Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Autor: Tina (Seite 23 von 57)

Ruhe

Nach einer von mir gegebenen Yoga-Stunde sagte mal eine der Teilnehmerinnen: „Du hast eine richtige Yin-Persönlichkeit.“ Das ist bei mir hängen geblieben, und ich freue mich immer wieder, wenn ich daran denke.

Was heißt Yin? Viele kennen das Yin-Yang-Zeichen (das ich als Tattoo auf dem Handgelenk trage), in dem in einem Kreis eine helle und eine dunkle Seite ineinander fließen. Yin ist die dunkle Seite: ruhig, erdend, sanft, dunkel, nährend. Manchmal wird Yin auch als weiblich bezeichnet.

In meiner Arbeit, egal ob im Yoga oder in der Sexarbeit, ist es mir wichtig, diesen Aspekt zu verkörpern. Viele Menschen erleben ihren Alltag als angefüllt mit Stress und Hektik. Die Zeit mit mir soll da einen Ruhepol bilden, eine kleine Oase, in der Zeit ist zu entspannen und bei sich selbst anzukommen.

Gerade Männer erleben Sex erst mal als „Yang“: aufbrausend, kraftvoll, aktiv – „männlich“. In dieser Form ist Sex eine schnelle Form des Spannungsabbaus. Das führt natürlich auch zur Entspannung, aber diese ist meist kurzfristig. Ich möchte Raum bieten, mit anderen Wegen zu experimentieren. Sich darauf einzulassen, zur Ruhe zu kommen und Lust tiefer im Körper zu erleben.

In den letzten Jahrzehnten erfährt diese Art, Sexualität zu leben, mehr und mehr Aufmerksamkeit (häufig unter den Begriffen „Tantra“ oder „Slow Sex“). Für mich ist das eine sehr intuitive Art der Sexualität und ganz selbstverständlich mit dem Anspruch von Achtsamkeit verbunden – und etwas, das leider viel zu häufig von der herrschenden Porno-Kultur überschattet wird.

Klare Ansagen

In den letzten Wochen frage ich mich immer wieder, warum so viele Menschen nicht in der Lage sind, klare Ansagen zu machen und Absprachen zu treffen. Meine Branche ist da bekannt für, für ewiges hin und her schreiben und unklare Absprachen, aber auch im Rest meines Lebens erlebe ich das mehr und mehr.

Seit Anfang des Jahres versuche ich, für mein Pferd einen Sattler zu bekommen. Der erste Termin war problemlos, Termin telefonisch vereinbart und auch eingehalten. Der Sattler stellte fest, dass ich einen neuen Sattel bräuchte, und versprach, mich am nächsten Morgen anzurufen, um mir ein Angebot zu machen. Ich habe drei Tage auf den Anruf gewartet, dann versucht ihn anzurufen, um Rückruf gebeten, ein paar Tage später noch mal eine Nachricht geschrieben, nach einer Woche noch mal – und nie wieder etwas gehört. Was war denn so schwer daran, einfach zu sagen: „Tut mir leid, ich habe nichts Passendes.“?!

Termin mit einer neuen Sattlerin gemacht. Den hat sie dann zwei Stunden vorher abgesagt. Bis zum nächsten Termin habe ich sie drei Mal angeschrieben. Jetzt warte ich auf den zweiten Termin; zwischen den Antworten auf Nachrichten liegen jeweils 3-7 Tage…

Ähnliches erlebe ich bei meiner Arbeit. Anfragen mit „Hej, wie geht’s?“ sind ziemlich regelmäßig. Kontakte, die sich über Wochen hinziehen, ohne das irgendwas gesagt wird. Kurzfristige Anfragen, bei denen derjenige sich dann sofort wieder ausloggt und erst Tage später wieder online geht. Warum ruft man nicht einfach kurz an? Terminanfragen, die dann weder bestätigt und abgesagt werden.

Ausnahmen bestätigen die Regel, ich habe natürlich auch jede Menge zuverlässiger Stammkunden. Trotzdem gibt es Zeiten wie diese, in denen ich einfach nur genervt bin.

Rhythmen und Vorsätze

Als ich diesen Blog vor einem halben Jahr hierher überführt habe, hatte ich mir vorgenommen, so alle drei Tage einen Vortrag zu schreiben. Bei kaufmich habe ich in den letzten Jahren eher unregelmäßig geschrieben; geplant hatte ich einen Beitrag die Woche, aber manchmal habe ich auch mehrere Wochen gar nicht geschrieben, und manchmal drei Beiträge in einer Woche.

Jetzt bin ich gerade etwas aus dem Takt gekommen, ich habe seit elf Tagen nichts geschrieben. Deswegen gibt es heute einen Plauder-Blog, in dem ich einfach ein bisschen aus meinem Alltag erzähle.

Rhythmen sind sowieso immer ein Thema für mich. Ich freue mich darüber, in meiner Selbständigkeit meine Zeit fast ganz frei einteilen zu können. Manchmal führt das aber auch dazu, dass Chaos ausbricht und es mir nicht mehr gelingt, so etwas wie Struktur in meinen Alltag zu bringen.

Während Corona ist mein Tempo insgesamt heruntergefahren, ich habe mich daran gewöhnt wenig Termine und viel Zeit zu haben (so wie vorher manchmal in den Sommerferien). Jetzt kämpfe ich seit einigen Monaten darum, mein Grundtempo wieder hochzufahren, um mehr in meinem Tag unterzubringen.

Ein Schritt dazu ist, statt selbständig zu Hause Yoga zu machen, wieder morgens in eine Yogastudio zu gehen – dann habe ich mein Yoga schon mal erledigt und bin außerdem früh auf, wach und unterwegs. Klappt so mittelmäßig: die Yogastunden morgens sind toll, aber letzten Donnerstag ist die Nacht davor so kurz gewesen, dass ich mich danach noch mal hingelegt habe – und dann den Rest des Tages gar nichts mehr geschafft habe. Die letzten Tage liefen zum Glück besser.

Heute habe ich schon mal ein paar Themen für die nächsten Blogs aufgeschrieben. Es passiert so viel in der Welt, und auch in meinem eigenen Leben finde ich viel Inspiration. Demnächst also wieder mehr von mir!

Lockerungen

Im März läuft die aktuelle Corona-Verordnung aus, und so wird im Moment mal wieder über Lockerungen diskutiert. Die Maskenpflicht wird wohl bestehen bleiben, aber bei den 2G/3G-Regelungen wird es wahrscheinlich Lockerungen geben.

Ehrlich gesagt bin ich da kein Fan von. Ich bin geimpft und geboostert, die 2G+-Regel schränkt mich also nicht ein. Es sind überwiegend Impfgegner, die von diesen Lockerungen profitieren würden. Das finde ich unfair!

Vor ein paar Tagen schrieb mich wieder ein Mann an, den ich vor ein paar Monaten schon einmal abgelehnt hatte, da er nicht geimpft war, also die 2G-Regel nicht erfüllen konnte. Jetzt schrieb er, dass er ab März genesen ist und dann gerne einen Termin bei mir machen würde, und ob er dann noch einen Test brauchen würde. Ich habe den Termin wieder abgelehnt.

Die Querdenker reden immer davon, dass die Gesellschaft gespalten würde. Ich sehe das anders. Ich bin ein Fan davon, dass Handlungen (bzw Unterlassungen) Konsequenzen haben. Es steht also jedem zu, sich gegen eine Impfung zu entscheiden – dann müssen aber andere Maßnahmen getroffen werden, wie halt Masken, Abstand und regelmäßige Tests! Sich nur hinzustellen und gegen alles zu sein finde ich verantwortungslos.

Mir ist noch niemand begegnet, der nicht geimpft war und einen glaubhaften anderen Weg für sich gefunden hat. Ich bin geimpft und geboostert und teste mich trotzdem 4-5 Mal die Woche. Da will ich einfach keine Menschen in meinem Leben, die die Pandemie so gar nicht ernst nehmen und einfach weitermachen wie früher – und damit sich selbst und andere gefährden.

Egal welche Maßnahmen gesetzlich vorgeschrieben werden, bei mir wird wohl den Rest des Jahres 2G gelten. Wenn jemand nicht geimpft ist, erwarte ich eine glaubhafte Begründung (ohne Schwurbeleien, sondern mit realen medizinischen Gründen) und ein vernünftiges alternatives Schutzkonzept, damit ich über ein Treffen nachdenke.

Stress und Sex

„It was never „just sex“. Even the fastest, dirtiest, most impersonal screw was about more then sex. It was about connection. It was about looking at another human being and seeing your own loneliness and neediness reflected back. It was recognising that together you had the power to temporarily banish that sense of isolation. It was about experiencing what it was to be human at the basest, most instinctive level.“

Nicht immer geht es beim Sex um Sex. Anders ausgedrückt: Oft haben Menschen Sex aus anderen Gründen als Erotik. Sex wird ein Mittel zum Zweck: um Stress abzubauen, um Nähe zu spüren, um Einsamkeit zu bekämpfen, um Frust abzubauen, als Mittel gegen Traurigkeit – generell gibt es kein Gefühl, dass man nicht mit Sex ausdrücken oder unterdrücken kann.

In der letzten Woche ist die Stimmung bei vielen Menschen umgeschlagen. Von Freude oder Verunsicherung über die anstehenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen verschob sich der Schwerpunkt auf die Geschehnisse in der Ukraine. Krieg in Europa, nach 70 Jahren Frieden – das macht Angst, Unsicherheit, Entsetzen.

Einer meiner Stammkunden hat Verwandte sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Sonntag war er bei mir, und die Anspannung war ihm anzumerken. Sex war da ein Ventil, um Stress abzubauen, runterzukommen, sich abzulenken. Ich finde das legitim und stehe gerne für solche Treffen zur Verfügung.

Ich wehre mich immer wieder gegen die Ansicht, dass Sex lediglich ein Ausdruck von Liebe und Begehren sein darf. Sex kann so viel mehr sein! Sex ist ein ursprünglicher Ausdruck von Menschlichkeit und Leben! Erlauben wir uns doch, alle Facetten und Gefühle zu erforschen.

(Das Zitat stammt aus dem Roman „Taming the Beast“ von Emily Maguire.)


Ein ähnlicher Text von mir ist „Trost finden“ vom 25.11.2015.

Intime Mode

Schon seit vielen Jahren ist es in erotischen Kreisen üblich, sich im Intimbereich zu rasieren. Einige Menschen bezeichnen es sogar als ungepflegt, wenn jemand nicht rasiert ist.

Mit 18 habe ich mich das erste Mal rasiert. Ich erinnere mich noch, wie ich den Rasierer angesetzt und mit einem großen Schnitt die gekrausten Haare abgeschnitten habe – und dann beim ersten Blick in den Spiegel ziemlich schockiert war von der Nacktheit.

Einige Jahre lang war ich komplett rasiert; in den letzten Jahren lasse ich einen kleinen Streifen Haare stehen. Mittlerweile gefällt mir ganz rasiert nicht mehr, das ist mir zu nackt und irgendwie öbszön.

Wenn ich Urlaub habe lasse ich häufig die Haare wachsen. Ich mag das Gefühl, ich habe den Eindruck, dass mein Intimbereich mit Haaren sensibler und sinnlicher ist. Manchmal träume ich davon, einfach nach meinem Gefühl zu gehen und mich nicht mehr zu rasieren – aber ich befürchte, dass das bei meiner Arbeit nicht möglich ist. Ich möchte mir natürlich nicht nachsagen lassen, dass ich ungepflegt sei.

Sexy oder sachlich

Vor kurzem hat mich jemand darauf angesprochen, dass meine Blog-Texte früher mehr sexy seien, die neueren seien viel sachlicher. Ich weiß nicht so richtig, was ich darüber denken und sagen soll.

Angefangen habe ich mit diesem Blog, als ich mit Tantra-Massagen aufgehört und in einem Bizzar-Studio angefangen habe. Zu der Zeit habe ich viel Neues erlebt, sowohl was die Begegnungen mit Kunden als auch was die Zusammenarbeit mit Kolleginnen anging. Darüber habe ich geschrieben.

Ich habe die Zeit im Studio genossen; dort gab es eine Art von Kreativität und Inspiration, die viele meiner Sessions beeinflusst hat. Ja, ich habe mich dort mehr sexy gefühlt als ich es im Moment tue.

Seit Corona stehen in meinen Begegnungen eher andere Dinge im Vordergrund: Nähe, Berührungen, Vertrautheit. Ab und zu spiele ich noch im bizzaren Bereich und es macht mir auch noch Spaß. Aber eigentlich ist das gerade nicht so mein Thema.

Ein anderer Aspekt ist, dass ich meine Blogs in letzter Zeit weniger als Werbung sehe. Ich treffe fast ausschließlich Stammkunden. Diese Männer kennen mich schon, ich muss sie nicht mit irgendetwas ködern. Sie kennen mich und meine Art von Begegnung, und neue Aspekte ergeben sich aus dem Zusammensein, nur selten aus etwas was ich schreibe.

Sachlich? Vielleicht. In den letzten zwei Jahren drehen sich viele meiner Texte um Corona und die Auswirkungen, direkte und indirekte. Ich bin sehr achtsam für Gesundheitsthemen und schreibe da auch regelmäßig drüber, ebenso wie darüber wie sich mein Umfeld und generell die Szene gerade verändert.

Derjenige, der mich angesprochen hat, hat diese Veränderung wohl als negativ empfunden. Ich sehe das eher neutral – das sind halt die Dinge, die mich gerade beschäftigen und beeinflussen. Entweder meine Kunden können da mitgehen – oder eben nicht, dann gehen sie vielleicht zu einer anderen.

Murphy’s Law

Normalerweise nehme ich um diese Zeit, um meinen Geburtstag herum, gerne Urlaub und verbringe ein paar Tage in einer anderen Gegend. Vor fünf Jahren verbrachte ich meinen Geburtstag in Rom, und vor zwei Jahren hat es zumindest noch für einen Zoobesuch und einen Tag in der Therme gereicht. Dieses Jahr funktioniert kaum etwas richtig, in meiner Geburtstagswoche herrscht Chaos.

In den letzten Wochen, in der zweiten Januar-Hälfte und Anfang Februar, hatte ich kaum Anfragen nach Treffen. Ich habe ganze Tage einfach so vor mich hin getrödelt oder mich mit anderen Dingen beschäftigt, da auch in meinem anderen Job wenig los war.

Was soll ich sagen: für diese Woche musste ich mehr Anfragen ablehnen, als ich Dates vereinbaren konnte. Es gab einen Termin am Donnerstagnachmittag, für den ich vier Anfragen hatte!

Im Endeffekt ist die Anzahl meiner Dates jedoch trotzdem übersichtlich geblieben. Am Mittwoch wurde kurzfristig ganz Wilhelmsburg wegen einer Bombenräumung lahmgelegt; meine Wohnung lag zwar außerhalb des Sperrgebiets, aber das Verkehrschaos brachte auch hier alles zum Stillstand. Seit Mittwochabend begleitet uns außerdem der Sturm, der dazu führt, dass man besser zu Hause bleibt.

Von Sonntag bis Dienstag werde ich doch noch ein paar Tage wegfahren (in der Hoffnung, dass uns das Wetter nicht im Hotelzimmer einsperrt, sondern wir auch ein bisschen raus können). Nächste Woche ist dann auch schon ziemlich eng… Da freue ich mich fast darauf, wenn im März wieder Alltag einkehrt.

Moderne Medizin

In den letzten Tagen habe ich auf Netflix eine Krimi-Serie geschaut, die im viktorianischen London spielt. Der Ermittler in dieser Serie ist an Syphillis erkrankt – eine Krankheit, die zur damaligen Zeit noch nicht heilbar war. Er steht also vor einer Zukunft, in der die Krankheit das Nervensystem angreifen und ihn in den Wahnsinn treiben wird. „Behandelt“ wurde Syphillis damals mit Quecksilber – das, wie wir heute wissen, hochgiftig ist, und u.a. auch Halluzinationen hervorruft.

Ich habe vor vielen Jahren in der Schule mal ein Referat über Syphillis gehalten. Damals galt es als rückläufige Krankheit, die gut behandelt werden kann. Mittlerweile ist sie wieder auf dem Vormarsch, nicht nur in Dritte-Welt-Ländern, sondern auch in Deutschland (ebenso wie Tripper und andere Geschlechtskrankheiten).

Ich bin ein großer Fan von Naturheilkunde und alternativen Heilverfahren. In den letzten Jahren ist es den Querdenkern jedoch gelungen, einen Keil zwischen die sonannte Schulmedizin und die Heilpraktiker-Szene zu treiben. Der Graben wird immer größer; Anhänger der Schulmedizin lehnen alternative Ansätze häufig komplett ab, und Anhänger von Heilpraktikern lehnen die Schulmedizin ab und verrennen sich immer mehr in alternative Methoden, die mehr mit Esoterik als mit Medizin gemein haben.

Wenn ich wählen muss, stehe ich auf der Seite der Schulmedizin. Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie weit diese in den letzten 150 Jahren gekommen ist. Viele Krankheiten, die früher ein Todesurteil waren, sind heute heilbar oder können zumindest aufgehalten werden. Es ist erstaunlich, dass in knapp zwanzig Jahren wirksame Medikamente gegen AIDS entwickelt wurden, oder jetzt innerhalb von ein paar Monaten eine Impfung für Covid-19. Ich finde es schade, dass so vielen Menschen diese Leistung gar nicht mehr bewusst wird oder sogar abgetan wird. Viele Menschen gehen leichtfertig mit ihrer Gesundheit um – ohne sich bewusst zu machen, dass ihnen das nur möglich ist, weil unsere Medizin so weit entwickelt ist.

Gerade Syphillis war Anfang des 20. Jahrhunderts, vor der Entdeckung des Penicillins (und der danach folgenden Entwicklung anderer Antibiotika) eine ständige Bedrohung für Prostituierte und ihre Kunden. Kondome werden seit Mitte des 20. Jahrhunderts industriell gefertigt und problemlos erhältlich, und haben sich erst mit der AIDS-Pandemie der 80er Jahre durchgesetzt. Ich finde, diese Tatsachen sollte man sich häufiger mal bewusst machen und würdigen – und sogsamer mit der eigenen Gesundheitsvorsorge umgehen.

Ungewollte Werbung

Ein großes Problem als Sexarbeiterin ist, dass man sehr schnell die Kontrolle verliert, was im Internet mit Daten, Bildern etc geschieht. Ich habe schon mal über Berichte in Freierforen gelesen, die häufig grenzüberschreitend sind und im Schutz von Anonymität intime Details ausplaudern. Noch schlechtere Erfahrungen habe ich jedoch mit Werbeportalen gemacht.

Ich achte schon seit langer Zeit sehr genau darauf, auf welchen Seiten ich Anzeigen schalte, und lösche Anzeigen auch wieder, wenn die Seite oder die Reaktionen, die ich bekomme, nicht (mehr) zu meinem Stil passen. Das funktioniert aber nur, wenn ich auch weiß, wo diese Anzeigen stehen.

Leider ist es gerade bei neuen Seiten üblich, einfach die Daten und Fotos von anderen Seiten zu kopieren – meist ohne Wissen der Anbieterinnen. Eine Kollegin von mir ist damit mal in ernsthafte Schwierigkeiten gekommen, da sie mit einer Seite eine Exklusivvereinbarung hatte, die ihr dann wegen so einem Verhalten einer anderen Seite gekündigt wurde.

Häufig sind die übernommenen Daten veraltet. Kunden erreichen die Anbieterin dann überhaupt nicht mehr, oder aber sie verlassen sich auf Angaben (z.B. zu Service oder Preisen), die nicht mehr aktuell sind. Das führt auf beiden Seiten zu Irritationen, Mißverständnissen und Ärger.

Tip für Kunden: Wenn Ihr eine Seite mit Anzeigen besucht, achtet darauf, ob ein Datum angegeben ist, wann die Anzeige geschaltet wurde, wann die Anbieterin das letzte Mal online war etc. Schaut lieber nach einer Telefonnummer und verlasst Euch nicht auf ein seiteninternes Nachrichtensystem, diese Nachrichten laufen häufig ins Leere.

Ich verlasse mich in den letzten Jahren überwiegend auf kaufmich, und selbst dort gab es jetzt einen Zwischenfall: Ich fand mich in einem Magazin-Artikel mit dem Thema „10 Dominas aus Hamburg“ wieder. Eigentlich sollte ich mich über die Extra-Werbung freuen. Es ist aber so, dass ich mich selber nie als Domina bezeichnet habe, da ich keine natürliche Dominanz besitze. Außerdem habe ich kein Studio mehr zur Verfügung und spiele daher nur noch in Ausnahmefällen in diesem Bereich.

Positiv ist, dass ich kaufmich angeschrieben habe und sie sich sofort entschuldigt haben. Das habe ich schon anders erlebt; häufig bekomme ich auf solche Mails gar keine Antwort und es wird auch nichts geändert.

Die negativsten Erfahrungen bisher habe ich bei markt.de gemacht. Ich habe dort nie selber eine Anzeige geschaltet, da ich die Seite zu unübersichtlich finde. Ich bekam aber durchaus schon Anrufe, die sich auf eine Anzeige auf markt.de mit meiner Nummer bezogen – mit völlig falschen Angaben zu Service, Preisen etc.

An dieser Stelle könnte die Rotlicht-Szene deutlich mehr Seriosität gebrauchen!


Ein ähnlicher Text von mir ist „Werbeportale“ vom 24.10.21

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