Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Kategorie: Dies und das (Seite 9 von 13)

Geplauder aus meinem Alltag

Ignorierliste

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Im Moment haben eine ganze Menge Leute offensichtlich zu viel Zeit und gleichzeitig das (Mit-)Denken völlig eingestellt!

Ich bin eigentlich sehr sparsam, was die Verwendung der Ignorierfunktion angeht, und halte mich auch beim Nachrichtenaustausch für einigermaßen geduldig. Aber in der letzten Woche hat sich die Zahl der Männer auf meiner Ignorierliste verdreifacht, und ähnlich sieht es aus bei der „schwarzen Liste“ in meinem Telefon.

Eigentlich ist es doch ganz einfach: Ich mache ein Angebot für eine Dienstleistung, die man bei mir buchen kannt. Alle nötigen Informationen dazu sind in meinem Profil zu finden, und ich habe auch nichts dagegen wenn man mich anruft oder Nachrichten schreibt, um Fragen zu stellen.

Einzeilige Nachrichten a la „Date jetzt möglich?“ oder Spontan-Anfragen per Date-Manager machen hingegen nicht viel Sinn. Ich erkläre dann gerne, dass ich nicht durchgehend online bin, Termine grundsätzlich nur telefonisch vereinbare und außerdem so gut wie nie spontan verfügbar bin. Ich erkläre, wie ich mir eine Date-Vereinbarung vorstelle – einmal. Wenn dann noch wiederholte Male dieselbe unpassende Art von Anfrage kommt, blockiere ich denjenigen.

Einige sind weiter und rufen mich einfach direkt an – das finde ich toll! Aber wenn die Vorstellung eines Mannes von einem idealen Date nicht zu meinem Angebot passt, brauchen wir da nicht drüber diskutieren. Wenn ermeine Art Sexualität zu leben nicht mag, meine Preise zu hoch erscheinen, er nur spontan kann, usw., dann passt das einfach nicht. Nicht schlimm, es gibt mehrere tausend Frauen in Hamburg die Dates anbieten und man kann einfach nach einer suchen, die besser zu denVorstellungen passt. Ich halte mich nicht für unwiderstehlich und muss demnach mit niemandem darüber diskutieren, dass ich aber doch so sexy bin und warum es nicht nach seinen Vorstellungen laufen kann – das führt nur dazu, dass ich auflege und nicht mehr ans Telefon gehe.

Die dritte Möglichkeit, auf meiner Ignorierliste zu landen, sind jede Art von obszönen Anfragen. Ich stehe nicht auf Dirty Talk, und Nachrichten a la „Bock zu ficken?“, „Ich finde deinen dicken Arsch so geil!“ u.ä. turnen mich so ab, dass ich lieber auf weiteren Kontakt verzichte.

Solche Anfragen habe ich auch sonst immer wieder mal, aber in den letzten Wochen haben sie massiv zugenommen – obwohl doch eigentlich gar keine Termine möglich sind. Das sind wohl all die, die jetzt im Homeoffice sitzen und sich langweilen. Es gibt doch so viel schönere Arten, sich die Zeit zu vertreiben, als fremde Frauen im Internet zu ärgern!

Abschied von Glamoresse

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Am Sonntag den 15.3. habe ich mittags mein Zimmer bei Glamoresse ausgeräumt (den Studio-Appartement, wo ich die letzten 4 1/2 Jahre gearbeitet habe). Noch der Kollegin eine Nachricht geschrieben, dass ich ihr am nächsten Tag den Schlüssel vorbeibringe… Nun liegt der Schlüssel immer noch bei mir, da drei Stunden später die Nachricht kam, dass alle Bordelle wegen Corona bis mindestens 30.4. schließen müssen.

Trotz der momentanen Ausnahmesituation ist mein Alltag im Glamoresse gedanklich und gefühlsmäßig sehr schnell in die Vergangenheit gerutscht. Schon nach einer Woche ist es sehr weit weg und meine Gedanken daran eher ein bisschen melancholisch – und die Vorstellung, vielleicht dorthin zurückzugehen, erscheint mir ziemlich absurd.

Ich weiss noch nicht, wie geanu es weitergehen wird, da meine Pläne durch die aktuelle Situation natürlich etwas durcheinander gerüttelt wurden. Aber ich bin guter Hoffnung, dass sich für mich neue Wege öffnen werden – in der Sexarbeit und außerhalb.

Zeit für Neues

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Seit heute sind aufgrund der Corona-Krise alle Bordelle in Hamburg geschlossen. Ich plante jedoch schon seit einigen Wochen, mein Appartement-Zimmer bei Glamoresse aufzugeben. Über vier Jahre war ich dort, mit Höhen und Tiefen, und habe mich überwiegend sehr wohl gefühlt.

Doch nun ist Zeit für Neues. Ich mag die Belastung der hohen Kosten für das Appartement-Zimmer nicht mehr tragen, und ich möchte wieder eigene Wege gehen. Mein Ausflug in die Welt des Studio-BDSM war spannend, aber es unterscheidet sich doch zu sehr von der Art, wie ich BDSM und Erotik insgesamt lebe.

Update 2020

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


In den letzten Wochen habe ich keine Blog-Einträge geschrieben und auch Mails nur oberflächlich beantwortet. Bei mir war in den letzten Wochen einfach zu viel anderes zu tun: Ich hatte Mitte November angefangen, nach einer neuen Wohnung zu suchen, und bin am 4. Januar ziemlich plötzlich umgezogen.

Eine Freundin von mir ist zeitgleich umgezogen, hatte aber vorher mehrere Monate Zeit, den Umzug vorzubereiten – und ist demnach mittlerweile gut in ihrer neuen Wohnung angekommen. Bei mir herrscht immer noch ziemliches Chaos. Ich habe in der alten Wohnung einfach alles in Kisten geworfen und fange erst beim Auspacken an, die Dinge zu ordnen. Auch die ganzen Dinge wie Vorhänge, Lampen, Spiegel, Bilder etc. entwickeln sich erst nach und nach.

In den letzten Wochen waren die Dates im Appartement für mich eine willkommene Auszeit und Abwechslung. Ich habe überwiegend Stammgäste getroffen und die vertraute Erotik dabei sehr genossen. Jetzt freue ich mich auch wieder auf neue Begegnungen; diese gestalten sich jedoch im Moment häufig schwierig und ich bin arg genervt von dem ständigen Anspruch an „Sofortness“ – ein altes Thema, das wohl nie zur Ruhe kommt…

Jahresendspurt

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Jetzt liegt der November auch schon hinter uns und wir nähern uns mit großen Schritten Weihnachten und dem Ende des Jahres. November ist bei mir immer ein ziemlich voller Monat, mit vielen privaten Terminen, und dieses Jahr habe ich Ende des Monats auch noch gekränkelt und hatte eine Woche, in der ich eigentlich gar nicht die nötige Ruhe und Kraft hatte, um groß Paysex-Treffen zu machen.

Auch sowas muss mal sein, und so freue ich mich jetzt auf den Dezember, in dem es hoffentlich wieder etwas ruhiger ist und ich auch Zeit für die schönen Dinge des Lebens finde. Weihnachtsstress mache ich mir schon seit vielen Jahren nicht mehr. Ich bin nicht der Typ für große Geschenke, erwarte ich von niemandem und mache ich auch nicht. Nur eine Hand voll Menschen, die mir sehr nahe stehen, bekommen Geschenke zu Weihnachten, und da fällt mir dann auch die Auswahl nicht schwer. So bleibt dann im Dezember auch Zeit für Bummel über den Weihnachtsmarkt, oder um einfach gemütlich drinnen zu bleiben (gerade wenn das Wetter so schlecht ist wie im Moment).

Am 15. Dezember habe ich eine vorgezogene Weihnachtsfeier mit erweiterter Familie, und den 24. und 25. werde ich bei meinen Eltern verbringen. Ansonsten bin ich zu Hause, auch zwischen den Tagen, und werde mir Zeit für mich nehmen – und gerne auch für heiße Dates.

Herbstanfang

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Jetzt ist es Herbst und das letzte Quartal dieses Jahres beginnt. Ich mag den Herbst. Für mich ist es die Zeit, in der es draußen am schönsten ist; nicht mehr zu warm, aber angenehm um mit dem Fahrrad unterwegs zu sein oder sich bei einem Spaziergang den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Diese Woche mache ich noch einmal Urlaub genieße den Meerwind bei langen Strandspaziergängen, das Fallen der Blätter im Wald und anschließend Kaffee und Kuchen in einem kleinen Cafe. Zu Hause bricht währenddessen das Chaos aus… darum werde ich mich nächste Woche wieder kümmern.

Die letzten beiden Monate sollten für mich eigentlich eine Zeit der Evaluation sein, aber ehrlich gesagt habe ich einfach den Sommer genossen und mich treiben lassen. Das fühlte sich gut an… Jetzt werde ich im Herbst die wartenden Dinge abarbeiten und mich ansonsten auch weiterhin auf meinen Alltag konzentrieren.

Im Appartement wird es gerade wieder etwas trubeliger. Ich habe zwei neue Kolleginnen, eine fest, eine als Terminfrau. Auch bei mir ist wieder mehr los und ich genieße aufregende Treffen mit Stammkunden und auch mit Männern, die ich bei kennenlernen darf.

Ich mag mein Leben!

Die Einsamkeit des Sommers

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Hier in Hamburg haben vor zwei Wochen die Ferien begonnen, und auch in meinem Bekanntenkreis ist Urlaubszeit. Im Appartement ist es von einer Woche auf die andere ruhig geworden, und ich überlege jeden Tag, ob ich überhaupt reinfahre oder lieber zu Hause auf Anrufe warte.

Der Sommer ist eine ruhige Zeit, in der ich häufig gegen die Apathie ankämpfe. Es gibt nicht viel zu tun; mein Telefon schellt weniger und auch private Unternehmungen nehmen ab. Ich weiß nie, wer gerade überhaupt noch da ist oder doch in Urlaub.

Manchmal fühlt sich der Sommer einsam an. Obwohl eigentlich alles wie immer ist, fühle ich mich wie rausgefallen aus meinem Alltag, in eine leere Zeit. Dann freue ich mich darauf, wenn das Leben im September oder Oktober wieder Fahrt aufnimmt, wieder mehr zu tun ist, im Alltag und auch darüber hinaus.

Sommersonnenwende

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Die Nacht von 21. Juni ist die Sommersonnenwende, also der längste Tag des Jahres. Bin jetzt an wird es wieder früher dunkler abends, jeden Tag ein bisschen.

Für mich fühlt sich dieses Wissen komisch an, denn eigentlich fängt der Sommer ja erst an. Jetzt kommen die langen Monate zum auf der Terasse sitzen, in See schwimmen, faule Nachmittage im Liegestuhl…

Im Appartement lasse ich jetzt hin und wieder die Fenster auf und genieße den sanften Wind auf meiner Haut, der mich so ganz anders streichelt als es sonst Männerhände tun.

Auch meine Gäste sind entspannter, erzählen vom Sommerurlaub und genießen mit mir zärtliche Stunden, die Geilheit von der Hitze zu fließender Lust gedämpft.

Geschichte: Wollust

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Ich liebte die Treffen mit ihm. Er war gut zwanzig Jahre älter als ich, ein sympathischer Typ, aber nach klassischen Maßstäben nur mäßig attraktiv, mit Bauch und zurückweichenden grauen Haaren. Es war die entspannte Art, mit der er mit sich selbst und auch mit mir umging, die mich für ihn einnahm.

Er bewunderte meinen Körper, und es schienen genau die kleinen Makel zu sein, die ihn faszinierten. Er legte seine Hände auf meinen kleinen Bauch und strich über die Röllchen an meiner Taille. Er sprach von meiner hellen Haut und genoss meinen ausladenden Hintern.

Ich mochte, wie sich mein Körper an seinem anfühlte. Wenn ich ihn ritt, die Hände auf seine Brust gestützt, den Kopf lustvoll in den Nacken gelegt. Wenn er mich von hinten nahm, seine Hände auf meinen Hüften bewegten mich vor und zurück.

Am meisten aber genoss ich es, unter ihm zu liegen und mich lustvoll zu winden. Unser Sex hatte kein anderes Ziel als den Genuss des anderen. Kein Druck, keine Geilheit, nur wollüstiges Winden und Stöhnen, leichte Bewegungen, ein gegenseitiges Necken, die ständig neue Suche nach dem Punkt an dem es sich ach so gut anfühlte.

Danach lagen wir entspannt nebeneinander, sprachen über dies und das und betrachteten Urlaubsbilder auf unseren Handys. Wie ich diese kleinen Alltagsfluchten genoss!


Geschichten unterliegen meinem Copyright und dürfen nicht kopiert und/ oder an anderer Stelle im Internet veröffentlicht werden!

Ausflug in die Vergangenheit

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Plauderblog – ich erzähle mal wieder einfach ein paar Nichtigkeiten aus meinem Leben.

Ich hatte gerade drei Tage frei, die ich in meiner alten Heimat verbracht habe. Erst habe ich meine Mutter besucht. Das ist zwar wichtig und auch schön, aber leider auch sehr anstrengend. Danach war ich bei einem Ex-Freund. Wir sind seit über zehn Jahren nicht mehr zusammen, aber immer noch gut befreundet. Wir sehen uns zwar nur eine handvoll Mal im Jahr, aber telefonieren mehrmals die Woche.

Früher haben wir zusammen im Tanzsportverein getanzt. Jetzt tanzen wir beide nicht mehr, außer zwei Mal im Jahr zusammen: beim Ball im November und beim Tanz in den Mai. Ich freue mich jedes Mal darüber, wie gut es noch klappt! Gleichzeitig ist es aber auch wie ein Ausflug in die Vergangenheit, zu meinem Leben wie es vor 15 Jahren war.

Ich habe mich sehr verändert in dieser Zeit. Ich bin mehr ich selbst geworden und stehe jetzt deutlich zu dem, wer und was ich bin, und dazu was ich will und was nicht. Manchmal führt das zu Irritationen mit Leuten, die mich schon lange kennen und ein eher festgefahrenes Bild von mir haben. Ich arbeite noch daran, mich da deutlich zeigen und ausdrücken zu können – wobei das ja eigentlich immer wichtig ist, auch bei Menschen die mich gerade erst kennengelernt haben.

Jetzt bin ich zurück in Hamburg in meinem Alltags-Leben, habe schon einige meiner Stammkunden getroffen und Zeit mit Alltags-Dingen verbracht. Das Leben wird vorwärts gelebt, der Blick zurück lenkt häufig eher ab von dem was wichtig ist.

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