Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Kategorie: Sexarbeiter-Welt (Seite 7 von 8)

Gedanken zum Thema Sexarbeit in Gesesllschaft und Politik

Privatwohnung vs. Appartement – Teil 2

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


(Teil 1 habe ich gestern hier gespostet, siehe unten)

Vor zwei Jahren habe ich die Wohnung, in der ich sowohl gewohnt als auch gearbeitet habe, aufgegeben und war erst knapp ein Jahr in einem Appartement in HH-Schnelsen, bevor ich in meinem jetzigen Appartement in HH-Billbrock gelandet bin. Jetzt arbeite ich wieder wie die meisten anderen Menschen auch: Ich fahre morgens mit dem Fahrrad oder der S-Bahn ins Appartement und abends wieder nach Hause.

Für mich liegen die Vorteile klar auf der Hand: Dadurch dass Arbeit und Privatleben klar getrennt sind, bin ich im Privatleben entspannter und bei der Arbeit konzentrierter. Ich bin nicht mehr ganz so spontan wie früher bzw habe wieder so was wie Arbeitszeiten etabliert: nachmittags bin ich im Appartement und auch spontan besuchbar; vormittags, abends und am Wochenende brauche ich deutlich Vorlauf.

Im Appartement bin ich selten allein mit meinem Gast. Wir haben fünf Zimmer, die fest vermietet sind, plus Terminfrauen, die das Studio nutzen – klingt viel, aber mehr als drei oder vier Frauen sind fast nie gleichzeitig im Appartement. Manchmal ist es unruhiger, als es in einer Privatwohnung wäre, aber wir achten alle sehr darauf, Rücksicht aufeinander zu nehmen und Diskretion zu wahren.

Auf der anderen Seite ist es schön für mich, mit Kolleginnen reden zu können, und manche Termine würde ich ohne diese Sicherheit im Hintergrund gar nicht machen (z.B. mich fesseln lassen). Ab und zu machen wir auch mal zusammen Termine – meist ein sehr aufregendes Erlebnis für den Gast und für manche die Erfüllung eines Traums.

Das Appartement hat einen deutlich höheren Ausstattungs-Standard als eine Privatwohnung. Schon meinem Zimmer merkt man an, dass es halt für meine Spiele eingerichtet wurde und kein durchschnittliches Schlafzimmer ist. Mittlerweile habe ich es sehr auf meine Bedürfnisse und Wünsche angepasst und genieße jeden Termin dort.

Falls jemandem der Sinn nach etwas Ausgefallenerem steht, kann ich nach Absprache ein SM-Studio und einen Klinikraum nutzen. Schon mal Sex auf einem Gyn-Stuhl gehabt? Oder in einer Sling? Fesselspiele am Kreuz oder auf der Liege? Alles kein Problem…

Ach ja, und wir haben drei Bäder: Zwei für Gäste und eins nur für die Frauen. Die für die Gäste in Gästebad-Qualität, mit frischen Handtüchern und verpackter Einmal-Kosmetik. Das Frauen-Bad halt ein Frauen-Bad, in dem jede ihre Kosmetik rumstehen hat und auf der Heizung Handtücher und Kleidung trocknet.

Ein klarer Appartement-Vorteil für mich: Wenn was nicht funktioniert, spreche ich die Vermieterin an und sie kümmert sich. Ich mache eine Woche Urlaub, und in der Zeit wird mein Zimmer gestrichen; das ist für mich der pure Luxus, musste ich mich doch jahrelang um jede Kleinigkeit selber kümmern (von verstopften Abflüssen im Bad bis zum kaputten Trockner – alles bitte sofort, ist dringend).

Ab und zu denke ich noch darüber nach, ob ein eigenes Appartement, nur für mich, nicht die schönere Lösung wäre. Aber im Moment bin ich glücklich da, wo ich bin, und habe nicht vor, da in den nächsten Monaten etwas dran zu ändern.

Privatwohnung vs. Appartement – Teil 1

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Ab und zu kommt es vor, dass jemand es ablehnt mich zu treffen, weil ich nicht privat besuchbar bin und er nie in einen „Puff“ gehen würde. Nun, über die Auslegung des Wortes „Puff“ (und vergleichbarer Slang-Begriffe) lässt sich wohl streiten, aber hier mal ein paar Überlegungen von mir zu dem Thema:

Ich habe neun Jahre lang in meiner Privatwohnung gleichzeitig gearbeitet. Teilweise habe ich voll dort gewohnt, teilweise nur als Zweitwohnsitz. Ich hatte immer ein Zimmer für mich privat, eins zum arbeiten, und habe dabei dasselbe Bad benutzt wie meine Gäste und die Küche mehr zum Wäsche waschen benutzt als zum Kochen.

Ab und zu denke ich schon daran, dass es ja ganz praktisch war, abends nicht mehr ewig durch die Gegend fahren zu müssen und auch am Wochenende noch mal kurz einen Termin zu machen, ohne dass es mich gleich den halben Tag kostet. Aber insgesamt überwiegen doch die Nachteile:

Ich war nie richtig entspannt in der Wohnung, denn es war halt immer gleichzeitig auch mein Arbeitsplatz. Und egal wie oft ich gesagt habe, ich würde nur auf Termin arbeiten und man solle bitte nicht einfach vorbeikommen, irgendwer stand doch immer unangemeldet vor der Tür. Das hat dazu geführt, dass ich schon nach kurzer Zeit die Tür nur noch aufgemacht habe, wenn ich einen Termin hatte, ansonsten habe ich jegliches Klingeln ignoriert – hat der Postbote eben Pech gehabt, ich hole mein Paket dann halt am nächsten Tag in der Filiale ab.

Mal was rumliegen lassen, weil es ein fauler Tag war? Ging gar nicht. Besuch? Schwierig – wie erkläre ich die Aufteilung der Wohnung, und was mache ich wenn es plötzlich schellt. Das Bad war neutral eingerichtet, mein Kosmetik-Kram sorgfältig in einem Koffer weggeräumt.

Gäste legen so viel Wert auf Diskretion, dass sogar die Herausgabe eines Vornamens und einer Handy-Nummer als Zumutung empfunden wird. Umgekehrt gilt das nicht: Meine Adresse fand (und finde) ich bald auf allen möglichen Seiten, von denen die meisten eher unseriöser Natur waren und die ihren Stammsitz an einem Ort haben, der jede Chance, das wieder löschen zu lassen, zunichte macht. Da stand dann gerne mal wieder jemand unangemeldet vor der Tür – und wenn ich nicht da war, wurde auch bei den Nachbarn geschellt und gefragt, wo denn die Frau von den Erotik-Massagen sei. Ich sehe es heute noch als ein Wunder an, dass ich in dieser Zeit weder mit dem Vermieter noch mit dem Ordnungsamt Ärger hatte.

Und obwohl es bitte privat sein sollte, wurde Studio-Standard erwartet: Dasselbe Bad wie ich zu benutzen, war eine Zumutung für einige meiner Gäste. Auch an Möbeln, Heizung, Fußboden u.a. wurde gerne mal rumgemäkelt. Alle sollte bitte mindestens guten Hotel-Standard haben, Wohnungs-Standard reichte nicht… aber es sollte bitte möglichst privat sein.

Vor zwei Jahren habe ich die Wohnung aufgegeben und war erst knapp ein Jahr in einem Appartement in HH-Schnelsen, bevor ich in meinem jetzigen Appartement in HH-Billbrock gelandet bin. Jetzt arbeite ich wieder wie die meisten anderen Menschen auch: Ich fahre morgens mit dem Fahrrad oder der S-Bahn ins Appartement und abends wieder nach Hause.

Teil 2 folgt morgen – dort schreibe ich dann über die Vor- und Nachteile des Appartements

Terminchaos

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Die letzte Woche war terminmäßig mal wieder arg chaotisch – und damit irgendwie auch lehrreich, brachte alle meine Probleme und (Vor)Urteile zu dem Thema auf den Tisch.

Es fing Dienstag an. Bereits am Wochenende hatte jemand mit mir einen langen Termin am Mittag vereinbart, um den ich alle anderen Termine herumgelegt habe, bzw auch zwei Termine ablehnen musste, die für denselben Zeitraum angefragt wurden. 45 Minuten vor dem Termin bekam ich eine SMS: „Es schneit und ich habe keine Winterreifen, kann leider nicht kommen.“ Hallo? Es schneit seit heute morgen um sechs! Das hätte ihm ja wohl auch etwas eher einfallen können!

Mittwoch war ich wegen Terminen schon sehr früh im Appartement. Ab mittags habe ich dann nur noch rumgeseßen; um sechs fuhr ich nach Hause, der Tag war lang genug gewesen. Um acht schellte mein Telefon dann noch mal, als ich gemütlich zu Hause auf der Couch saß: Ob ich nicht spontan noch einen Termin machen könnte? Konnte ich nicht.

Donnerstag arbeite ich eh nur halb, da ich morgens Unterricht habe. Diesen Donnerstag habe ich dann den Rest des Tages mit einem ganz tollen Stammkunden von mir verbracht, und deswegen mehrere Terminanfragen abgelehnt. War total gut, aber leise regte sich mein schlechtes Gewissen: Darf ich mir das erlauben, so als Selbständige und Dienstleisterin? Einfach mal nicht zur Verfügung stehen…

Freitag habe ich dafür dann wieder nur rumgeseßen. War aber okay, denn ich habe endlich die Abschlußarbeit für meine Ausbildung fertig geschrieben, und abends war ich verabredet. Die Nacht war intensiv, in jeder Hinsicht…

… und am Samstagvormittag hatte ich dann ein großes Problem: Ich hatte einen Termin angenommen für mittags, war aber übermüdet und emotional echt neben der Spur. Ich habe den Termin dann abgesagt – und habe seitdem ein schlechtes Gewissen deswegen. Einerseits ist es für beide Seiten unbefriedigend, wenn ich mich dann doch zu solchen Terminen zwinge. Andererseits bin ich halt Dienstleisterin, und noch dazu wünsche ich mir von meinen Kunden, dass sie ihre Termine möglichst früh zu vereinbaren; da sollte Zuverlässigkeit von meiner Seite gegeben sein. Ist es auch – bis auf zwei oder drei Mal im Jahr, wo halt einfach nichts mehr geht.

Abnehmende Toleranz

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Vor 20 Jahren, als ich das erste Mal den Begriff „Prostituierte“ gehört habe, hatte ich dabei das Bild von Edel-Callgirls vor mir, die ein aufregendes, glamouröses Leben führten. Dieses Bild verstärkte sich Anfang des Jahrhunderts, als Prostitution in Deutschland legal wurde und zum ersten Mal das Phänomen „Hobby-Hure“ auftauchte.

In den letzten Jahren ist der Trend rückläufig, und die jetzige Überarbeitung des Prostitutionsgesetzes zeugt davon. Letztes Jahr schrieb der SPIEGEL einen großen Artikel über „das Elend der Prostituierten“ und den „Verkauf von Frauen (und ihrer Würde)“, und in der letzten Woche hat der STERN nachgelegt – der Artikel über das ARTEMIS ist ein perfektes Beispiel für tendenziösen Journalismus.

Diese beiden Zeitungsartikel und viele weitere in Zeitungen und Internet, ebenso wie subjektive Berichte von Aussteigerinnen, verstärken in der Gesellschaft das Bild, das Prostitution frauenverachtend sei und Prostituierte arme, geschundene Frauen, die sich nichts mehr wünschen als einen Ausweg aus ihrem Elend. Komisch nur, dass ich in all den Jahren nie eine solche Frau getroffen habe… Dafür jede Menge selbstbewusster Frauen, die die Freiheiten und guten Verdienstmöglichkeiten dieser Tätigkeit genossen. Oder Frauen, die immer mal wieder ein- und ausstiegen – alles freiwillig.

Aber von diesen Frauen wollen die meisten nichts hören, erst recht nicht die Medien. Und in der Gesellschaft wird das dort gezeichnete Bild übernommen, da die wenigsten in ihrem Umfeld eine Prostituierte kennen (zumindest nicht bewusst). Also wird die Gesellschaft immer intoleranter gegenüber Prostituierten – und meiner Meinung nach in den letzten Jahren auch wieder vermehrt gegen alle, die irgendwie anders sind.

Ich habe keine Angst vor dem neuen Prostitutionsgesetz; das ist eine Unannehmlichkeit, die mir aber (erst mal) nicht schadet. Angst habe ich vor der abnehmenden Toleranz, vor der zunehmenden Ausgrenzung und den Vorurteilen. Ich bin nicht nur Prostituierte, sondern auch ein ganz normaler Mensch mit einem Leben außerhalb der Arbeit – einem Leben, dass ich gerne in Gesellschaft verbringe, ohne mir ständig Gedanken um Vorurteile und Ausgrenzung zu machen.

Fehlergucker

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Über Geschmack lässt sich bekanntlich (nicht) streiten. In der Käuflichen Lust gibt es eine Vielzahl von Frauen und man sollte meinen, dass da jeder seine Traumfrau finden kann.

Umso mehr irritiert es mich, wenn ich von Männern angeschrieben werde, die mir nur mal sagen wollen, was ihnen an mir nicht gefällt. Heute wieder passiert, eine Mail von jemandem (370 km weit weg von Hamburg), der mir nur mal sagen wollte, dass er Tattoos als Verunzierung eines schönen Körpers ansieht. Ja, Tattoos sind Geschmackssache – aber warum sucht er sich nicht einfach eine andere Frau? Für so unwiderstehlich und unersetzlich halte ich mich nun auch wieder nicht, und die Auswahl ist groß genug…

Ich empfinde solche Mails oder auch „gut gemeinte“ Ratschläge von Kunden als übergriffig. Kein Mensch ist perfekt, ich kenne meine Stärken und meine Schwächen, und ich lebe damit. Wenn ich etwas ändern will, brauche ich dazu keine Motivation von Außen.

Manchmal bin ich kurz davor, meinen Job hinzuschmeißen und mir was anderes zu suchen, denn ich werde es nie jedem recht machen können. Und wenn ich mir die halbe Woche anhöre, was an meinem Körper/ meinem Appartement/ meinem Service nicht okay ist, vergeht mir die Lust am Arbeiten. Warum, bitte, kommst Du dann zu mir und suchst Dir keine „perfekte“ Frau? Ach ja, die gibt es dummerweise nicht…

Manchmal bin ich dann versucht (verbal) zurückzuschlagen und meinen Gegenüber darauf hinzuweisen, dass er z.B, mal abnehmen könnte, oder das Rauchen nicht sonderlich erotisch ist – aber dafür bin ich zu höflich, und meiner Meinung nach gehört das zu Toleranz, den anderen so sein zu lassen, wie er eben ist.

Neue Bilder

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Jetzt habe ich mir letzte Woche endlich mal die Zeit genommen, mit meinem Fotografen neue Bilder zu machen. Shootings machen wir an sich regelmäßig, so alle 2-3 Monate, aber meist sind das mehr Spaß-Veranstaltungen, bei denen auch immer 3-5 Bilder für mein Profil abfallen, wo es aber generell mehr um Kreativität und Selbstausdruck geht.

Nun war es aber Zeit, mal wieder eine durchgehende Serie von zehn Bildern zu shooten, die ich für Profile und Anzeigen verwenden will. Gar nicht so einfach! Mehrmals hat mich mein Fotograf angeschrieben, er bräuchte Bildvorschläge und ein Konzept, was ich eigentlich wollte.

Tja, wie gestaltet man so Bilder? Was soll zu sehen sein, und was will ich ausdrücken? Aktfotos? Einen Querschnitt durch meine Outfits? Ein nettes Lächeln? Hinweise auf meinen Service?

Im Endeffekt ist es eine Mischung aus allen geworden: Aktbilder, verspielte Blicke in die Kamera, ein sexy Outfit, und ein paar Bilder mit etwas mehr bizzarem Ausdruck.

Diesmal habe ich eigentlich gedacht, ich hätte alle Regeln im Kopf, um die FSK18-Sperre zu vermeiden: Intimbereich nicht zu sehen, kein Sex-Spielzeug im Bild. Trotzdem hat kaufmich zwei Bilder gesperrt – SM-Andeutungen fallen also auch unter FSK18, zumindest hier.

Es wird nicht besser, es wird nur anders

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Ich bin in meinem Leben schon sehr häufig umgezogen – als Kind und Jugendliche mit meinen Eltern, als junge Erwachsene alleine für mich. Irgendwas hat immer nicht gepasst, wollte ich anders haben – erst mehr rein in die Stadt, dann wieder mehr raus aufs Land, dann sollte die Wohnung unbedingt eine Badewanne haben… Irgendwann musste ich mir eingestehen: Irgendwas ist immer unperfekt – es wird nicht besser, es wird nur anders.

Als ich nach Hamburg gezogen bin, habe ich zehn Jahre in derselben Wohnung gelebt und dort auch gearbeitet. Die Wohnung hatte von Anfang an Mängel im Renovierungszustand, die im Laufe der Jahre immer schlimmer geworden sind. Vieles habe ich selber gemacht, aber vor zwei Jahren musste ich einsehen, dass es einfach nicht mehr geht. Außerdem war es an der Zeit, Arbeit und Privatleben mehr zu trennen.

Privat habe ich jetzt eine nette kleine Wohnung, in der ich mich sehr wohl fühle. Aber beruflich habe ich gefühlsmäßig in den letzten 1,5 Jahren immer Zwischenlösungen gelebt. Nachdem ich in den letzten sechs Wochen dann gleich zwei Mal umgezogen bin, grüble ich gerade wieder viel darüber nach, wie und wo ich in Zukunft arbeiten möchte. Dabei komme ich allerdings mal wieder zu dem Ergebnis: Es wird nur anders werden, nicht zwangsläufig besser.

Die Aussagen meiner Kunden sind in dem Zusammenhang eher irritierend als hilfreich, denn an irgendwas wird immer gemeckert, gerade von denen die mich schon lange kennen: erst ist es zu simpel, dann nicht privat genug, zu klein, zu groß, und die falsche Ecke von Hamburg ist es sowieso immer. Ich werde es nie allen recht machen können!

Fazit meiner Überlegungen: Ich werde auf absehbare Zeit erst mal da bleiben, wo ich jetzt bin. Ich habe ein schönes, großes, helles Zimmer, das ich alleine für mich nutzen und gestalten kann, in einem ruhigen Appartement. Es könnte sehr viel schlimmer sein! Und bevor ich nicht halbwegs endgültig weiß, wie es bei mir weiter gehen soll, und solange auch das Prostitutionsgesetz noch in der Schwebe ist, traue ich mich ehrlich gesagt nicht, wieder etwas eigenes zu planen und da viel Geld und Aufwand hinein zu investieren.

Mobbing

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Mit vielen neuen Ideen und Hoffnungen bin ich am 2. November von HH-Schnelsen in die Stadtmitte gezogen. In Schnelsen ließ ich mein kleines, gemütliches Massage-Zimmer und ein nettes Team zurück, um in einem größeren Studio für mich neue Wege und Möglichkeiten zu finden.

Der Traum hat schon in der ersten Woche einen Dämpfer bekommen. Der Empfang im Studio war kühl, und schon am zweiten Tag gab es Diskussionen darüber, wer welchen Raum wann und wie nutzen darf. Die Vermieterin schritt ein, schuf einen Raumplan, stellte Regeln auf – und ich hielt mich im Hintergrund, versuchte möglichst wenig aufzufallen und im Weg zu sein. Ich halte mich für einen umgänglichen Menschen und bin gerne bereit, Kompromisse zu finden und mich anzupassen; aber das fällt schwer, wenn von den anderen nur Gegenwind kommt.

In der zweiten Woche gab es ein paar ruhige Tage, in denen ich weniger zu tun hatte und mir Mühe gab, nett zu sein und für alles und jeden Verständnis zu haben. Anfang dieser Woche (der dritten) kochte es dann wieder hoch; ich hatte eine gute Woche, fing langsam an mich zu entspannen und mich wieder mehr auf meine Gäste zu konzentrieren, statt ständig auf die Stimmung im Studio zu lauschen.

Gestern ist es dann völlig eskaliert: für mich ohne ersichtlichen Grund, fing eine Kollegin an, mich zu beschimpfen: ich würde lügen, mein Service sei nicht wie abgesprochen, ich sei unsauber… das alles auf unterstem Niveau. Ich muss zugeben, dass ich solchem Verhalten nicht gewachsen bin; dafür bin ich einfach zu friedliebend, mein Motto ist „Leben und leben lassen.“ und ich denke immer, dass sich doch für alles eine Lösung finden lässt, wenn man nur vernünftig miteinander redet.

Aber mit einigen Menschen lässt sich leider nicht vernünftig reden. Heute Morgen traf mich eine Hass-Tirade per WhatsApp, noch bevor ich überhaupt im Studio war. Was ich getan hatte? Es gewagt, einen Raum für zwei Stunden für eine Massage zu reservieren… wozu ich natürlich absolut kein Recht hatte, denn vielleicht hätte die Kollegin ja in der Zeit einen spontanen Termin. Als ich um Klärung bat, schaltete sich eine zweite Kollegin ein: Was eigentlich meinen neuen Anzeigen sollten? Es wäre doch abgesprochen gewesen, dass ich nur Massagen mache und evtl Erotik, von Bizarren Dingen hätte ich doch gar keine Ahnung! Wohlgemerkt hat mich nie jemand gefragt, was ich eigentlich mache und kann und mir vorstelle (was im Übrigen auch auf meiner Homepage oder meinen Studio-Profil nachzulesen gewesen wäre).

Nachdem ich jetzt von zwei Seiten wüst beschimpft wurde und die Vermieterin an einer Klärung auch nicht mehr sonderlich interessiert schien (wie kann ich es auch wagen, mir einen Platz in einem Bizarr-Studio zu suchen und dann auch Fesselspiele anbieten zu wollen!), war ich irgendwann nur noch aufgelöst, was mir dann auch zum Vorwurf gemacht wurde: ob ich jetzt auf die Tränendrüse drücken wolle, das sei doch Schauspielerei… Tut mir ja leid, aber ich bin so naiv, an das Gute im Menschen zu glauben und von einem solchen Verhalten schockiert zu sein.

Kurz und gut: Ich habe den Schlüssel auf den Tisch gelegt und bin gegangen. Ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass ich überhaupt irgendeine Chance gehabt habe dort. Es tut weh, denn ich habe diesen Frauen nie irgendwas getan; ich habe mich lediglich auf eine Anzeige geworben und den Platz zugesagt bekommen und wollte mich dann ins Team einfügen und dort meine Arbeit machen.

Morgen Mittag sehe ich mir ein anderes Studio an, in dem ich ab Montag anfangen könnte. Dann wieder mit eigenem Zimmer, das erscheint mir gerade sicherer.

Nachricht der Intoleranz

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Auf einem anderen Portal habe ich ein Profil, um meine erotischen Kurzgeschichten zu veröffentlichen. Manchmal kann man bei meinen Geschichten herauslesen, dass ich Sexarbeiterin bin, und generell mache ich da kein Geheimnis draus. Vor ein paar Tagen erhielt ich nun folgende Mail (von einem Mann):

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Ich habe große Probleme, schon mit der bloßen Akzeptanz von Prostitution. Die Kombination aus Prostitution und intellektuellem kreativen Anspruch (Autorin ) kann ich überhaupt nicht verknusen , macht mich fast wütend…Ist kein Vorwurf…Das Ganze ist -wenn- dann mein Problem…..Intelligenz und Prostitution sind Gegenteile für mich…Ungeachtet von einzelnen Gegenbeispielen….Das sexuelle herabwürdigen mit Sprache ist überhaupt nichts dagegen,wie man einen Menschen in der Bereitschaft der Herabwürdigung seiner selbst ausnutzt , wenn man für sexuelle Dienstleistung an ihm eine Zahlung verlangt…. Darüber hinaus nimmt man die Sexualität mit Prostitution ( der radikalsten Form ihrer Kommerzialisierung ) aus jedem emotionalen Kontext zum primär monetären Eigennutz…..Du wärst für mich immer Nutte…dann ganz lange Nichts ….dann Autorin…..dannn irgendwann Mensch…..und ganz zuletzt Frau…Das ist nicht so beleidigend geeint , wie es sich liest ..Bitte nicht durchdrehen..Du musst solche Einstellungen wohl oder übel als sehr verbreitet akzeptieren
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Ich muss „solche Einstellungen als sehr verbreitet akzeptieren“? Nein, das sehe ich nicht so, und ich weigere mich auch, das zu akzeptieren!

Ich kann problemlos akzeptieren, dass es Menschen gibt, die mit Prostitution nichts anfangen können. Hej, es wird keiner gezwungen, mein Profil zu lesen, und erst recht nicht, meine Leistungen in Anspruch zu nehmen! Aber ich erwarte von allen Menschen, die halt nichts damit zu tun haben wollen, dass sie mich und meine Kolleginnen und Kunden in Ruhe lassen.

Freunde von mir sagten, es wäre falsch von mir, mich von dem Angriff eines völlig Fremden treffen zu lassen, da müsste ich drüber stehen. Aber es trifft mich. Aus folgendem Grund:

Wenn mich Leute angreifen, die mich kennen und die ich kenne, gibt es Berührungspunkte und Zusammenhänge und vor allen Dingen Gründe (die ich mal mehr, mal weniger nachvollziehen kann).

Wenn ich auf der Straße oder hier im Internet Menschen treffe, die irgendwas in mir triggern, nehme ich das wahr und schaue hin oder auch weg. Wenn mir aber bewusst ist, dass es mein Thema ist: warum sollte ich dann hingehen und demjenigen meine Vorurteile vor die Füße kotzen?

Genau das ist hier passiert: Jemand, der mich und meine Beweggründe gar nicht kennt und auch nicht kennen will, schleudert mir seine Vorurteile und seinen Hass vor die Füße. Ja, da habe ich ein Problem mit, den es ist Ausgrenzung ohne Chance auf Dialog – und als soziales Wesen kenne ich keinen Menschen, der das einfach wegsteckt (höchstens Menschen, die es mit vorgetäuschter Arroganz überspielen).

Bewertungen

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Wenn ich Bewertungen hier bei kaufmich durchblättere, haben diese entweder fünf Sterne und Lobgesänge oder einen Stern und Beschimpfungen bzw Warnungen. Das ist wohl das, was Sinn der Bewertungen ist – zu sagen „war alles in Ordnung“ oder „hat nicht funktioniert“.

Bewertungen sind also für die Frauen eine Möglichkeit, ihr Profil aufzuwerten (über gute Bewertungen von Kunden) oder andere Frauen vor unzuverlässigen Kunden zu warnen (über schlechte Bewertungen, die sie vergeben).

Für Kunden ist der Nutzen von Bewertungen viel geringer, denke ich. Klar, sie können sehen, wie lange die Frau schon dabei ist und ob sie Kunden hatte, die irgendwie zufrieden waren. Aber beruht nicht der Großteil eines Dates auf der Erfüllung der persönlichen Vorstellungen und Vorlieben und letztendlich auf Sympathie? Und dabei nützt es leider wenig zu wissen, wie andere Kunden mit dieser Frau klargekommen sind – denn die Sympathie-Ebene entscheidet sich bei jeder Begegnung neu.

Es gibt Foren, wo Kunden die Möglichkeit haben, detaillierter über ihr Erlebnis mit einer Frau zu schreiben. Ich habe mal eine Geschichte gehört, wo jemand in einem Forum von einer Frau in den höchsten Tönen geschwärmt hat und detailliert sein geiles Erlebnis beschrieben hat. Ein anderer Mann ist daraufhin zu dieser Frau gegangen – und war furchtbar enttäuscht, weil die Frau sich nicht an das beschriebene Programm gehalten hat. Bei wem liegt jetzt der Fehler? Bei der Frau, die es wagt, ihr Programm zu variieren, nach Stimmung und Sympathie? Oder bei dem Mann, der zu genaue Vorstellungen hatte, ohne diese aber klar kommuniziert zu haben?

Von diesem Problem abgesehen, finde ich es einfach indiskret, Details aus Erotik-Dates in die Öffentlichkeit des Internets zu tragen; das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. In meinen Augen ist Erotik immer noch etwas Intimes, das zwischen zwei Menschen geschieht und nicht nur ihre Privat-, sondern ihre Intimsphäre betrifft. Jeder Mensch hat das Recht, diese Sphäre von sich zu schützen – auch im Paysex-Bereich, finde ich.

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