Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Autor: Tina (Seite 37 von 57)

Film: Haus der Sünde

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Einer meiner Lieblingsfilme über Prostitution ist „Haus der Sünde“ (2012, Regie: Bertrand Bonelle, Originalsprache Französisch). Der Film erzählt in wunderschönen Bildern von den letzten Monaten des Pariser Edelbordells „L’Appolonide“, bevor es zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschlossen wurde.

Es wird der Alltag der Mädchen gezeigt, eine Reihe wunderschöner junger Frauen in Kleidern, Korsetts und MakeUp, gegen die ein moderner Saunaclub einfach nur billig und vulgär wirkt. Dazu Partys, Spiele und Champagner. Aber unter der Oberfläche auch Einsamkeit, Unfreiheit und Krankheit.

Der Film hat künstlerische Bilder, wie eine Raubkatze, die durchs Bild streift, und das Schicksal einer Hure, der ein Freier das Gesicht zerschneidet. Überwiegen tut bei mir aber der Eindruck eines Lebensgefühls, in dem man sich verlieren kann – und das ich auch heute noch an manchen Orten so erlebt habe. Ein Leben, immer auf der Kippe zwischen Luxus und Elend…

Sexarbeit im Hotel

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Gestern habe ich einen Artikel gelesen, in dem es darum ging, dass jetzt (in Zeiten des Corona-Verbots) viele Sexarbeitende ihre Dienste in Hotels anbieten würden, häufig mit Wissen der Hotelbetreiber, und sich in einigen Hotels ganze Flügel als illegale Bordelle etabliert hätten.

Ich war sehr erstaunt darüber, denn bis jetzt hatte ich eher den Eindruck, dass die Hotel-Branche es sehr ungern sieht, wenn ihre Zimmer rein für Sex genutzt werden. (Das gilt nicht nur für Sexarbeit, sondern auch für private Swingerpartys.) Escorts werden in Hotels meist geduldet, aber gerne gesehen werden sie nicht. Ich mache eh nicht gerne Hotelbesuche, aber im Moment hätte ich echt Angst, von einem übereifrigen Hotelmitarbeiter angeschwärzt zu werden. (Seien wir ehrlich: Wir geben uns Mühe diskret zu sein, aber wer darauf achtet, kann leicht den Unterschied zwischen einer mitreisenden Begleiterin oder einem Date und einem Escort erkennen.)

Hier auf Kaufmich habe ich vor Corona mal gelesen, dass manche Escorts ihre Touren nicht in Appartements, sondern in Hotels planen. Da stellten sich mir dann zwei Fragen: Wenn man mehr als ein oder zwei Gäste am Tag hat (was bei Touren ja Sinn der Sache ist), fällt das schnell auf und frau läuft Gefahr, aus dem Hotel geworfen zu werden. Und: Wie macht sie das mit Bettwäsche und Handtüchern? Die Hotels, in denen ich im Urlaub absteige, haben maximal zwei Sets Handtücher im Bad. Ich lege schon Wert darauf, dass jeder Kunde ein sauberes Handtuch hat, und wenn ich nach jedem Termin dusche, komme ich mit einem Handtuch am Tag auch nicht sehr weit. Auch bin ich kein Fan davon, einfach ein Handtuch unterzulegen, sondern ziehe lieber nach jedem Termin ein frisches Laken aufs Bett.

Alles in allem scheinen mit Hotels also keine ideale Arbeitsumgebung (außer vielleicht für einen langen Abend mit einem Kunden oder ein Overnight). Wenn der oben erwähnte Artikel recht hat (wovon ich ausgehe), laufen diese Hotels außerdem Gefahr, bald Ziel einer Razzia zu werden. Das kostet die Frauen dann Strafe und gibt für die Hotelbetreiber evtl sogar Ärger wegen Betrieb eines illegalen Bordells.

Fifty Shades of Grey

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In den letzten Tagen hatte ich abends viel Zeit, aber wenig Energie. Ich habe dann auf der Couch gelegen und alle drei Filme von „Fifty Shades of Grey“ geguckt; das hatte ich schon lange mal vor. Ich hatte die Bücher gelesen, als sie gerade herauskamen (auf Englisch) und mochte sie. Doch als dann der Hype darum losging, hat mich das genervt.

Ich mochte auch die Filme; sie sind sehr nah am Buch. Beides ist Unterhaltung ohne Tiefgang, eine typische Cinderella-Story. Mittelmäßig geschrieben und genauso verfilmt; eine seichte Story mit guten Erotik-Szenen. Ich habe schon dutzende ähnlicher Bücher gelesen und verstehe nicht, warum „Fifty Shades of Grey“ zu etwas Besonderem geworden ist.

Es wird ja behauptet, dass „Fifty Shades of Grey“ das Interesse vieler Menschen an BDSM geweckt hat. Das glaube ich nicht. In den Geschichten gibt es zwar einige Spiele, die nicht nur Blümchen-Sex sind, aber mit echtem BDSM hat es doch nur sehr wenig zu tun.

Ansonsten habe ich einfach das Gefühl, dass „Fifty Shades of Grey“ eines der Bücher ist, über die jeder redet und zu denen jeder eine Meinung hat – die aber viele dieser Menschen gar nicht selbst gelesen haben. Das ist bei vielen Büchern so, gerade bei erotischen Geschichten; ich habe das häufig erlebt, wenn es um „Geschichte der O“ oder den Marquis de Sade ging.

„Gerade sehr gefragt“

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Heute Morgen ist mir zum ersten Mal die goldene Flamme auf meinem Profil aufgefallen. Sie steht dafür, dass mein Profil „gerade sehr gefragt“ ist, ich also überdurchschnittlich viele Mail als Erstkontakte hatte und Klicks auf meine Telefonnummer.

Das sagt im Moment wohl eher etwas darüber aus, wie wenig hier auf Kaufmich los ist. Noch viel weniger Frauen schreiben Blogs, daher habe ich relativ viele Profilbesuche.

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn sich Frauen hier im Blog darüber auslassen, dass es für sie unmöglich ist, alle Nachrichten zu beantworten, da dass zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Mir ist das noch nie passiert.

Gestern habe ich hier mit sieben Männern geschrieben und hatte drei Anrufe. Auch außerhalb von Corona wäre das für mich der Durchschnitt an Kontakten, eher sogar ein guter Tag. Natürlich führt nicht jeder Kontakt auch zu einem Termin.

Als ich Vollzeit Sexarbeit gemacht habe, hatte ich 8-12 Termine in der Woche. Als Nebenjob plane ich nur noch so 4-6 Dates die Woche. Da kann ich gut von leben, aber reich werde ich damit nicht.

Geld und Anerkennung

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Es heißt immer wieder, dass Sexarbeit „leicht verdientes Geld“ sei. Das finde ich nicht. Im Gegenteil, es ist eine ziemliche Anstrengung, bei dieser Arbeit nicht die Perspektive und damit längerfristig den Halt zu verlieren. Außerdem gibt es viele Übergriffe in diesem Job; eine Frau muss Stärke und klare Grenzen haben.

Es gibt aber auch etwas, dass man in diesem Job schneller und klarer bekommen kann als in fast jedem anderen: Anerkennung. Dass jemand bereit ist, einen nicht unerheblichen Geldbetrag dafür zu bezahlen, Sex mit mir zu haben, Zeit mir mir zu verbringen, sich das wünscht was ich insgesamt zu bieten habe – das ist in meinen Augen eine enorme Anerkennung.

Ein Date perfekt zu gestalten, so dass der Kunde befriedigt und entspannt geht danach, ist eine Kunst und etwas, dass frau lernen kann und muss. Und es kann ein wahnsinniger Kick sein.

Ich ziehe meine Lust nur selten aus dem Sex an sich, sondern zumeist aus dem Flow. Aus der Macht, perfekte Momente erschaffen zu können, mich absolut in den anderen einzufühlen, seine Wünsche zu erfüllen.

Wenn es nur um Geld ginge, würde ich wohl schon lange keine Sexarbeit mehr machen. Es ist dieser Tanz um Macht und Anerkennung zwischen Anbieterin und Kunden, der es für mich immer wieder spannend macht.

Corona als Ausstieg

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Gestern habe ich Fotos gesehen von einer Frau, mit der ich mal im selben Appartement gearbeitet habe. Sie hatte Fotos machen lassen im Business-Outfit, ganz seriös, um damit Werbung für eine neue Tätigkeit zu machen.

Sexarbeit ist seit über drei Monaten verboten und wird es wohl noch für viele Monate sein. Viele Frauen fangen spätestens jetzt an, sich nach alternativen Einkommensmöglichkeiten umzusehen. Eine Freundin von mir gibt wieder Wellness-Massagen, obwohl sie jahrelang betont hat, da überhaupt keinen Nerv mehr drauf zu haben. Sie wird später zur Sexarbeit zurückkehren – aber wie viele Frauen werden das nicht mehr tun?

Ich bin gerade auch an dem Punkt. Mein Nebenjob, mit dem ich die Corona-Zeit überbrücken wollte, dümpelt so vor sich hin und wird mich wohl nicht mehr weit bringen. Sexarbeit geht noch für eine ganze Weile nicht. Wenn ich mich jetzt neu orientiere, ein Konzept erstelle, Bewerbungen schreibe – wieviel Sinn macht das, und gehe ich dann wirklich in ein paar Monaten zurück?

Nachlassende Disziplin

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KM hat gerade per Mail daran erinnert, „sich bitte an die bestehenden Corona-Regelungen deiner Region“ zu halten. Nun, Prostitution ist immer noch überall verboten, und auch eventuelle Graubereiche sind sehr dunkelgrau (und damit riskant).

Auf der anderen Seite wird hier sehr selbstverständlich damit umgegangen, dass einige Frauen weiterhin Dates anbieten. Das steht teilweise so im Profil oder im Blog. Mir wäre das ja zu riskant – Corona-Strafen sind sehr teuer, Verstösse gegen das Prostitutionsverbot sind mit 25.000 Euro gelistet. Das sollte zu etwas mehr Diskretion mahnen…

Aber nicht nur hier, sondern auch im Alltag und auf der Straße lässt die Disziplin, die Corona-Maßnahmen einzuhalten, stark nach – und auch die Kontrollen sind deutlich weniger geworden. Die Lockerungen sind in den Augen vieler Menschen sehr willkürlich und von Lobbyismus geprägt – welchen Sinn macht es dann noch, sich daran zu halten?

Hier in Hamburg sind die Zahlen so gering, dass sich keum jemand Gedanken um eine Covid19-Infektion machen muss. Andererseits zeigt sich gerade in NRW, wie schnell die Zahlen wieder nach oben schnellen können – und damit nach Quarantäne und einem neuen Lockdown schreien.

Ich finde es spannend, darüber nachzudenken, warum sich Menschen überhaupt an die Corona-Maßnahmen halten. Ist es wirklich Angst vor dem Virus, oder nicht doch in den meisten Fällen die Angst vor Strafen?

Mobbing

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Jetzt ist Mobbing also das Thema des Monats bei kaufmich. Im Text im Magazin geht es zu dem Thema überwiegend um Beleidigungen, v.a. in den Kommentaren zu Blogs.

Ich habe die Kommentarfunktion zu meinen Blogs schon vor vielen Jahren abgeschaltet. Damals ging es auch um einen Blog über Mobbing, genauer gesagt um eine subjektive Darstellung von sehr negativen Erfahrungen, die ich in einem Studio gemacht habe (natürlich ohne Namensnennung – nachlesen kann man das am 19.11.15). Ich war übers Wochenende auf einem Seminar und verbrachte jede freie Minute am Handy, um der Flut aus Vorwürfen, Spekulationen und Anmerkungen Herr zu werden. Am zweiten Tag gab ich auf und schaltete die Kommentarfunktion aus – und danach nie wieder an.

Wenn ich in letzter Zeit hier Kommentare zu Blogs lese, habe ich meist den Eindruck, dass immer dieselbe handvoll Leute kommentiert, und zwar entweder zur Selbstbestätigung oder um gegeneinander zu sticheln. Dabei sind es doch Kommentare, keine Forumsbeiträge – der Sinn dieser Diskussionen der Kommentatoren untereinander erschließt sich mir überhaupt nicht! Den Begriff Mobbing finde ich jedoch etwas übertrieben dafür, es sind eher Zickereien auf Kindergarten-Niveau.

Ansonsten halte ich es mit der Aussage: Social Media ist immer freiwillig und jeder ist dort für seine Grenzen verantwortlich. Jeder Frau steht es frei, ihr Profil einfach als Anzeige zu nutzen und das Drumherum zu ignorieren.

Stammkunden in Corona-Zeiten

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Seit über drei Monaten herrscht in Deutschland Prostitutionsverbot, und kein Ende in Sicht. Vom 30.4. ist verlängert worden bis 30.8. und im Moment ist sogar vom 30.10. die Rede. Jede Frau musste und muss einen eigenen Weg finden, mit dem Wegfall dieser Einnahmen umzugehen; neben all den Belastungen, die die Auflagen für jeden einzelnen Menschen und für die Gesellschaft insgesamt bedeuten.

Ich möchte diesen Blog-Beitrag nutzen, um mich bei meinen Stammkunden zu bedanken. Schon kurze Zeit nach Beginn der Sperre bekam ich Anrufe und Nachrichten von guten, teils langjährigen Stammkunden. Einige wollten einfach nur hören, wie es mir geht und ob ich klarkomme. Von anderen habe ich das Angebot bekommen, mir Geld zu leihen oder Gutscheine zu kaufen, die sie dann irgendwann nach der Sperre einlösen könnten.

In zwei Fällen habe ich das Angebot mit dem Geld angenommen, von Männern die ich sehr gut kenne und denen ich vertraue. Eigentlich war das aber eher eine Notlösung, und im Notfall habe ich auch einen privaten Freundeskreis, der mich auffängt. Viel mehr als über das Geld freue ich mich über das Vertrauen und die Anerkennung.

Auch jetzt noch, drei Monate später, kriege ich diese Anrufe. Es tut gut zu wissen, dass zusätzlich zu der geschäftlichen Ebene eine private Ebene da ist, in der man sich Gedanken um den anderen macht. (Ja, auch ich mache mir Gedanken, wie es meinen Kunden in dieser Zeit ergeht.) Einige Stammkunden habe ich sogar auf einen kurzen Kaffee getroffen.

Es ist so toll, dass ich mich nicht nur in meinem privaten Umfeld gesehen und aufgehoben fühle, sondern auch bei meinen Kunden! Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie dankbar und glücklich ich damit bin.

Marketing und Werbung

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Vor zwei Wochen habe ich von Kaufmich eine (Standard-)Mail bekommen, die zum Schreiben von Blogs aufforderte – diese seien wichtig für das Gesamtprofil als Anbieterin und für das Marketing-Konzept.

Andererseits passiert es mir immer wieder, dass Blogs von mir nicht freigeschaltet werden, weil sie „Werbung“ enthalten. Ist Marketing nicht auch Werbung? Nur halt ein bisschen geplanter…

Mit Marketing-Konzepten habe ich mich im Rahmen anderer Ausbildungen/ Tätigkeiten beschäftigt; in der Sexarbeit ist das eine relativ neue Entwicklung. Ich kenne nur eine handvoll Anbieterinnen, die sich Gedanken über ein Gesamtkonzept in ihrem Auftreten machen. Die meisten verlassen sich auf sexy Fotos und/ oder eine überzeugende Serviceliste.

Ich bin da etwas hin und her gerissen. Einerseits verstehe ich den Sinn davon, eine „Anbieter-Persona“ zu entwickeln – quasi die Essenz der Eigentschaften von mir, die ich verkaufen möchte, von denen der Kunde den größten Gewinn hat. Andererseits arbeite ich am liebsten mit Stammgästen, die ich über viele Monate und Jahre treffe und die demnach eine Menge Seiten an mir kennenlernen, nur selten beschränkt auf ein oder zwei Aspekte, die sich in so ein Marketing-Konzept gießen lassen würden.

Neukunden lesen meist erst mal nur das Profil. Dort sollten klare Informationen enthalten sein und ein präziser Eindruck davon, wer ich bin und was ich anbiete. Im Blog sehe ich das lockerer. Da erzähle ich von Aktuellem, von Vergangenem und von Ideen für die Zukunft – ohne Konzept, dafür mit mehr Untertönen. Ich finde das für den Kunden auch spannender, als mich immer an ein Konzept zu halten und genau zu überlegen, welchen Eindruck ich vermitteln will. Manchmal ist es auch verwirrend – aber das lässt sich dann im persönlichen Kontakt klären.

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