Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Autor: Tina (Seite 31 von 57)

Sexarbeit und Hauptberuf

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Ursprünglich war kaufmich mal eine Plattform für Hobbyhuren, also Frauen die nur ab und zu nebenbei ein Date machen. Mittlerweile tummeln sich hier alle Arten von Sexarbeiterinnen, sehr viele hauptberuflich. Kaufmich zollt dem Rechnung indem jetzt angekreuzt werden kann, welcher Sparte man sich zugehörig fühlt. (Ich fühle mich in keiner richtig heimisch, oder in vielen so halb.) Außerdem kann der Hauptberuf neuerdings im Profil angegeben werden. 

Macht das Sinn? Wozu soll es gut sein? 

Es gibt bestimmt Männer, die Rollenspiel-Phantasien haben von der sexy Krankenschwester oder strengen Lehrerin. Die sind aber wohl bei einer Rollenspiel-Expertin besser aufgehoben als bei einer Frau, die wirklich in diesem Beruf arbeitet. Klischees und Phantasien haben mit der Realität da meist wenig zu tun, und die Frau ist vielleicht ganz anders als es das Kopfkino verspricht. 

Ansonsten fallen mir keine Gründe ein, warum es für einen Kunden wichtig wäre, den Hauptberuf der Hobbyhure zu wissen. Arbeitszeiten? Das lässt sich nur selten aus der Berufsbezeichnung ablesen, und auch nicht wie viel Zeit jemand hat (Vollzeit, Teilzeit, Selbständig, Schichtdienst…). 

Ich mache kein Geheimnis aus meinen anderen Tätigkeiten, aber vieles davon ist zu komplex und zu sehr in Bewegung, als dass es für Kunden wirklich Sinn ergibt. Ich kann auch Frauen gut verstehen, die lieber Wert auf Diskretion legen und nicht über ihren Hauptberuf (oder andere Teile ihres Lebens) reden wollen. 

Corona-Impfung

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Gestern bin ich zum ersten Mal gegen Covid-19 geimpft worden. Ende August bin ich dann vollständig geimpft. Hoffentlich fühle ich mich dann sicherer und das Leben ist wieder mehr auf dem Weg Richtung Normalität. 

In den letzten Wochen, seit Sexarbeit wieder erlaubt ist, habe ich deutlich weniger Männer getroffen als vor Corona. Ich habe regelmäßig Tests gemacht und das Thema Test/ Impfung/ Kontakte war bei fast jedem Vorgespräch wichtig. Ich habe keine wirkliche Angst vor einer Corona-Infektion bei mir; ich bin jung genug und gesund, so dass ich höchstwahrscheinlich keinen schweren Verlauf hätte. Aber ich hatte Angst, meine Kunden zu gefährden. 

Sexarbeiterinnen haben leider keine Priorität bei den Impfungen bekommen. Der Verein Hydra in Berlin hat eine Sonderimpfaktion für Sexarbeiterinnen gehabt, was ich toll und wichtig finde. Alle anderen müssen sich über Ärzte oder Impfzentren um einen Termin bemühen. Ich frage mich, wie viele das Thema wichtig nehmen und sich impfen lassen… 

Emotionaler Ausbruch

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


„Danke für zwei ruinierte Tage, Ar*******!“

Wie es dazu kam: Schon am Sonntag hatte mir jemand kurzfristig einen Termin abgesagt. Ärgerlich, aber so war der Tag frei – auch wenn es für Verabredungen mit Freunden o.ä. zu spät war. Montagmorgen dann gleich die nächste Absage, für einen Termin am Abend – natürlich ausgerechnet ein Termin, für den ich die ganze Tagesplanung über den Haufen geworfen hatte. Der Termin wurde verschoben auf Mittwochabend, und ich brachte schon da deutlich zum Ausdruck, dass ich Wert auf Zuverlässigkeit lege und den Termin nicht annehme, wenn er nicht sicher ist.

Termin um 18:00. Nachricht um 17:56: „Verkehrschaos, wird 18:30“. Um 18:15 dann: „Sperrung am Berliner Tor, ich komme nicht zu dir, breche den Kontakt jetzt hier ab, soll halt nicht sein.“ Das hat dann meine obige Reaktion provoziert. Ganz ehrlich: Von Erwachsenen erwarte ich, dass sie ihre Zeitplanung im Griff haben. Und wer mit einem Auto in der Stadt unterwegs ist, muss sich auf längere Fahrzeiten einstellen und Puffer einbauen, gerade im Feierabendverkehr und am ersten Ferientag.

In seinen Augen bin ich jetzt die Böse, weil man niemanden beleidigen darf. In einer Beziehung nennt man ein solches Verhalten „Gaslighting“ – den eigenen Fehler überspielen, indem man dem anderen seine berechtigte Reaktion übelnimmt.

Ich mach jetzt den Rest der Woche keine Dates mehr, hab erst mal genug. 

Bildband: „Sex-Workers“

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Sexarbeit wird von den meisten Menschen immer noch als Nischenthema betrachtet, und so führen viele Bücher und Filme über dieses Thema eher ein Randdasein. So ergeht es auch dem Bildband, der vor kurzem bei mir angekommen ist – völlig zu Unrecht! 

Der Fotograf Tim Oehler hat einen großformatigen BIldband erstellt mit Fotos von Sexarbeiter*innen. Mit dem Untertitel „Das ganz normale Leben“ und dem Motto „Urteile nicht über ein Leben, das du nicht selbst gelebt hast.“ zeigt er Sexarbeiter*innen sowohl bei ihrer Arbeit als auch in ihrem Privatleben. Unterstützt wird das ganze von kurzen Statements der Sexarbeiter*innen über ihre Arbeit und ihr Selbstbild. 

Leider ist der Bildband mit 69 Euro ziemlich teuer. Das ist er aber bei der hochwertigen Ausführung und der Qualität der Bilder definitiv wert. 

Sommerhitze

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Für einige Menschen in Deutschland, gerade hier im Norden, ist die Hitze der letzten Tage unangenehm und sie jammern, dass man „es nicht aushalten könne“. Doch die Hitze hat auch schöne Seiten: Man sieht viele leichtbekleidete Menschen, was gerade Männer anregend finden. Sex-Dates muss man bei der Hitze nicht unbedingt absagen. 

So kann man ein Sex-Date bei Sommerhitze gut mit einer kühlen Dusche zu zweit beginnen. Das wäscht den Schweiß von der Haut, gibt neue Energie und ist zugleich ein sinnliches Prickeln, das auf kommendes einstellt. 

Glitschige Spiele können sehr anregend sein! Im Sommer gebe ich Massagen statt mit Öl gerne mit kühlendem Gel (z.B. Aloe Vera), und schön wird der Körperkontakt wieder sexy und aufregend. 

Und hinterher verschwitzt und erschöpft nebeneinander zu liegen, eine leichte Brise auf der Haut zu spüren und noch in den Sommerabend hineinzuträumen – ist das nicht das schönste am Sommer?!

Nähe genießen

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Die Corona-Pandemie scheint wirklich abzuflauen, und auch die Angst der Menschen sinkt. Viele sind nach den langen Monaten ausgehungert nach Berührungen und Nähe. Eine gewisse Vorsicht ist immer noch geboten, und doch nimmt das Leben langsam wieder Fahrt auf. 

Diese Woche genieße ich wie die meisten Menschen die Sonne und das Leben draußen. Gleichzeitig freue ich mich über Treffen mit bekannten und neuen Kunden. Ausgiebige Berührungen, Kuscheln, Sex, Nähe genießen – das alles hat uns so lange gefehlt und will jetzt ausgiebig erlebt und gewürdigt werden. 

Überhaupt hat für viele Kunden Paysex nicht nur mit sexuellen Bedürfnissen zu tun, sondern auch mit dem Wunsch nach Nähe und Berührungen. Gerade für Männer sind diese Dinge häufig nur schwer voneinander zu trennen – und warum sollte man auch? Ich freue mich, wenn die Grenzen fließend sind und es ein rundum schönes Erlebnis wird, nach dem man entspannt und genährt zurück in den Alltag geht. 

Profilgestaltung

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Seit der Layout-Überarbeitung von kaufmich sind die Profile deutlich kürzer, vor allem die Texte. Mir stellt sich die Frage, wieviel Text/ Informationen in einem Profil nötig ist, um ein klares Bild von Frau und Angebot zu zeichnen. Auf der anderen Seite erleben es fast alle Frauen immer wieder, dass Profile nicht gelesen werden, sondern erst bei oder nach der Terminabsprache nach Details, Service, Preise etc. gefragt wird. 

Demnach könnte ich mir die Arbeit sparen, einen prägnanten Text zu schreiben, und mich auf nette Bilder und „Ruf mich an!“ beschränken. Ich denke nicht, dass das funktionieren würde. Die Kunst liegt also darin, die Mitte zu finden. Der Text darf nicht zu lang sein, sonst wird er von Anfang an nicht gelesen. Andererseits sollte er so viel wie möglich an relevanten Informationen enthalten und ein Bild davon zeichen, wie die Frau im Umgang und beim Sex ist. 

Wer meinen Profiltext liest, dem fällt vielleicht auf, dass ich auch Informationen wiederhole, die an anderer Stelle im Profil zu finden sind (Ort, Preise, Treffpunkte). Meiner Erfahrung nach finden viele sich auf kaufmich nicht gut genug zurecht und fragen diese Daten dann im Kontakt ab. Ich finde, dass diese Informationen am wichtigsten sind, denn häufig sind sie die Hauptentscheidungskriterien für oder gegen ein Date. 

Ende der Corona-Sperre

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Im letzten Jahr war Prostitution in Hamburg den ganzen Sommer über verboten, obwohl in vielen anderen Bereichen die Corona-Auflagen gelockert worden waren. Erst am 15. September wurde Prostitution wieder erlaubt – um dann am 1. November mit Beginn des 2. Lockdowns sofort wieder verboten zu werden. 

Dieses Jahr hatten viele Betroffene Befürchtungen, dass es wieder so laufen würde. Insgesamt war die Hamburger Bürgerschaft eher vorsichtig mit Lockerungen, und noch vor zwei Wochen wurde angekündigt, dass Prostitution mit zu dem letzten zählt, das wieder erlaubt sein würde. 

Jetzt geht es plötzlich doch schnell. Alle paar Tage gibt es neue Lockerungen, und ab dem 12. Juni wird Postitution in Hamburg wieder erlaubt sein. Die Details stehen noch nicht fest. Ich freue mich jedoch schon jetzt auf viele neue Begegnungen und aufregende Stunden! 

Plötzlich Sommer

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Nach dem verregneten Mai ist jetzt im Juni plötzlich der Sommer da! Passend dazu kommt es überall zu Lockerungen. In Hamburg sind wir noch sehr vorsichtig, aber auch hier darf man langsam wieder raus und Dinge unternehmen. 

Ich habe in den letzten Tagen die Sonne genoßen und war gestern sogar zum ersten Mal seit langem wieder in der Hamburger Innenstadt, ein wenig bummeln und dann Essen bei meinem Lieblings-Asiaten. So schön! Es fühlt sich wieder nach Leben an, nach der langen Zeit des Abwartens. 

Mein Ende der Geduld

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Immer weider lese ich von älteren Frauen die Aussage, dass sie sich bestimmte Dinge nicht mehr antun, und ich stelle fest, dass es auch mir so geht. 

Jahrelang habe ich mir bei jeder Anfrage Sorgen gemacht, ob ich genug Termine bekomme um meine Rechnungen zu bezahlen. Dementsprechend habe ich mich behandeln lassen: kurzfristige Terminanfragen, ewiges Hin und Her, Terminverschiebungen, Nachverhandeln vor dem Termin – alles egal, hauptsache ich verliere den Kunden nicht. 

Ich bin jetzt seit über fünfzehn Jahren selbständig und in diesen Zeiten wechseln sich fortwährend Phasen, in denen es sehr gut läuft, ab mit Phasen, in denen es finanziell etwas enger wird. Aber ich habe bis jetzt nie Schulden oder ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten gehabt. 

Mittlerweile lasse ich mir deutlich weniger gefallen. Ich vereinbare keine kurzfristigen Termine mehr, und wenn jemand schon bei der Terminvereinbarung unzuverlässig ist, verzichte ich auf den Termin. Die Unruhe, die ein solches Verhalten von Kunden in meinen Alltag bringt, ist mir den Gewinn nicht mehr wert. 

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