Traumfrau mit Nebenwirkungen

Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

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Wintersonne

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Letzten Freitag hat mein Wecker morgens viel zu früh geschellt. Mein erster Termin war zwar erst um zwölf, aber ich musste vorher nach draußen was erledigen. Beim Anziehen war es noch dunkel, und ich verpackte mich in zwei Hosen, zwei Shirts, Pullover, Mantel, Stiefel, Mütze – das Thermometer auf dem Balkon zeigte -8 Grad!

Es war bitterkalt draußen, aber die Luft war klar und ich wurde mit einem wunderschönen Sonnenaufgang für das frühe Aufstehen belohnt. Solange ich in Bewegung blieb, war sogar die Kälte nicht so schlimm, denn die Sonne strahlte bald hell über mir und vermittelte Wohlgefühle.

Fast tat es mir leid, wieder rein zu müssen. Aber auch mein Zimmer hatte reichlich Sonne, und so gab ich eine sinnlich-genussvolle Massage, die sich fast sommerlich anfühlte: Ein Heizstrahler sorgte für kuschelige Wärme, und die strahlende Sonne, die auch durch die Vorhänge ins Zimmer flutete, schien nicht nur Helligkeit zu spenden, sondern sogar etwas zu wärmen.

Ich hatte jedenfalls einen tollen Tag, durch die Sonne in Hochstimmung versetzt. Schade, dass das dann am Wochenende in Glatteis und jetzt in Regen umgeschlagen ist. Als ich heute Morgen durch Regen und Matsch gelaufen bin, habe ich wehmütig an die Wintersonne von Freitag gedacht, und ich hoffe, dass wir in den nächsten zwei Monaten noch ein paar solcher Wintersonnen-Tage kriegen – da macht nicht nur das draußen sein, sondern insgesamt das Leben mehr Spaß!

Frohe Weihnachten

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Jetzt ist das Jahr schon wieder fast vorbei. Mir ist es mal wieder nicht gelungen, so richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Der Advent ist irgendwie immer hektisch, und in meinem Leben war so viel los, dass wenig Besinnlichkeit aufgekommen ist. Morgen werde ich zu meinen Eltern fahren, für einen gemütlichen Heiligabend und am 1. Weihnachtstag noch zum Mittagessen, bevor es spätnachmittags wieder nach Hause geht.

Eigentlich freue ich mich aber mehr darauf, in den nächsten Wochen Alltag einkehren zu lassen. Mal nicht unterwegs zu sein, sondern die ganze Woche zu Hause zu planen, mit ausreichend Zeit zum Arbeiten, für neue Kontakte, aber auch für Sport, zum Lesen und Schreiben, für Freundschaften. In diesem Sinne werde ich ab dem 26. wieder in Hamburg sein und auch zwischen den Feiertagen für Dates zur Verfügung stehen.

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten!

Öffentlichkeitsarbeit

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Vor ein paar Tagen schellte abends mein Telefon und am anderen Ende der Leitung meldete sich eine Frauenstimme: „Guten Abend! Ich bin von der BILD-Zeitung und möchte einen Artikel schreiben über die Geheimnisse deines Berufs.“ Ich lehnte sofort ab, worauf sie noch einwarf, dass „ich doch so offen sei, im Internet mein Gesicht zeigen würde…“ – und ob ich nicht eine Kollegin wüsste, die das machen würde?

Ich habe das sogar noch an meine Kolleginnen im Appartement weitergeleitet, aber die waren alle derselben Ansicht wie ich: Gerade von BILD sei kein ehrlicher Bericht zu erwarten, sondern nur Klischees, und für so was würde sich keine von uns den Vorurteilen und Verurteilungen der Öffentlichkeit aussetzen.

Ich bin Mitglied im BesD (Berufsveband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V.), der sich für die Rechte von Prostituierten einsetzt und gegen die Stigmatisierung dieser Tätigkeit. In diesem Rahmen verfolge ich die Öffentlichkeitsarbeit, die einige Kolleginnen betreiben. Ich bewundere, was sie tun und wie sie es tun; es sind alles gebildete, reflektierte Frauen, die sich der Risiken bewusst sind und wissen, worauf sie achten müssen.

Trotzdem erlebe ich auch dort immer wieder, dass es schief geht: Dann werden Interviews so zerpflügt und verdreht, bis sie zur These des Journalisten passen (gerne genommen bei der EMMA). Oder es wird von Anfang an die Frau in Frage gestellt, indem man an ihrem Auftreten/ ihrem Aussehen/ ihrer Biografie/ etc herumkritisiert, bis sie scheinbar nicht mehr ernst zu nehmen ist (so passiert beim SPIEGEL).

Für mich bleibt das Dilemma: Ich sehe den Wert von Öffentlichkeitsarbeit und glaube, dass es wichtig ist, dass sich mehr Frauen öffentlich zeigen mit ihrer Arbeit und ihrer Person. Nur damit erreichen wir, dass man mit uns redet und nicht nur über uns! Aber solange selbst Frauen, die eindeutig viel besser dafür gewappnet sind als ich, immer wieder an dieser Aufgabe scheitern, sehe ich mich nicht in der Lage, das Risiko für mich persönlich einzugehen und die Konsequenzen eines solchen Schrittes zu tragen.

Nachtrag: Die Dame ist jetzt auch hier unterwegs, heute hat sie mich angeschrieben (sonderlich gut organisiert scheint sie demnach nicht zu sein). Irgendwann wird sie wohl jemanden finden, der naiv genug ist…

Privatwohnung vs. Appartement – Teil 2

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(Teil 1 habe ich gestern hier gespostet, siehe unten)

Vor zwei Jahren habe ich die Wohnung, in der ich sowohl gewohnt als auch gearbeitet habe, aufgegeben und war erst knapp ein Jahr in einem Appartement in HH-Schnelsen, bevor ich in meinem jetzigen Appartement in HH-Billbrock gelandet bin. Jetzt arbeite ich wieder wie die meisten anderen Menschen auch: Ich fahre morgens mit dem Fahrrad oder der S-Bahn ins Appartement und abends wieder nach Hause.

Für mich liegen die Vorteile klar auf der Hand: Dadurch dass Arbeit und Privatleben klar getrennt sind, bin ich im Privatleben entspannter und bei der Arbeit konzentrierter. Ich bin nicht mehr ganz so spontan wie früher bzw habe wieder so was wie Arbeitszeiten etabliert: nachmittags bin ich im Appartement und auch spontan besuchbar; vormittags, abends und am Wochenende brauche ich deutlich Vorlauf.

Im Appartement bin ich selten allein mit meinem Gast. Wir haben fünf Zimmer, die fest vermietet sind, plus Terminfrauen, die das Studio nutzen – klingt viel, aber mehr als drei oder vier Frauen sind fast nie gleichzeitig im Appartement. Manchmal ist es unruhiger, als es in einer Privatwohnung wäre, aber wir achten alle sehr darauf, Rücksicht aufeinander zu nehmen und Diskretion zu wahren.

Auf der anderen Seite ist es schön für mich, mit Kolleginnen reden zu können, und manche Termine würde ich ohne diese Sicherheit im Hintergrund gar nicht machen (z.B. mich fesseln lassen). Ab und zu machen wir auch mal zusammen Termine – meist ein sehr aufregendes Erlebnis für den Gast und für manche die Erfüllung eines Traums.

Das Appartement hat einen deutlich höheren Ausstattungs-Standard als eine Privatwohnung. Schon meinem Zimmer merkt man an, dass es halt für meine Spiele eingerichtet wurde und kein durchschnittliches Schlafzimmer ist. Mittlerweile habe ich es sehr auf meine Bedürfnisse und Wünsche angepasst und genieße jeden Termin dort.

Falls jemandem der Sinn nach etwas Ausgefallenerem steht, kann ich nach Absprache ein SM-Studio und einen Klinikraum nutzen. Schon mal Sex auf einem Gyn-Stuhl gehabt? Oder in einer Sling? Fesselspiele am Kreuz oder auf der Liege? Alles kein Problem…

Ach ja, und wir haben drei Bäder: Zwei für Gäste und eins nur für die Frauen. Die für die Gäste in Gästebad-Qualität, mit frischen Handtüchern und verpackter Einmal-Kosmetik. Das Frauen-Bad halt ein Frauen-Bad, in dem jede ihre Kosmetik rumstehen hat und auf der Heizung Handtücher und Kleidung trocknet.

Ein klarer Appartement-Vorteil für mich: Wenn was nicht funktioniert, spreche ich die Vermieterin an und sie kümmert sich. Ich mache eine Woche Urlaub, und in der Zeit wird mein Zimmer gestrichen; das ist für mich der pure Luxus, musste ich mich doch jahrelang um jede Kleinigkeit selber kümmern (von verstopften Abflüssen im Bad bis zum kaputten Trockner – alles bitte sofort, ist dringend).

Ab und zu denke ich noch darüber nach, ob ein eigenes Appartement, nur für mich, nicht die schönere Lösung wäre. Aber im Moment bin ich glücklich da, wo ich bin, und habe nicht vor, da in den nächsten Monaten etwas dran zu ändern.

Privatwohnung vs. Appartement – Teil 1

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Ab und zu kommt es vor, dass jemand es ablehnt mich zu treffen, weil ich nicht privat besuchbar bin und er nie in einen „Puff“ gehen würde. Nun, über die Auslegung des Wortes „Puff“ (und vergleichbarer Slang-Begriffe) lässt sich wohl streiten, aber hier mal ein paar Überlegungen von mir zu dem Thema:

Ich habe neun Jahre lang in meiner Privatwohnung gleichzeitig gearbeitet. Teilweise habe ich voll dort gewohnt, teilweise nur als Zweitwohnsitz. Ich hatte immer ein Zimmer für mich privat, eins zum arbeiten, und habe dabei dasselbe Bad benutzt wie meine Gäste und die Küche mehr zum Wäsche waschen benutzt als zum Kochen.

Ab und zu denke ich schon daran, dass es ja ganz praktisch war, abends nicht mehr ewig durch die Gegend fahren zu müssen und auch am Wochenende noch mal kurz einen Termin zu machen, ohne dass es mich gleich den halben Tag kostet. Aber insgesamt überwiegen doch die Nachteile:

Ich war nie richtig entspannt in der Wohnung, denn es war halt immer gleichzeitig auch mein Arbeitsplatz. Und egal wie oft ich gesagt habe, ich würde nur auf Termin arbeiten und man solle bitte nicht einfach vorbeikommen, irgendwer stand doch immer unangemeldet vor der Tür. Das hat dazu geführt, dass ich schon nach kurzer Zeit die Tür nur noch aufgemacht habe, wenn ich einen Termin hatte, ansonsten habe ich jegliches Klingeln ignoriert – hat der Postbote eben Pech gehabt, ich hole mein Paket dann halt am nächsten Tag in der Filiale ab.

Mal was rumliegen lassen, weil es ein fauler Tag war? Ging gar nicht. Besuch? Schwierig – wie erkläre ich die Aufteilung der Wohnung, und was mache ich wenn es plötzlich schellt. Das Bad war neutral eingerichtet, mein Kosmetik-Kram sorgfältig in einem Koffer weggeräumt.

Gäste legen so viel Wert auf Diskretion, dass sogar die Herausgabe eines Vornamens und einer Handy-Nummer als Zumutung empfunden wird. Umgekehrt gilt das nicht: Meine Adresse fand (und finde) ich bald auf allen möglichen Seiten, von denen die meisten eher unseriöser Natur waren und die ihren Stammsitz an einem Ort haben, der jede Chance, das wieder löschen zu lassen, zunichte macht. Da stand dann gerne mal wieder jemand unangemeldet vor der Tür – und wenn ich nicht da war, wurde auch bei den Nachbarn geschellt und gefragt, wo denn die Frau von den Erotik-Massagen sei. Ich sehe es heute noch als ein Wunder an, dass ich in dieser Zeit weder mit dem Vermieter noch mit dem Ordnungsamt Ärger hatte.

Und obwohl es bitte privat sein sollte, wurde Studio-Standard erwartet: Dasselbe Bad wie ich zu benutzen, war eine Zumutung für einige meiner Gäste. Auch an Möbeln, Heizung, Fußboden u.a. wurde gerne mal rumgemäkelt. Alle sollte bitte mindestens guten Hotel-Standard haben, Wohnungs-Standard reichte nicht… aber es sollte bitte möglichst privat sein.

Vor zwei Jahren habe ich die Wohnung aufgegeben und war erst knapp ein Jahr in einem Appartement in HH-Schnelsen, bevor ich in meinem jetzigen Appartement in HH-Billbrock gelandet bin. Jetzt arbeite ich wieder wie die meisten anderen Menschen auch: Ich fahre morgens mit dem Fahrrad oder der S-Bahn ins Appartement und abends wieder nach Hause.

Teil 2 folgt morgen – dort schreibe ich dann über die Vor- und Nachteile des Appartements

Mein Zimmer

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Zeit für eine Auszeit. Diese Woche bin ich von Mittwoch bis Sonntag in Köln, um meine Ausbildung zu beenden; danach wird es dann hoffentlich deutlich ruhiger in meinem Leben. Da ich schon seit letzter Woche etwas angeschlagen bin, habe ich es die letzten Tage ruhiger angehen lassen und nur noch wenige Termine gemacht; eine Entschuldigung an alle, die kurzfristig keinen Termin mehr bekommen haben – ab nächster Woche bin ich wieder voll da!

Da ich diese Woche eh kaum da bin, habe ich mein Appartement-Zimmer an eine Terminfrau abgegeben. Als wir das vor ein paar Wochen so abgesprochen haben, erschein es mir die perfekte Lösung. Jetzt stelle ich allerdings fest, dass es mir nicht so leicht fällt wie erwartet.

Ich habe dieses Zimmer jetzt seit ziemlich genau einem Jahr und in diesem Jahr ist es sehr deutlich MEIN Zimmer geworden. Erst habe ich es immer mehr und mehr mit meinen Sachen eingerichtet, und vor ein paar Wochen habe ich sogar angefangen, die Möbel nach meinem Geschmack umzustellen und so das ganze Zimmer auf meine Wünsche und Bedürfnisse einzurichten.

Es mag sehr esoterisch klingen, aber ich habe das Gefühl, dass das Zimmer deutlich meine Energie angenommen hat. Es jetzt jemandem anders zu überlassen, und sei es auch nur für eine Woche, fühlt sich komisch an. Zumal diese Frau zwar sehr nett und zuverlässig ist, aber vom Stil her so völlig anders als ich.

Wahrscheinlich haltet Ihr mich jetzt für zickig – geht mir fast selbst so! Na ja, nächsten Montag bin ich ja wieder da, und dann ist es auch sicher schnell wieder mein Zimmer.
Habt eine gute Woche!

Latex-Session

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Im Mai habe ich ganz begeistert von meinem ersten Latex-Kleid berichtet. Ich habe es seitdem häufiger getragen, für Kunden oder einfach so für mich, um das Gefühl auf der Haut zu genießen.

Nun hatte ich einen Kunden, der totaler Latex-Fetischist war und frage, ob ich nicht auch Latex für ihn hätte. Ich rief eine Kollegin zur Hilfe, die mehr Erfahrung mit so was hat und sich in unserem Studio auskennt, und so trug er kurz darauf einen Latex-Anzug mit strategisch günstig platzierten Löchern. Außerdem sollte ich Handschuhe anziehen und beide setzten wir Masken auf.

Es funktionierte für mich gar nicht! Mein Erotik basiert auf Kontakt und Nähe, und bei jeder Berührung 1-2 Lagen Latex dazwischen zu haben, brachte bei mir jegliche Inspiration zum erliegen.

Die Erotik und Erregung, die es bei mir auslöst, selbst Latex zu tragen, brachte mich irgendwie in die Session, und seine Anleitung und guter Wille meinerseits ließen sie mich für ihn befriedigend zu Ende bringen.

Ich buche das unter Erfahrung. Wieder etwas, dass ich über mich und meine Erotik und Erotik im Allgemeinen gelernt habe. My kink is not your kink… In Zukunft bleibe ich auf meiner Spielwiese und werde solche reinen Fetisch-Sessions ablehnen.

Gesundheitsgedanken

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Vor ein paar Tagen war ich mit einer Freundin auf der Langen Reihe (St Georg) verabredet. Als wir am Büro von „Leuchtfeuer“ vorbeigingen, kam sie auf die Idee, doch mal zu fragen, ob es schon den neuen Teddy gibt. Gibt es. Für alle, die es nicht kennen: Leuchtfeuer ist eine Organisation, die Hilfe für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke anbietet. Jedes Jahr im Dezember verkaufen sie in der Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofs kleine Teddys, als Spendenaktion und Zeichen für Solidarität. Ich habe mittlerweile ein ganzes Regalfach voll (siehe auch meinen Artikel „Der Leuchtfeuer-Teddy“ vom 07.12.15).

Da ich danach gedanklich eh mal wieder mit Gesundheitsthemen beschäftigt war, ging ich zwei Tage später zu Casa Blanca zur regelmäßigen Gesundheitskontrolle. Casa Blanca ist ein Zentrum in Hamburg-Altona, spezialisiert auf sexuell übertragbare Krankheiten (STI). Sie bieten kostenlose HIV-Tests (für alle) und Beratung und ausführliche Untersuchung für Prostituierte an. Die Mitarbeiterinnen sind sehr nett, hilfsbereit und frei von Vorurteilen, Verurteilungen und unverwünschter Ausstiegshilfe (wobei ich sicher bin, dass sie auch Ausstiegshilfe geben, wenn danach gefragt wird).

Ich bin dankbar dafür, in einer Großstadt zu leben und auf eine so gute Infrastruktur zurückgreifen zu können. Früher hatte ich einen sehr guten Gynäkologen, aber es ist schon toll und etwas besonderes, mit jemandem offen reden zu können über alle Fragen, Sorgen und Gedanken, die so aufkommen.

Manchmal frage ich mich, wie sich das Mitte nächsten Jahres verändern wird. Wenn das neue Prostitutionsgesetz kommt, sind alle gemeldeten Frauen verpflichtet, ein Mal im Jahr ein „Gesundheitsberatungsgespräch“ zu führen. Dann sitzen hochmotivierte, freundliche Mitarbeiterinnen wohl plötzlich häufig Frauen gegenüber, die nur genervt einen Pflichttermin hinter sich bringen wollen. Wie lange diese Mitarbeiterinnen dann wohl noch motiviert und gerne ihre Arbeit machen? Aber klar, das Gesetz ist ja nur zum Schutz der armen Prostituierten… Ich frage mich, wie as erst wird in den Städten, die nicht über diese Infrastruktur verfügen.

AO-Anfragen – die perfekte Antwort!

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Ich habe gestern was gelesen, was ich unbedingt mit Euch teilen möchte:

Eine Kollegin bekam einen Anruf, bei dem der Herr am anderen Ende der Leitung erst nach OV pur fragte (was sie nicht anbietet) und danach sogar nach AO. Sehr ruhig und freundlich antwortete sie: „Das ist kein Problem. Nur ist es bei mir so, dass alles, was ohne Schutz meinen Mund oder meine Vagina berührt, erst mal für 10 Minuten in kochendem Wasser sterilisiert wird.“

Einige Sekunden Schweigen am anderen Ende der Leitung, dann machte der Anrufer sehr deutlich, was er von dem Vorschlag hielt – ob sie den total übergeschnappt sei?!?! Sie, immer noch sehr ruhig und freundlich: „Kein Problem, ein Kondome tut es auch.“

Schade, dass ich nicht so schlagfertig bin!

Terminchaos

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Die letzte Woche war terminmäßig mal wieder arg chaotisch – und damit irgendwie auch lehrreich, brachte alle meine Probleme und (Vor)Urteile zu dem Thema auf den Tisch.

Es fing Dienstag an. Bereits am Wochenende hatte jemand mit mir einen langen Termin am Mittag vereinbart, um den ich alle anderen Termine herumgelegt habe, bzw auch zwei Termine ablehnen musste, die für denselben Zeitraum angefragt wurden. 45 Minuten vor dem Termin bekam ich eine SMS: „Es schneit und ich habe keine Winterreifen, kann leider nicht kommen.“ Hallo? Es schneit seit heute morgen um sechs! Das hätte ihm ja wohl auch etwas eher einfallen können!

Mittwoch war ich wegen Terminen schon sehr früh im Appartement. Ab mittags habe ich dann nur noch rumgeseßen; um sechs fuhr ich nach Hause, der Tag war lang genug gewesen. Um acht schellte mein Telefon dann noch mal, als ich gemütlich zu Hause auf der Couch saß: Ob ich nicht spontan noch einen Termin machen könnte? Konnte ich nicht.

Donnerstag arbeite ich eh nur halb, da ich morgens Unterricht habe. Diesen Donnerstag habe ich dann den Rest des Tages mit einem ganz tollen Stammkunden von mir verbracht, und deswegen mehrere Terminanfragen abgelehnt. War total gut, aber leise regte sich mein schlechtes Gewissen: Darf ich mir das erlauben, so als Selbständige und Dienstleisterin? Einfach mal nicht zur Verfügung stehen…

Freitag habe ich dafür dann wieder nur rumgeseßen. War aber okay, denn ich habe endlich die Abschlußarbeit für meine Ausbildung fertig geschrieben, und abends war ich verabredet. Die Nacht war intensiv, in jeder Hinsicht…

… und am Samstagvormittag hatte ich dann ein großes Problem: Ich hatte einen Termin angenommen für mittags, war aber übermüdet und emotional echt neben der Spur. Ich habe den Termin dann abgesagt – und habe seitdem ein schlechtes Gewissen deswegen. Einerseits ist es für beide Seiten unbefriedigend, wenn ich mich dann doch zu solchen Terminen zwinge. Andererseits bin ich halt Dienstleisterin, und noch dazu wünsche ich mir von meinen Kunden, dass sie ihre Termine möglichst früh zu vereinbaren; da sollte Zuverlässigkeit von meiner Seite gegeben sein. Ist es auch – bis auf zwei oder drei Mal im Jahr, wo halt einfach nichts mehr geht.

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