Traumfrau mit Nebenwirkungen

Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

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„Gerade sehr gefragt“

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Heute Morgen ist mir zum ersten Mal die goldene Flamme auf meinem Profil aufgefallen. Sie steht dafür, dass mein Profil „gerade sehr gefragt“ ist, ich also überdurchschnittlich viele Mail als Erstkontakte hatte und Klicks auf meine Telefonnummer.

Das sagt im Moment wohl eher etwas darüber aus, wie wenig hier auf Kaufmich los ist. Noch viel weniger Frauen schreiben Blogs, daher habe ich relativ viele Profilbesuche.

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn sich Frauen hier im Blog darüber auslassen, dass es für sie unmöglich ist, alle Nachrichten zu beantworten, da dass zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Mir ist das noch nie passiert.

Gestern habe ich hier mit sieben Männern geschrieben und hatte drei Anrufe. Auch außerhalb von Corona wäre das für mich der Durchschnitt an Kontakten, eher sogar ein guter Tag. Natürlich führt nicht jeder Kontakt auch zu einem Termin.

Als ich Vollzeit Sexarbeit gemacht habe, hatte ich 8-12 Termine in der Woche. Als Nebenjob plane ich nur noch so 4-6 Dates die Woche. Da kann ich gut von leben, aber reich werde ich damit nicht.

Geld und Anerkennung

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Es heißt immer wieder, dass Sexarbeit „leicht verdientes Geld“ sei. Das finde ich nicht. Im Gegenteil, es ist eine ziemliche Anstrengung, bei dieser Arbeit nicht die Perspektive und damit längerfristig den Halt zu verlieren. Außerdem gibt es viele Übergriffe in diesem Job; eine Frau muss Stärke und klare Grenzen haben.

Es gibt aber auch etwas, dass man in diesem Job schneller und klarer bekommen kann als in fast jedem anderen: Anerkennung. Dass jemand bereit ist, einen nicht unerheblichen Geldbetrag dafür zu bezahlen, Sex mit mir zu haben, Zeit mir mir zu verbringen, sich das wünscht was ich insgesamt zu bieten habe – das ist in meinen Augen eine enorme Anerkennung.

Ein Date perfekt zu gestalten, so dass der Kunde befriedigt und entspannt geht danach, ist eine Kunst und etwas, dass frau lernen kann und muss. Und es kann ein wahnsinniger Kick sein.

Ich ziehe meine Lust nur selten aus dem Sex an sich, sondern zumeist aus dem Flow. Aus der Macht, perfekte Momente erschaffen zu können, mich absolut in den anderen einzufühlen, seine Wünsche zu erfüllen.

Wenn es nur um Geld ginge, würde ich wohl schon lange keine Sexarbeit mehr machen. Es ist dieser Tanz um Macht und Anerkennung zwischen Anbieterin und Kunden, der es für mich immer wieder spannend macht.

Corona als Ausstieg

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Gestern habe ich Fotos gesehen von einer Frau, mit der ich mal im selben Appartement gearbeitet habe. Sie hatte Fotos machen lassen im Business-Outfit, ganz seriös, um damit Werbung für eine neue Tätigkeit zu machen.

Sexarbeit ist seit über drei Monaten verboten und wird es wohl noch für viele Monate sein. Viele Frauen fangen spätestens jetzt an, sich nach alternativen Einkommensmöglichkeiten umzusehen. Eine Freundin von mir gibt wieder Wellness-Massagen, obwohl sie jahrelang betont hat, da überhaupt keinen Nerv mehr drauf zu haben. Sie wird später zur Sexarbeit zurückkehren – aber wie viele Frauen werden das nicht mehr tun?

Ich bin gerade auch an dem Punkt. Mein Nebenjob, mit dem ich die Corona-Zeit überbrücken wollte, dümpelt so vor sich hin und wird mich wohl nicht mehr weit bringen. Sexarbeit geht noch für eine ganze Weile nicht. Wenn ich mich jetzt neu orientiere, ein Konzept erstelle, Bewerbungen schreibe – wieviel Sinn macht das, und gehe ich dann wirklich in ein paar Monaten zurück?

Nachlassende Disziplin

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


KM hat gerade per Mail daran erinnert, „sich bitte an die bestehenden Corona-Regelungen deiner Region“ zu halten. Nun, Prostitution ist immer noch überall verboten, und auch eventuelle Graubereiche sind sehr dunkelgrau (und damit riskant).

Auf der anderen Seite wird hier sehr selbstverständlich damit umgegangen, dass einige Frauen weiterhin Dates anbieten. Das steht teilweise so im Profil oder im Blog. Mir wäre das ja zu riskant – Corona-Strafen sind sehr teuer, Verstösse gegen das Prostitutionsverbot sind mit 25.000 Euro gelistet. Das sollte zu etwas mehr Diskretion mahnen…

Aber nicht nur hier, sondern auch im Alltag und auf der Straße lässt die Disziplin, die Corona-Maßnahmen einzuhalten, stark nach – und auch die Kontrollen sind deutlich weniger geworden. Die Lockerungen sind in den Augen vieler Menschen sehr willkürlich und von Lobbyismus geprägt – welchen Sinn macht es dann noch, sich daran zu halten?

Hier in Hamburg sind die Zahlen so gering, dass sich keum jemand Gedanken um eine Covid19-Infektion machen muss. Andererseits zeigt sich gerade in NRW, wie schnell die Zahlen wieder nach oben schnellen können – und damit nach Quarantäne und einem neuen Lockdown schreien.

Ich finde es spannend, darüber nachzudenken, warum sich Menschen überhaupt an die Corona-Maßnahmen halten. Ist es wirklich Angst vor dem Virus, oder nicht doch in den meisten Fällen die Angst vor Strafen?

Mobbing

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Jetzt ist Mobbing also das Thema des Monats bei kaufmich. Im Text im Magazin geht es zu dem Thema überwiegend um Beleidigungen, v.a. in den Kommentaren zu Blogs.

Ich habe die Kommentarfunktion zu meinen Blogs schon vor vielen Jahren abgeschaltet. Damals ging es auch um einen Blog über Mobbing, genauer gesagt um eine subjektive Darstellung von sehr negativen Erfahrungen, die ich in einem Studio gemacht habe (natürlich ohne Namensnennung – nachlesen kann man das am 19.11.15). Ich war übers Wochenende auf einem Seminar und verbrachte jede freie Minute am Handy, um der Flut aus Vorwürfen, Spekulationen und Anmerkungen Herr zu werden. Am zweiten Tag gab ich auf und schaltete die Kommentarfunktion aus – und danach nie wieder an.

Wenn ich in letzter Zeit hier Kommentare zu Blogs lese, habe ich meist den Eindruck, dass immer dieselbe handvoll Leute kommentiert, und zwar entweder zur Selbstbestätigung oder um gegeneinander zu sticheln. Dabei sind es doch Kommentare, keine Forumsbeiträge – der Sinn dieser Diskussionen der Kommentatoren untereinander erschließt sich mir überhaupt nicht! Den Begriff Mobbing finde ich jedoch etwas übertrieben dafür, es sind eher Zickereien auf Kindergarten-Niveau.

Ansonsten halte ich es mit der Aussage: Social Media ist immer freiwillig und jeder ist dort für seine Grenzen verantwortlich. Jeder Frau steht es frei, ihr Profil einfach als Anzeige zu nutzen und das Drumherum zu ignorieren.

Stammkunden in Corona-Zeiten

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Seit über drei Monaten herrscht in Deutschland Prostitutionsverbot, und kein Ende in Sicht. Vom 30.4. ist verlängert worden bis 30.8. und im Moment ist sogar vom 30.10. die Rede. Jede Frau musste und muss einen eigenen Weg finden, mit dem Wegfall dieser Einnahmen umzugehen; neben all den Belastungen, die die Auflagen für jeden einzelnen Menschen und für die Gesellschaft insgesamt bedeuten.

Ich möchte diesen Blog-Beitrag nutzen, um mich bei meinen Stammkunden zu bedanken. Schon kurze Zeit nach Beginn der Sperre bekam ich Anrufe und Nachrichten von guten, teils langjährigen Stammkunden. Einige wollten einfach nur hören, wie es mir geht und ob ich klarkomme. Von anderen habe ich das Angebot bekommen, mir Geld zu leihen oder Gutscheine zu kaufen, die sie dann irgendwann nach der Sperre einlösen könnten.

In zwei Fällen habe ich das Angebot mit dem Geld angenommen, von Männern die ich sehr gut kenne und denen ich vertraue. Eigentlich war das aber eher eine Notlösung, und im Notfall habe ich auch einen privaten Freundeskreis, der mich auffängt. Viel mehr als über das Geld freue ich mich über das Vertrauen und die Anerkennung.

Auch jetzt noch, drei Monate später, kriege ich diese Anrufe. Es tut gut zu wissen, dass zusätzlich zu der geschäftlichen Ebene eine private Ebene da ist, in der man sich Gedanken um den anderen macht. (Ja, auch ich mache mir Gedanken, wie es meinen Kunden in dieser Zeit ergeht.) Einige Stammkunden habe ich sogar auf einen kurzen Kaffee getroffen.

Es ist so toll, dass ich mich nicht nur in meinem privaten Umfeld gesehen und aufgehoben fühle, sondern auch bei meinen Kunden! Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie dankbar und glücklich ich damit bin.

Marketing und Werbung

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Vor zwei Wochen habe ich von Kaufmich eine (Standard-)Mail bekommen, die zum Schreiben von Blogs aufforderte – diese seien wichtig für das Gesamtprofil als Anbieterin und für das Marketing-Konzept.

Andererseits passiert es mir immer wieder, dass Blogs von mir nicht freigeschaltet werden, weil sie „Werbung“ enthalten. Ist Marketing nicht auch Werbung? Nur halt ein bisschen geplanter…

Mit Marketing-Konzepten habe ich mich im Rahmen anderer Ausbildungen/ Tätigkeiten beschäftigt; in der Sexarbeit ist das eine relativ neue Entwicklung. Ich kenne nur eine handvoll Anbieterinnen, die sich Gedanken über ein Gesamtkonzept in ihrem Auftreten machen. Die meisten verlassen sich auf sexy Fotos und/ oder eine überzeugende Serviceliste.

Ich bin da etwas hin und her gerissen. Einerseits verstehe ich den Sinn davon, eine „Anbieter-Persona“ zu entwickeln – quasi die Essenz der Eigentschaften von mir, die ich verkaufen möchte, von denen der Kunde den größten Gewinn hat. Andererseits arbeite ich am liebsten mit Stammgästen, die ich über viele Monate und Jahre treffe und die demnach eine Menge Seiten an mir kennenlernen, nur selten beschränkt auf ein oder zwei Aspekte, die sich in so ein Marketing-Konzept gießen lassen würden.

Neukunden lesen meist erst mal nur das Profil. Dort sollten klare Informationen enthalten sein und ein präziser Eindruck davon, wer ich bin und was ich anbiete. Im Blog sehe ich das lockerer. Da erzähle ich von Aktuellem, von Vergangenem und von Ideen für die Zukunft – ohne Konzept, dafür mit mehr Untertönen. Ich finde das für den Kunden auch spannender, als mich immer an ein Konzept zu halten und genau zu überlegen, welchen Eindruck ich vermitteln will. Manchmal ist es auch verwirrend – aber das lässt sich dann im persönlichen Kontakt klären.

Leben in Zeiten der Verunsicherung

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In den letzten Wochen gibt es immer mehr Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen. Ich fühle mich davon eher verunsichert als erleichtert.

Kurz nach Ostern, als die Einschränkungen am härtesten waren und ich keinerlei Ahnung hatte, wie es eigentlich weitergehen soll, hatte ich eine Phase, in der ich viel „Verschwörungstheorien“ gelesen habe und gerne geglaubt hätte, dass der Virus gar nicht so ernst ist. Mittlerweile hat sich meine Meinung dazu deutlich geändert. Ich hatte einige Fälle im Bekanntenkreis, auch ein paar die nicht ganz harmlos waren und auf keinen Fall mit einer Grippe vergleichbar.

Ich finde es gerade eher erschreckend, wie locker viele Menschen mittlerweile mit Abstandsregelungen und Maskenpflicht umgehen, gerade im öffentlichen Raum. Was ist denn so schwer daran, ein wenig vorsichtig zu sein, wenn man von einer Menge fremder Menschen umgeben ist?! Wie man das im Familien- und Freundeskreis handhabt, soll jeder selber entscheiden (und Risiken für sich individuell abschätzen). Aber in der Öffentlichkeit halte ich die Regeln durchaus für angebracht und würde mir wünschen, dass sie länger Bestand haben – nicht nur wegen Covid19.

Andererseits sind viele der weiterhin geltenden Einschränkungen, z.B. beim Sport oder halt in der Sexarbeit, für mich nicht nachvollziehbar. Da wird viel Politik betrieben und einzelne Gruppen versuchen, ihre Meinungen und Vorurteile durchzusetzen. Natürlich sollte ein Risikopatient nicht gerade in einem vollen Fitnesstudio unterwegs sein – wird er aber im Normalfall eh nicht sein. Und wieso ein Treffen zu zweit gefährlicher sein soll als der Besuch eines vollen Shopping-Centers, erschließt sich mir überhaupt nicht.

Ich würde gerne wenigstens meine Stammkunden wieder treffen, oder ein paar Massagen geben (von mir aus auch mit Mundschutz). Ich habe noch nicht mal verstanden, ob Wellness-Massagen eigentlich wieder erlaubt sind oder nicht; Berührung und Kontakt fehlen mir so sehr…

Erinnerungen (Teil 1)

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Mit 23 habe ich zum ersten Mal in einem Bordell gearbeitet. Es war ein kleiner Club, sehr familiär, und ich habe mich dort lange sehr wohl gefühlt. Die Mädchen boten einen fixen Service an, eine Hausdame kümmerte sich um Empfang und Ordnung.

Einer der (wenigen) Kunden, der mir aus dieser Zeit noch in Erinnerung geblieben ist, ist „Hängebacken-Peter“. Er kam 2-3 Mal im Monat und nahm immer das jüngste Mädchen im Team, oder halt die Neue.

Spitznamen, die die Frauen untereinander für Kunden nutzen, klingen häufig gemeiner als sie gemeint sind. Die meisten Männer stellen sich nun mal nur mit einem Vornamen vor, und die meisten Namen tauchen dutzendfach auf. Also suchen wir nach etwas anderem, um Kunden voneinander zu unterscheiden.

„Hängebacken-Peter“ verdankte seinen Spitznamen einer Krebs-OP. Er war von einem Tumor im Gesicht genesen; die OP hatte jedoch eine lange Narbe auf einer Hälfte des Gesichts hinterlassen, die auch seine Sprache etwas verzerrte und ihn in gewissen Situationen zum sabbern neigen ließ.

Er buchte meist von Anfang an 3-4 Stunden und verlängerte dann auch gerne mal. Auf dem Zimmer geschah nicht viel: kuscheln, im Arm liegen, küssen. Trotzdem war er vielen von uns zuwider – wegen der schon erwähnten Neigung zum Sabbern, und auch einfach weil es sich für ein Mädchen um die 20 nicht normal anfühlt, mit einem Mann über 50 zu kuscheln.

Ich erinnere mich, wie ich unauffällig die Uhr im Auge behielt und hoffte, dass die Zeit verging, oder auch wie ich versuchte wegzudämmern und mich in monotone Tagträume flüchtete.

Im Nachhinein betrachtet tut er mir leid, mit seinen so offensichtlichen Makeln und seiner Fixierung auf junge Mädchen. Heute wäre er ein Gast, auf den ich mich freuen würde; jemand, dem ich absichtslose Berührungen, Nähe, Kontakt und Aufmerksamkeit schenken könnte. Mit Anfang 20 fehlte mir dazu leider die nötige Geduld und Toleranz.

Anekdoten

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Im Moment gibt es nicht viel, worüber ich als Anbieterin hier im Blog schreiben könnte. Wir sind schließlich immer noch in der Corona-Zeit, und die Dinge die in meinem Leben geschehen haben nur selten mit Paysex zu tun (abgesehen davon dass ich mir die Zeit nehme mein Profil zu überarbeiten). Kaufmich schlägt vor, dass erotische Geschichten immer gut ankommen. Die schreibe ich meist aber eher dann, wenn ich gerade etwas konkretes erlebt habe.

Ich habe mir gedacht, dass ich einige Geschichten erzählen könnte, die ich in den langen Jahren, die ich jetzt schon in der Sexarbeit tätig bin, erlebt habe. Ein wenig schrecke ich aber davor zurück, und über die Gründe dafür möchte ich hier reden.

Anekdoten sind immer beliebt, über alle Berufe und Tätigkeiten, aber vor allem über Sexarbeit. In vielen Bücher nehmen sie den Hauptteil ein, und auch in Gesprächen werden eher Anekdoten erzählt als über den Alltag mit langweiligen, irgendwie ereignislosen Dates; selbst über schöne, aufregende Dates lässt sich häufig wenig sagen.

Was genau sind Anekdoten? Anekdoten sind lustige Geschichte, die besondere Erlebnisse auf humoristische Art erzählen. Häufig sind diese Erlebnisse irgendwie absurd oder eklig, und häufig wird sich über den Gegenüber lustig gemacht.

Genau das stört mich beim Erzählen von Anekdoten: Jemand kommt zu mir, um einen (vielleicht geheimen, vielleicht lang gehegten) Wunsch in die Tat umzusetzen. Das braucht ein gewisses Vertrauen und Mut. Und dann mache ich mich über diesen Wunsch oder auch einfach über die Art oder das Aussehen dieses Mannes lustig? Das widerspricht für mich der allgemeinen Menschlichkeit und meiner eigenen Integrität, der Art wie ich mit anderen Menschen umgehen möchte. (Was nicht heißt, dass ich perfekt bin und mir sowas nie passiert – aber dann eher im Gespräch mit Freunden und nicht öffentlich im Internet.)

Trotzdem werde ich mich in den nächsten Tagen an ein paar Geschichten versuchen – in der Hoffnung, dabei die Würde aller Beteiligten waren zu können.

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