Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Kategorie: Dies und das (Seite 8 von 13)

Geplauder aus meinem Alltag

Frühlingshoffnung

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Ich habe jetzt seit drei Wochen keinen Blog mehr geschrieben. Mir fällt einfach nicht so richtig was ein. Was schreibe ich hier aus kaufmich, wenn Prostitution verboten ist und wohl auch noch lange bleiben wird? Buchbesprechungen, Filmrezessionen, ein paar allgemeine Gedanken… viel lieber würde ich wieder über reale Erlebnisse berichten.

Vor kurzem hat einer meiner Stammkunden zu mir gesagt, dass ich sehr viel ruhiger wirke als früher, und hat gefragt ob ich überhaupt noch länger Sexarbeit machen werde. Ehrlich gesagt hab ich im Moment keine Ahnung, wie es für mich beruflich weitergehen wird. Nicht nur die Sexarbeit, auch meine anderen Arbeitsbereiche sind durch den Lockdown arg durchgerüttelt worden.

Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt in absehbarer Zeit wieder so etwas wie Normalität geben wird. Oder werden die ganzen Maßnahmen doch irgendwann normal? An Masken im Bus kann man sich vielleicht gewöhnen. Masken beim Sex kann ich mir nicht so richtig vorstellen.

Noch habe ich Hoffnung, dass mit Tests und Impfungen vielleicht ab Ostern wieder etwas Normalität einkehrt. Zumindest mal wieder irgendwo einen Kaffee trinken gehen oder abends in ein Restaurant…

Blues

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Es ist schon eine Weile her, dass ich einen persönlichen Blog geschrieben habe darüber, wie es mir geht und was ich so mache. Tja, es ist mitten im Winter, und die Corona-Lockdown-Situation ist auch nicht besser geworden.

Letztes Wochenende hat es geschneit und selbst hier in Hamburg hat es malerische weiße Bilder gegeben. Ich bin trotz der Kälte viel draußen, um den Kopf frei zu bekommen. Viel machen kann man ja nicht im Moment, also gehe ich spazieren oder bin zu Hause.

Manchmal frage ich mich, wie ich nach dem Lockdown in ein aktives Leben zurückfinden soll. Im Moment ist mein Alltag so runtergefahren, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, nicht mehr auszuschlafen und Serien zu gucken, sondern stattdessen meine Tage mit Arbeit, Sport und Freunden zu füllen.

Einfach Nein

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Vor kurzem beschrieb eine Sexarbeiterin in einem Blog hier, dass sie schon im Vorfeld bei der Terminvereinbarung „kein gutes Gefühl hatte“. Dieses Gefühl kennt wohl jede Frau, nicht nur als Sexarbeiterin, sondern auch aus dem privaten Bereich. Manchmal gibt es keinen Grund, ein Date abzulehnen, sondern einfach nur „kein gutes Gefühl“.

Ich überlege, ob es typisch weibliches Verhalten ist oder ob die Gesellschaft es jedem antrainiert hat, dass es den meisten Menschen schwer fällt, einfach Nein zu sagen ohne eine Begründung. Einfach sagen: „Ich will das nicht.“ „Ich habe mich dagegen entschieden.“ Häufig habe ich erlebt, dass dann nach einer Begründung gefragt wurde und rumdiskutiert.

Das letzte Jahr hat viele Veränderungen und Unsicherheiten gebracht. Die rechtlichen Unsicherheiten des Lockdowns und die reale gesundheitliche Gefahr durch Corona und andere Krankheiten… Es fällt mir schwer, mich sicher zu fühlen. Daher lehne ich fast alle Termine ab, die nicht Stammkunden sind oder mir von Anfang an ein gutes Gefühl geben. Auf Dauer ist das wohl keine Lösung, um hier aktiv zu sein. Aber wer weiß, wann der Lockdown überhaupt vorbei sein wird – und was dann von der Welt, wie wir sie kannten, noch übrig ist.

Resignation

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Die letzten Jahre habe ich um diese Zeit einen Blog geschrieben, in dem ich meinen Gästen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr gewünscht habe und auf ein positives Jahr zurückgesehen habe. Dieses Jahr fällt mir da gar nichts zu ein.

Sexarbeit ist schon seit dem 1. November wieder verboten (wie es den Großteil des Jahres war) und seit dem 16. Dezember sind wir im harten Lockdown, auf unbestimmte Zeit. Ich glaube nicht mehr an solche Maßnahmen, denn viel zu viele Menschen nehmen sie nicht mehr ernst. Viele wissen gar nicht, welche Regeln überhaupt gelten, und haben auch kein Interesse daran, sich zu informieren, sondern sie dehnen einfach die Regeln so weit wie möglich oder ignorieren sie ganz.

Wenn ich die Bilder von überfüllten Fußgängerzonen Anfang Dezember sehe oder überlege, wie viele Anfragen ich immer noch jede Woche kriege oder meinen Nachbarn bei ihren Partys zuhöre, dann bleibt mir nur noch Resignation angesichts von so viel Egoismus und Rücksichtslosigkeit.

(Kein) Neustart

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Seit dem 15. September ist Prostitution in Hamburg wieder erlaubt. Trotzdem habe ich in den letzten zwei Wochen nur sehr wenige Dates gehabt.

Die Auflagen verunsichern nicht nur mich, sondern auch die Kunden. Die Maske ist ein Hindernis, und die Kontaktlisten schrecken viele ab.

Letzte Woche war ich kurz in dem Appartement, in dem ich bis März gearbeitet habe, meinen Schlüssel abgeben und mit den Kolleginnen Kaffee trinken. Es war nett, und auch entspannt – dort sind die Auflagen gut geregelt, nicht zu abschreckend organisiert und jederzeit einsehbar. Trotzdem zieht es mich nicht dorthin zurück.

Urlaub 2020

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Zum Glück hatte ich dieses Jahr meinen Urlaub nicht längerfristig geplant, da ich Anfang des Jahres zu sehr mit meinem Umzug beschäftigt war. Normalerweise fahre ich immer über meinen Geburtstag im Februar ein paar Tage weg, aber dieses Jahr hat es nicht geklappt, da war ich nur einen Tag in der Therme. Und dann kam Corona und das Thema Urlaub rückte ganz weit in den Hintergrund.

Ein wenig hat sich die Lockdown-Zeit um Ostern wie Urlaub angefühlt, da man einfach nichts machen konnte. Ich war viel zu Hause, habe gelesen und geschrieben, oder bin mit dem Fahrrad durch die Gegend gefahren. Später haben dann viele Menschen versucht, noch irgendwie irgendwo Urlaub zu buchen, zur Not halt in Deutschland, so dass hier viele Orte total überfüllt waren/ sind. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich eigentlich für dieses Jahr von dem Thema Urlaub verabschiedet.

Nun habe ich mich aber kurzfristig entschlossen, für ein paar Tage einen guten Freund in der Nähe von Dresden zu besuchen. Sonntag geht es los. Es wird nichts Wildes; er ist im Homeoffice, muss also tagsüber arbeiten, und ich werde in der Zeit zwischen Terrasse und Badesee hin und her pendeln. Abends können wir dann in die Stadt fahren, oder vielleicht am frühen Abend noch eine kleine Wanderung machen, bevor es dunkel wird.

Für Anfang Oktober habe ich noch eine Woche Urlaub gebucht, da fahre ich an die Nordsee zum Reiten. Eine Woche nur mit Pferden, wahrscheinlich werde ich außer zu Ausritten gar nicht vom Hof runterkommen. Auch das ist ein toller Rückzug und für mich eine Möglichkeit, den Kopf freizubekommen von all den Dingen, die mich zu Hause selbst dann beschäftigen wenn ich eigentlich frei habe.

Nächstes Jahr habe ich für um meinen Geburtstag rum zwei Wochen Urlaub eingeplant. Wir hatten geplant, da nach Ägypten zu fliegen – aber ich bin nicht sicher, ob das dann schon wieder möglich sein wird. Wir leben in einer Zeit, in der man nur auf Sicht planen kann und lernen muss, Ungewissheiten auszuhalten.

Copycat

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Letzten Montag bekam ich mittags eine Nachricht von einer anderen Escort: ob mit aufgefallen ist, dass eine andere Frau meinen Blog kopiert hat? Ich folgte ihren Hinweisen und landete auf einem Profil, dass noch keine Woche alt war – und das als ersten Blog-Eintrag meinen vorletzten Blog „P-Größe und P-Bilder“ kopiert hatte.

Im ersten Moment hab ich da eher drüber gelacht: Wie dumm ist es, einen so aktuellen Blog zu kopieren, den viele noch im Kopf haben? Mein Profil enthält mittlerweile unzählige Blogs aus fünf Jahren; wenn sie irgendeinen alten Beitrag genommen hätte, wäre es wahrscheinlich nicht mal mir aufgefallen. Und dann der Text selber: Dieser Blog bezieht sich direkt zu Beginn auf den vorhergegangenen Beitrag, und im letzten Absatz klar auf meine Beschreibung im Profil. So aus dem Zusammenhang gerissen, machte der Text so wenig Sinn, dass der Betrug augenfällig war.

Unter dieser Kopie sammelten sich dann auch innerhalb von kurzer Zeit mehrere Kommentare, die den Betrug ansprachen. Ich habe einen eher ironischen Kommentar geschrieben: „Schön, dass dir mein Text so sehr gefällt, dass du ihn kopiert hast. Vielleicht solltest du noch einen Link zu meinem Blog und Profil setzen, denn so aus dem Zusammenhang gerissen ergibt er nicht viel Sinn.“

Als alle kritischen Kommentare gelöscht wurden, stieg in mir doch Wut auf ob solcher Dreistigkeit, und ich meldete den kopierten Text an den Kaufmich-Support. Die haben ihn dann innerhalb von einer halben Stunden gelöscht. An dieser Stelle DANKE an den Support und auch an die Community, aus der mich gleich mehrere Hinweise erreichten.

Generell sind kopierte Texte ein schwieriges Thema. Auch ich lasse mich gerne von den Beiträgen anderer inspirieren – allerdings zu eigenen Gedanken, nicht zu einer wortwörtlichen Übernahme der Texte anderer. Bei Profiltexten regt es mich sehr auf, wenn meinen Formulierungen geklaut werden; es ist schließlich meine Beschreibung von mir, wie kann die auf jemanden anders zutreffen?! Bei Blogs und Geschichten sehe ich das etwas lockerer, aber auch da ärgert es mich. Ich stecke schließlich Zeit und Arbeit hinein, und die Anerkennung dafür überlasse ich dann ungern anderen.

Kaufmich als Community

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Seit dem 15. März herrscht so gut wie überall in Deutschlang ein Corona-bedingtes Prostitutionsverbot. Dadurch ist der Sinn dieser Seite eigentlich hinfällig. (Ich habe kein Angebot für Chats oder Webcam oder Fotos/Video-Verkauf, und würde mir dafür wohl auch eher eine dafür ausgelegte Seite suchen.)

Trotzdem bin ich im Moment fast häufiger hier als sonst. Mein Alltag ist ruhiger und ich habe Zeit zum Nachdenken und zum Schreiben. Ich schreibe Blogs, die nicht auf indirekte Werbung abzielen, sondern sich eher mit allgemeinen Themen beschäftigen. Und ich bekomme Mails, nicht nur von Stammgästen, die in Kontakt bleiben wollen, sondern auch von Männern aus anderen Teilen von Deutschland, die ich wohl nie treffen werde, mit denen sich aber ein schöner Austausch ergibt.

Ich mag diesen Community-Charakter von Kaufmich, der gerade für mich mehr in den Vordergrund tritt. Ich würde mir vielleicht sogar einen Forums-Bereich wünschen, nicht nur für Escorts, sondern auch für den Austausch von Escorts und Kunden untereinander. Im Moment passiert das ansatzweise unter den Blogs einzelner Frauen oder in den Artikelkommentaren im Magazin, aber das finde ich keinen schönen Rahmen dafür.

Kaufmich ist im Moment für mich ein Schutzraum und eine Zuflucht in einer Zeit, in der Sexarbeit in der Gesellschaft wieder mehr ins Abseits gedrängt wird.

Nachlassende Disziplin

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


KM hat gerade per Mail daran erinnert, „sich bitte an die bestehenden Corona-Regelungen deiner Region“ zu halten. Nun, Prostitution ist immer noch überall verboten, und auch eventuelle Graubereiche sind sehr dunkelgrau (und damit riskant).

Auf der anderen Seite wird hier sehr selbstverständlich damit umgegangen, dass einige Frauen weiterhin Dates anbieten. Das steht teilweise so im Profil oder im Blog. Mir wäre das ja zu riskant – Corona-Strafen sind sehr teuer, Verstösse gegen das Prostitutionsverbot sind mit 25.000 Euro gelistet. Das sollte zu etwas mehr Diskretion mahnen…

Aber nicht nur hier, sondern auch im Alltag und auf der Straße lässt die Disziplin, die Corona-Maßnahmen einzuhalten, stark nach – und auch die Kontrollen sind deutlich weniger geworden. Die Lockerungen sind in den Augen vieler Menschen sehr willkürlich und von Lobbyismus geprägt – welchen Sinn macht es dann noch, sich daran zu halten?

Hier in Hamburg sind die Zahlen so gering, dass sich keum jemand Gedanken um eine Covid19-Infektion machen muss. Andererseits zeigt sich gerade in NRW, wie schnell die Zahlen wieder nach oben schnellen können – und damit nach Quarantäne und einem neuen Lockdown schreien.

Ich finde es spannend, darüber nachzudenken, warum sich Menschen überhaupt an die Corona-Maßnahmen halten. Ist es wirklich Angst vor dem Virus, oder nicht doch in den meisten Fällen die Angst vor Strafen?

Dreamdolls

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Vor kurzem habe ich zum ersten Mal eine Sexpuppe live gesehen. Nicht so eine von den aufblasbaren Gummi-Teilen aus dem Sexshop, sondern eine hochwertige, in einem Puppen-Bordell. Voll-Silikon über einem Stahl-Skelett, alle Details sind ausgearbeitet – im Gesicht und auch an anderen Stellen.

Ich finde, dass sich diese Puppen erstaunlich echt anfühlen und die Gesichter ziemlich real wirken. Bei mir wecken sie den Spieltrieb, so wie als Kind – anziehen, waschen, mit ihnen sprechen… Sex? Irgendwie erotisch sind sie schon…

Um mit so einer Puppe Sex zu haben, muss man sich wohl ziemlich in den eigenen Fantasien verlieren können – so sehr, dass jede Reaktion des Gegenübers eher störend wäre. Oder man nutzt so eine Puppe für den Quicki zwischendurch, wenn man sich nicht auf jemanden anders einstellen und Rücksicht nehmen will.

Jetzt in Corona-Zeiten sind Puppen eine hygienische Alternative. Noch sind reale Dates ja verboten, und werden es wohl auch noch eine Weile bleiben. Da kommt der ein oder andere vielleicht auf die Idee, eine solche Puppe als Alternative zu Selbstbefriedigung und Online-Sex zu nutzen. (Das ist übrigens völlig legal, ein Puppen-Bordell ist nämlich offiziell keine Prostitutionsstätte, sondern eine Vermietung.)

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