist unser Appartement aber baulich so, dass es im Notfall deutlich einfacher und effektiver ist, einfach um Hilfe zu rufen. Die Alarmanlage war noch kein einziges Mal eingeschaltet, weil fast immer jemand da ist. Wenn sie doch mal losgehen würde, geht der Alarm aufs Handy der Kollegin – die aber 250 Kilometer weit weg wohnt.

Als (vorerst) letztes wurde das Büro umgeräumt. Schreibtisch zur Seite, um Platz für Stockbetten zu schaffen, da in den Arbeitszimmern ja nicht mehr übernachtet werden darf. Kosten für Betten und Matratzen: noch mal mehrere hundert Euro. Ich fahre abends nach Hause, aber die Kolleginnen schlafen in Zukunft zu viert in einem kleinen Zimmer, statt jede gemütlich auf dem breiten Bett in ihrem Arbeitszimmer.

Angeblich ist das Gesetz ja nur zu unserem Vorteil… Ich kann beim besten Willen nicht sehen wo!

Die Illusion von Anonymität

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Letzte Woche bin ich einen Tag zu Hause am Schreibtisch geblieben, u.a. um mich den neuen DSGVO-Regeln für meine Webseite zu beschäftigen. Im Internet hat es um die DSGVO in letzter Zeit einen ganz schönen Wirbel gegeben, und ein Freund riet mir, dringend entsprechende Klauseln ins Impressum einzufügen.

Ich will nicht behaupten, dass ich viel von dieser DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) verstanden hätte. So scheint es vielen Menschen zu gehen, denn nach dem Surfen über verschiedene Seiten habe ich viele unterschiedliche Versuche gesehen, den neuen Regeln gerecht zu werden. Im Endeffekt habe ich mich dafür entschieden, über einen Generator einen Text zu gestalten, und hoffe das reicht.

Viel mehr beschäftigt mich seitdem der Gedanke, dass bei Beteiligten im Sex-Gewerbe (Anbieterinnen und Kunden) der gedankliche Anspruch und die Realität von Diskretion und Anonymität weit auseinander geht.

Immer wieder führe ich hier bei KM oder auch am Telefon Diskussionen darüber, warum ich denn keine anonymen Termine vergeben würde. Ganz simpel: weil über 80% dieser Termine nicht kommen und mir da meine Zeit zu schade für ist. Wenn dann jemand diskutiert, dass das aber keiner wissen darf etc, denke ich immer: Der will mit mir Sex haben, aber vertraut mir nicht genug, um auf meine Diskretion zu vertrauen?! Dann eben nicht! Für solche Männer gibt es Laufhäuser & Co.

Diskretion von meiner Seite heißt, dass ich von mir aus niemanden anrufe, wenn ich nicht um Rückruf gebeten wurde. WEnn vor einem konkret vereinbarten (!) Termin etwas schiefgeht, schicke ich eine neutral formulierte SMS, z.B. „Muss den Termin um 14:00 leider absagen.“ Da knn dann jeder einen beliebigen Termin erfinden, falls es mal jemand anders liest. Mein Telefon ist nicht mit dem Internet verbunden, Nummern speichere ich also wirklich nur lokal und lösche sie nach einer bestimmten Zeit wieder. Es besteht also keine Möglichkeit, dass mir Daten gestohlen werden.

Umgekehrt nutzen ein Großteil meiner Kunden ihre Smartphones und gerne auch WhatsApp. Dass WhatsApp nicht sicher ist, ist kein Geheimnis. Aber die wenigsten fragen sich, was eigentlich mit den Bewegungsprotokollen passiert, die u.a. von Google erstellt werden – und die genau nachvollziehbar machen, wer sich wo wie lange aufgehalten hat. Ein Kunde von mir konnte letztens noch darüber lachen, als Google ihm vorschlug, bei Facebook zu teilen, wo er sich gerade aufhielt – die meisten finden das wohl nicht lustig!

Bondage trifft Bizzar

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Bondage ist eine Leidenschaft von mir, die ich in letzter Zeit viel zu selten auslebe. Das Spiel mit Seilen auf nackter Haut, mit Bewegungslosigkeit und erzwungenen Bewegungen – ich liebe es einfach! Letzte Woche hat sich eine Kollegin von mir daran erinnert und mich mit in ihre Sessions genommen.

Während sie mit ihren Reizen spielte, blieb ich im Hintergrund und umfing ihn mit Seilen und sanften, spielerischen Berührungen. Wir haben das zum ersten Mal zusammen gemach tund waren selber überrascht, wie gut wir miteinander harmoniert haben.

Sonst bin ich eher skeptisch, wenn es darum geht, Sessions zu zweit zu gestalten. Aber jetzt ich schon die zweite Kollegin im Appartement, mit der ich gut zusammenarbeite. Längere Sessions komplett zu zweit sind selten, aber vor allem im bizzaren Bereich kommt es häufiger vor, dass eine zweite Frau für kurze Zeit dazu kommt.

Wenn ich dazukomme, dann meist, um ein Bondage anzubringen – alles von ein paar fixierenden Seilen bis hin zum kompletten Hänge-Bondage. Wenn eine Kollegin bei mir reinkommt, dann eher für den zusätzlichen „kinky“ Faktor – die fremde Frau, die uns plötzlich beobachtet, vielleicht auch mal kurz Hand anlegt.

Es macht Spaß, gibt neue Impulse, und mancher Stammgast wünscht sich auch einfach zwischendurch eine Abwechslung.