Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Kategorie: Gedanken (Seite 8 von 11)

Gedanken zu verschiedenen Themen im Rahmen der Sexarbeit

Loose Enden

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Nicht nur in der Corona-Zeit, sondern auch sonst verliert sich der Kontakt zu den meisten Kunden nach kurzer oder längerer Zeit. Für mich ist es nur selten ersichtlich, warum jemand nicht mehr kommt: war ich doch nicht so sein Typ, gibt er sein Geld lieber für andere Dinge aus als für Paysex, lebt er jetzt eine Beziehung… Es gibt selten ein klares Ende, und die meisten meiner Kunden hinterlassen nur flüchtige Eindrücke.

Doch manchmal gibt es loose Enden, die mir noch eine Zeit lang in Erinnerung bleiben. Ein solches loses Ende ist z.B. ein Kunde, der ein gutes Jahr lang alle 6-8 Wochen zu mir kam. Zum letzten Mal habe ich ihn im letzten Sommer gesehen, da erzählte er mir von einer Krebs-Diagnose. Manchmal frage ich mich, ob er überhaupt noch am Leben ist.

Solche loosen Enden, wo ich nicht mal weiß, ob derjenige noch lebt, hinterlassen eine diffuse Traurigkeit. Mittlerweile gibt es eine handvoll Kunden, die mir (auch) so in Erinnerung geblieben sind. Ich wünsche jedem ein gutes, erfülltes Leben – darüber nachzudenken, ob jemand überhaupt noch die Chance dazu hat, oder gesundheitlich schon fast am Ende seines Weges ist, macht mich traurig.

Ein neuer Aspekt von Consent

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Das Konzept des Consent (Zustimmung) beschäftigt sich mit der Frage, wie zu jedem Zeitpunkt sichergestellt werden kann, dass eine sexuelle Begegnung einvernehmlich ist. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Aspekte betrachtet, u.a. generelle Zustimmung, Zustimmung zu bestimmten Techniken, Safer Sex/ Verhütung u.a.

In Zeiten von Corona erlebe ich immer mehr, dass sich der Bereich Consent auf den Umgang mit dem Infektionsrisiko von Covid-19 erstreckt. Schon im nicht-sexuellen Bereich führe ich laufend solche Gespräche: Maske ja oder nein? Wie viele Kontakte hast du? Was machst du beruflich – Homeoffice oder mit Menschen? Wirst du regelmäßig getestet? Bist du schon geimpft?

Im Bereich der sexuell übertragbaren Krankheiten hat sich im Paysex ein Standard durchgesetzt, der die Verwendung von Kondomen bei jeder Art von Verkehr vorsieht und meist auch beim Oralverkehr (wobei Lecktücher eher unüblich sind). Das macht solche Gespräche meist unnötig.

Noch ist Prostitution überall verboten, mit Ausnahme Erotischer Massagen, die in einigen Bundeländern unter „körpernahe Dienstleistungen“ fallen und demnach wieder erlaubt ist. Aber ich finde es ein spannendes Thema, wie sich dies entwickeln wird, wenn der Lockdown weiter gelockert wird.

Natürlich gibt es viele gesetzliche Auflagen, sowohl speziell für den Paysex (Prostitutionsschutzgesetz) als auch spezielle Corona-Auflagen für alle Bereiche des Lebens. Aber seien wir ehrlich: wer hält sich wirklich 100% an die Maskenpflicht und Abstandsregeln? Vieles ist dann doch eher eine Frage des persönlichen Sicherheitsgefühls und der Absprachen.

(Wer sich näher mit dem Thema Consent beschäftigen möchte, kann mal nach „Wheel of Consent“ von Dr Betty Martin googeln – leider noch überwiegend auf Englisch.)

Unmoralisches Angebot

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Vor ein paar Tagen hat eine Bekannte von mir auf Facebook berichtet, dass sie ein „unmoralisches Angebot“ bekommen hat. Von jemandem, den sie sogar schon kennt und der unbedingt etwas mit ihr wollte, sie aber nicht mit ihm. Er rettete sich dann in die Aussage: „Es sind ja harte Zeiten für viele… wäre Geld vielleicht eine Möglichkeit?“ Sie war angepisst, hat ihm mangelnden Respekt gegenüber Frauen vorgeworfen und ihn dann blockiert.

Hier auf Kaufmich würde man über sowas wohl eher lachen und über den Preis verhandeln. Der Unterschied ist: Wir sind alle bewusst hier, weil wir das so wollen. Wenn wir uns zu lange in dieser Blase bewegen, vergessen wir, dass dies für die meisten Menschen nicht normal ist – und viele Frauen ein solches Angebot als Beleidigung empfinden.

Nicht jede Frau ist bereit, für Geld Sex zu haben. Es ist eine klare Grenzverletzung, einer Frau, die sich nicht in diesen Kreisen bewegt und von sich aus Sex gegen Geld anbietet, ein solches Angebot zu machen. Vergleichbar damit, hier nach AO zu fragen oder nach Dingen, die eine Frau explizit nicht anbietet – eine Grenzverletzung und ein Machtspiel.

Trotzdem empfinden viele Männer ein solches Verhalten als völlig normal und verstehen nicht, worüber die Frauen sich so aufregen. Umgekehrte Situation: Ich bin privat unterwegs, auf einem Dating-Profil oder im realen Leben in einer Bar. Dort spreche ich mit jemandem, flirte, und irgendwann sage ich dann: „Wir können zu mir gehen, aber dafür will ich Geld.“ Ich kann mir den Shitstorm (empörte Beschimpfungen, Beleidigungen,“das hab ich nicht nötig“ usw.) lebhaft vorstellen!

Kosenamen

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Kosenamen sind eigentlich etwas, das sehr engen Beziehungen vorbehalten ist – ein Zeichen für Vertrautheit, Nähe, Zärtlichkeit. Kosenamen entwickeln sich mit der Zeit und sind meist sehr persönlich, geboren aus der Geschichte zwischen zwei Personen.

Im Paysex sind allgemeingültige Kosenamen allerdings erschreckend weit verbreitet: Frauen, die mit „Hallo Süßer“ ans Telefon gehen, und Männer, die Frauen mit „Hey Sexy“ anschreiben. Wenn ich eine Kollegin dabei beobachtet habe, war mir meist klar, dass wir keine engen Freudinnen werden – das Niveau ist einfach zu unterschiedlich. Genauso bin ich meist versucht, Mails von Männern, die mich so ansprechen, gleich wieder zu schließen.

Mit „Traumfrau“ angesprochen zu werden, ist für mich ein Grenzbereich, schließlich ist das mein Profilname. Lieber ist mir Tina, der Name, mit dem ich mich in meinem Profil vorstelle. Ich schreibe Kunden auch nicht mit ihrem Profilnamen an, sondern mit dem Namen, den sie (hoffentlich) in ihrer ersten Mail nennen.

Für mich ist es ein Zeichen von Respekt, jemandem mit seinem Namen anzusprechen und auch den eigenen Namen zu nennen. Es gibt Menschen, die sprechene in Date ab und treffen sich, ohne Namen zu nennen. Das finde ich furchtbar – klar ist im Paysex nicht immer der andere persönlich gemeint, aber den anderen durch seinen Namen wenigstens als Menschen wahrzunehmen und nicht nur als Hure/ Freier finde ich wichtig.

Paysex als Beziehungssuche

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Wenn mich jemand anschreibt, schaue ich mir meist auch das Profil desjenigen an. Die meisten Profile von Kunden sagen nicht viel aus, aber einige sind sorgfältig angelegt und aussagekräftigt. Überrascht war ich, als ich vor einigen Zeit in einem Kunden-Profil gelesen habe: „Ich suche nur was Ernstes für eine langfristige Beziehung. Kein finanzielles Interesse!“ Da hat wohl jemand den Sinn von kaufmich so gar nicht verstanden!

So direkt passiert es selten, aber es kommt schon ab und zu vor, dass sich Kunden von der Begegnung mit einer Sexarbeiterin mehr erhoffen – echte Zuneigung, Gefühle, privatae Treffen, bis hin zu einer Beziehung. Einige Sexarbeiterinnen nutzen dafür den unschönen Begriff „Liebeskasper“.

Für mich unterscheide ich da zwei Arten. Manche Männer, die zu einer Sexarbeiterin gehen, sind in ihrem Leben einsam – nicht nur was Körperlichkeit und Sexualität angeht, sondern auch generell was Kontakte (Freundschaften etc) angeht. Bei einer Sexarbeiterin bekommen sie plötzlich volle, ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuwendung – da fällt es dann leicht, die Bedürfnisse auf diese Frau zu projezieren und sich mehr von dieser Zuwendung und Aufmerksamkeit zu erhoffen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Die Frau wird in diesem Fall zur Projektionsfläche, ihre eigenen Wünsche und ihre Persönlichkeit spielen kaum eine Rolle.

Manchmal passiert es auch, dass sich ein Mann wirklich in eine Sexarbeiterin verliebt. Es soll vorkommen, dass sie diese Gefühle erwiedert und sich daraus wirklich eine Beziehung entwickelt. (Ob das funktionieren kann, ist ein anderes Thema.) Sehr viel häufiger ist es jedoch so, dass die Frau die Gefühle nicht erwiedert. Wenn sie fair ist, sagt sie das so und bittet den Mann, nicht mehr zu ihr zu kommen. Einige lassen den Kunden weiterhin kommen und verdienen so Geld. Es gibt sogar Frauen, die halbgare Versprechen machen, um den Kunden bei der Stange zu halten und so Geld zu verdienen – die unschönste Art, mit so einer Situation umzugehen.

Alles in allem ist Paysex aber nicht zur Beziehungssuche geeignet. Für Sexarbeiterinnen ist es Arbeit, und egal wie sehr sie ihren Job genießen, so trennen doch fast alle zwischen Beruf und Privatleben. Als Kunde mit der Hoffnung auf eine Beziehung in ein Paysex-Date zu gehen ist der beste Weg, enttäuscht, frustriert und verletzt zu werden.

Das kleine schwarze Buch

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Im Paysex ist es üblich, sich nur mit Vornamen vorzustellen (und viele nutzen nicht einmal ihren richtigen, auch nicht die Kunden). Nun sind Vornamen kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal… Immer wieder kommt es vor, dass ich Anrufe oder Nachrichten kriege a la „Hallo, hier ist Michael! Ich war vor ein paar Jahren mal bei dir und es war ganz toll. Erinnerst du dich noch an mich?“

Nun ist Michael kein seltener Name (und viele andere Vornamen auch nicht), und nach Jahren werde ich wohl die Telefonnummer auch nicht mehr gespeichert haben. Ich speichere Telefonnummern 6-8 Monate, außer bei langjährigen Stammkunden, ansonsten verkommt mein Telefonspeicher zur Daten-Müllhalde. Meist habe ich in solchen Fällen also keine Ahnung, mit wem ich da gerade spreche.

Ich habe von Kolleginnen gehört, die in irgendeiner Form versuche, sich zu Kunden Notizen zu machen – in einem Notizbuch (daher die Überschrift) oder in digitaler Form. Ich habe das auch mal versucht, es jedoch wieder aufgegeben. Es ist viel Arbeit, und häufig gelingt es mir trotz aller Mühe nicht, die Notizen zu den Terminen dann auch korrekt miteinander und mit Namen/Nicknamen/Telefonnummer zu verknüpfen.

Mittlerweile sehe ich das also entspannter und erlaube mir einfach, vor jedem Termin noch mal nach Wünschen und Vorlieben zu fragen. Manchmal erscheint mir das sogar sinnvoller, denn Stimmungen und Ideen können sich auch ändern, und so kann ich immer auf aktuelle Einfälle reagieren.

Triebabfuhr-Theorie

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Prostitution ist jetzt seit gut einem halben Jahr verboten und wird nur sehr zögerlich wieder erlaubt. Natürlich halten sich da längst nicht alle dran, weder Anbieterinnen noch Kunden, und viele Stellen warnen mittlerweile davor, dass Sexarbeit in die Illegalität gedrängt wird und damit gefährlicher und unkontrollierbarer für alle Beteiligten wird.

In dieser Zeit gab es hier auf KM und auch in der Presse einige Beiträge, die Vergewaltigungen und/ oder häusliche Gewalt in Zusammenhang setzten mit dem Prostitutions-Verbot. Es wurde also (direkt oder indirekt) gesagt, dass Männer ja irgendwo ihren Sexualtrieb abreagieren müssen, und wenn sie das nicht bei Prostituierten können, tun sie es mit Gewalt.

Ich finde solche Aussagen erschreckend und weise sie weit zurück. Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass irgendeiner meiner Kunden zu einer Vergewaltigung fähig wäre. Alle Anbieterinnen hier erwarten von ihren Kunden den Respekt, den diese auch jeder anderen Frau entgegenbringen sollten. Ich glaube nicht, dass es Männer gibt, die eine grundlegende unterschiedliche Einstellung Prostituierten gegenüber haben als zu Frauen im allgemeinen – umgedreht ausgedrückt: wer sich einer Prostituierten gegenüber respektlos verhält, tut dies auch bei allen anderen Frauen (wenn wohl auch etwas gedämpfter).

Die Theorie, dass es Triebe gibt, die den Menschen beherrschen, die sich aufbauen und nur bedingt kontrolliert werden können und in jedem Fall nach Entladung (oder Sublimierung) drängen, geht übrigens auf Sigmund Freud zurück und wurde später von Wilhelm Reich aufgegriffen und erweitert. Freud hat seine Definition der Triebe mehrfach umgeschrieben und in der heutigen Psychologie sind sie stark umstritten.

Auch mir erscheint die Trieb-Theorie nicht schlüssig. Menschen und ihre Bedürfnisse und Handlungen sind zu komplex, um auf eine handvoll Triebe als Motivation für Handlungen hinuntergebrochen zu werden. Selbst Sex hat ja nicht immer nur mit dem Ausleben von Sexualität zu tun, sondern mit einer Reihe von Gefühlen und Bedürfnissen.

P-Größe und P-Bilder

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Meinen letzten Blog habe ich über die Frage der passenden Kondomgröße geschrieben und dafür sehr viel Feedback bekommen. Damit hatte ich nicht gerechnet; es gibt deutlich mehr Männer, die sich mit dem Thema schon beschäftigt haben, als ich erwartet hätte.

Ein paar Mails sind dann abgewichen und haben sich allgemeiner mit der Frage der Penisgröße beschäftigt. Das scheint für Männer echt ein wichtiges Thema zu sein (vielleicht vergleichbar mit der Frage nach der Größe der Brüste bei Frauen). Zu groß, zu klein, eher Mittelmaß – dick, dünn, etwas krumm – da kann man(n) sich schnell Komplexe einreden und/ oder nach Bestätigung suchen.

Als Frau bin ich eher irritiert, wenn mich jamnd nach meinen Penis-Vorlieben fragt (und dabei wohl hofft, dass meine Vorlieben seiner Ausstattung entsprechen). Ich halte es eher mit dem Motto: „Es kommt nicht auf den Hammer an, sondern wie man damit hämmert.“ Wenn die Chemie zwischen mir und einem Mann nicht passt, nützt mir auch der tollste Schwanz nichts!

Eine heftige Reaktion habe ich ausgelöst, als ich die Zusendung eines Penisbildes ablehnte. (Manchmal kriege ich die auch ungefragt zugesand.) Jungs, ganz ehrlich, was bringt Euch das? Ich kann anhand solcher Bilder eh nichts beurteilen, da meist ein Referenzrahmen fehlt (und ich auch mit cm-Angaben nur wenig anfangen kann). Und solche Bilder törnen mich einfach ab! Ich mag Erotik, Kontakt, Kribbeln, einen Körper erkunden und entdecken, als Gesamtbild. Nackte Tatsachen vor dem ersten Treffen sind da so effektiv wie ein Schlag ins Gesicht.

Geld und Anerkennung

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Es heißt immer wieder, dass Sexarbeit „leicht verdientes Geld“ sei. Das finde ich nicht. Im Gegenteil, es ist eine ziemliche Anstrengung, bei dieser Arbeit nicht die Perspektive und damit längerfristig den Halt zu verlieren. Außerdem gibt es viele Übergriffe in diesem Job; eine Frau muss Stärke und klare Grenzen haben.

Es gibt aber auch etwas, dass man in diesem Job schneller und klarer bekommen kann als in fast jedem anderen: Anerkennung. Dass jemand bereit ist, einen nicht unerheblichen Geldbetrag dafür zu bezahlen, Sex mit mir zu haben, Zeit mir mir zu verbringen, sich das wünscht was ich insgesamt zu bieten habe – das ist in meinen Augen eine enorme Anerkennung.

Ein Date perfekt zu gestalten, so dass der Kunde befriedigt und entspannt geht danach, ist eine Kunst und etwas, dass frau lernen kann und muss. Und es kann ein wahnsinniger Kick sein.

Ich ziehe meine Lust nur selten aus dem Sex an sich, sondern zumeist aus dem Flow. Aus der Macht, perfekte Momente erschaffen zu können, mich absolut in den anderen einzufühlen, seine Wünsche zu erfüllen.

Wenn es nur um Geld ginge, würde ich wohl schon lange keine Sexarbeit mehr machen. Es ist dieser Tanz um Macht und Anerkennung zwischen Anbieterin und Kunden, der es für mich immer wieder spannend macht.

Marketing und Werbung

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Vor zwei Wochen habe ich von Kaufmich eine (Standard-)Mail bekommen, die zum Schreiben von Blogs aufforderte – diese seien wichtig für das Gesamtprofil als Anbieterin und für das Marketing-Konzept.

Andererseits passiert es mir immer wieder, dass Blogs von mir nicht freigeschaltet werden, weil sie „Werbung“ enthalten. Ist Marketing nicht auch Werbung? Nur halt ein bisschen geplanter…

Mit Marketing-Konzepten habe ich mich im Rahmen anderer Ausbildungen/ Tätigkeiten beschäftigt; in der Sexarbeit ist das eine relativ neue Entwicklung. Ich kenne nur eine handvoll Anbieterinnen, die sich Gedanken über ein Gesamtkonzept in ihrem Auftreten machen. Die meisten verlassen sich auf sexy Fotos und/ oder eine überzeugende Serviceliste.

Ich bin da etwas hin und her gerissen. Einerseits verstehe ich den Sinn davon, eine „Anbieter-Persona“ zu entwickeln – quasi die Essenz der Eigentschaften von mir, die ich verkaufen möchte, von denen der Kunde den größten Gewinn hat. Andererseits arbeite ich am liebsten mit Stammgästen, die ich über viele Monate und Jahre treffe und die demnach eine Menge Seiten an mir kennenlernen, nur selten beschränkt auf ein oder zwei Aspekte, die sich in so ein Marketing-Konzept gießen lassen würden.

Neukunden lesen meist erst mal nur das Profil. Dort sollten klare Informationen enthalten sein und ein präziser Eindruck davon, wer ich bin und was ich anbiete. Im Blog sehe ich das lockerer. Da erzähle ich von Aktuellem, von Vergangenem und von Ideen für die Zukunft – ohne Konzept, dafür mit mehr Untertönen. Ich finde das für den Kunden auch spannender, als mich immer an ein Konzept zu halten und genau zu überlegen, welchen Eindruck ich vermitteln will. Manchmal ist es auch verwirrend – aber das lässt sich dann im persönlichen Kontakt klären.

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