Traumfrau mit Nebenwirkungen

Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

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Zeit zum Durchatmen

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Montag ist in den letzten Wochen ein ruhiger Tag, und auch heute hat mein Telefon noch nicht geschellt. Ich genieße das gerade und sitze zu Hause am Schreibtisch. In den letzten Wochen hat sich hier so einiges angesammelt, und ich neben dem äußeren Aufräumen und Abarbeiten brauche ich auch einfach Zeit, die vielen Eindrücke und Erlebnisse wirken zu lassen, zu verarbeiten und zu integrieren.

Schreiben hilft mir dabei, mich neu zu sortieren und auszurichten. Gestern habe ich meine Homepage überarbeitet, die Struktur ist komplett verändert. Richtig zufrieden bin ich da aber leider noch nicht mit. Ich finde es schwierig, etwas von mir zu erzählen und meine Vielseitigkeit zum Ausdruck zu bringen, ohne mich zu verzetteln. Mal sehen, ob ich das noch erweitere oder doch noch mal von vorne anfange…

Ich würde auch gerne wieder die ein oder andere Geschichte schreiben. In den letzten Wochen hatte ich einige Erlebnisse, die durchaus eine Geschichte wert wären. Leider fehlt mir häufig die Ruhe zum Schreiben. Theoretisch hätte ich auch im Appartement Zeit dazu, aber da schellt so häufig die Türklingel, das Telefon, der ich quatsche mit einer Kollegin, dass ich nicht wirklich dazu komme. Ich könnte einfach die Tür zu machen, aber das widerspricht meinem Wesen; ich bin gern offen und zugänglich und bekomme mit, was um mich herum passiert.

Also doch ab und zu einen halben oder einen Tag Auszeit zu Hause. Es ist erstaunlich, wie kreativ ich werde, wenn ich etwas zur Ruhe komme und sich das Alltags-Chaos um mich lichtet.

Das Recht auf Veränderung

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„Hallo Tina, seitdem du dich für Geld auch ficken lässt, bist du leider nicht mehr die alte… die geheimnisvolle, leicht unnahbare Tantra-Göttin hat mir besser gefallen… ein ex-Fan von dir“

Diese Nachricht erhielt ich letzten Samstag und für einen Moment ist es dem unbekannten Absender gelungen, mir die Laune zu verderben. Von der Brutalität der Formulierung und den eindeutigen Projektionen mal abgesehen, hat mich vor allem eins irritiert: dass mir das Recht auf Veränderung abgesprochen wird.

Ich bin seit 18 Jahren mit dem Thema Sexarbeit verbunden, auf ganz unterschiedliche Arten. Nur eins war ich nie: ausschließlich Sexarbeiterin. Mein Leben setzte sich immer aus sehr vielen unterschiedlichen Aspekten zusammen; ich war Schülerin, Auszubildende, Studentin, bin Tochter, Freundin, Partnerin, Geliebte, beschäftige mich mit Spiritualität, Tanz, Pferden, Sport, Yoga… und ich war und bin Sexarbeiterin, in unterschiedlichen Aspekten: Stripperin, Callgirl, CamGirl, Prostituierte, Tantra-Masseurin, Bizzar-Lady. All das sind Aspekte von mir; die Gewichtung verschiebt sich, aber es kommt selten vor, dass ich etwas ganz aus meinem Leben verbanne.

Im Moment liegt mein Schwerpunkt gerade nicht auf Tantra-Massagen. Das heißt nicht, dass ich diese Berührungskunst, die ich jahrelang gelernt, geübt, perfektioniert habe, plötzlich nicht mehr beherrsche. Ich gebe immer noch Tantra-Massagen und genieße diese Art von Begegnung.

Darüber hinaus genieße ich jetzt auch ganz andere Formen von erotischen Begegnungen. Das Wort Tantra benutze ich dabei kaum noch; echte tantrische Begegnungen hatte und habe ich eher in meinem Privatleben, und dort sind sie meist deutlich weniger sexuell, als Uneingeweihte sich das Vorstellen.

Also bitte, beurteile mich nicht nach deinen Projektionen und Vorurteilen, sondern sieh genauer hin. Oder von mir aus sieh auch nur das, was du sehen möchtest – aber verurteile mich nicht für etwas, das du nicht verstehst!

Crash in den Alltag

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Letzte Woche hatte ich eine sehr intensive Zeit mit meiner Ausbildungsgruppe, sechs Tage in einem Feld von Gemeinschaft, Respekt und Selbstreflektion. Sonntagabend erst spät zurückgekommen, schon mit dem Gedanken, dass ich den Montag lieber noch Zeit für mich hätte, aber mittags schon einen Termin habe, der sich nicht verschieben lässt. Montagmorgen jede Menge Anrufe, aber kein einziger Termin, der passt – entweder ich bin an dem Tag nicht da, oder ich habe schon Termine zu der gewünschten Uhrzeit. Als ich ins Appartement komme, bin ich spät dran und stehe irgendwie neben mir.

Der Anfang des Termins (Erotische Massage) ist holprig, obwohl wir uns schon kennen. Aber als ich anfange zu massieren, rückt meine Welt sich plötzlich wieder gerade. Massage ist meine Meditation. Ich kann ganz aufgehen in dem Gefühl von Haut unter meinen Fingerspitzen und in langen, langsamen Strichen mit Öl. Ich liebe es einfach, die Reaktionen des Nehmenden zu erspüren und darauf zu reagieren – wie ein Tanz voller Sinnlichkeit.

Als ich hinterher mein Zimmer aufräume bin ich wieder mit der Welt versöhnt. Trotzdem gönne ich mir einen frühen Feierabend und beschließe, den Rest der Woche ruhig zu gestalten.

Juli

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Jetzt ist die Hälfte des Jahres 2016 schon wieder um – ein guter Zeitpunkt, um mal Bilanz zu ziehen. Vieles lief in diesem Jahr gut, mein Alltag ist gut eingelaufen, ohne größere Baustellen. Neue Projekte kommen leider nicht so schnell voran wie geplant, aber sie entwickeln sich, und der Rest kann dann schnell kommen.

Juli ist dieses Jahr ein Monat, in dem Arbeit nicht so im Vordergrund steht. Ich hatte bis jetzt schon einige tolle Termine, überwiegend mit Stammgästen, und werde auch noch Zeit für einige mehr finden.

In der letzten Woche hatte ich jedoch parallel dazu Besuch von einem guten Freund, so dass ich abends pünktlich Schluss gemacht habe, um noch Zeit mit ihm verbringen zu können. Den Samstag brauchte ich dann erst mal zum Ausspannen…

Diese Woche bin ich wieder voll im Studio, vielleicht sogar am Sonntag (auf Termin), denn am 18. geht es dann für eine volle Woche mit meiner Gruppe in die Intensiv-Ausbildung – ich freue mich schon sehr darauf!

Ab dem 25. bin ich wieder für Euch da, allerdings in der Woche auch nur vier Tage: Vom 28.-30.07. feiere ich mit beim Sommerfest eines großen Tantra-Instituts und freue mich schon auf spannende Workshops und neue Leute.

Ab August haben meine Kunden dann aber wieder meine volle Aufmerksamkeit, von Montag bis Samstag, und ich freue mich auf viele neue Begegnungen. Genießt bis dahin den Sommer!

Fehlergucker

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Über Geschmack lässt sich bekanntlich (nicht) streiten. In der Käuflichen Lust gibt es eine Vielzahl von Frauen und man sollte meinen, dass da jeder seine Traumfrau finden kann.

Umso mehr irritiert es mich, wenn ich von Männern angeschrieben werde, die mir nur mal sagen wollen, was ihnen an mir nicht gefällt. Heute wieder passiert, eine Mail von jemandem (370 km weit weg von Hamburg), der mir nur mal sagen wollte, dass er Tattoos als Verunzierung eines schönen Körpers ansieht. Ja, Tattoos sind Geschmackssache – aber warum sucht er sich nicht einfach eine andere Frau? Für so unwiderstehlich und unersetzlich halte ich mich nun auch wieder nicht, und die Auswahl ist groß genug…

Ich empfinde solche Mails oder auch „gut gemeinte“ Ratschläge von Kunden als übergriffig. Kein Mensch ist perfekt, ich kenne meine Stärken und meine Schwächen, und ich lebe damit. Wenn ich etwas ändern will, brauche ich dazu keine Motivation von Außen.

Manchmal bin ich kurz davor, meinen Job hinzuschmeißen und mir was anderes zu suchen, denn ich werde es nie jedem recht machen können. Und wenn ich mir die halbe Woche anhöre, was an meinem Körper/ meinem Appartement/ meinem Service nicht okay ist, vergeht mir die Lust am Arbeiten. Warum, bitte, kommst Du dann zu mir und suchst Dir keine „perfekte“ Frau? Ach ja, die gibt es dummerweise nicht…

Manchmal bin ich dann versucht (verbal) zurückzuschlagen und meinen Gegenüber darauf hinzuweisen, dass er z.B, mal abnehmen könnte, oder das Rauchen nicht sonderlich erotisch ist – aber dafür bin ich zu höflich, und meiner Meinung nach gehört das zu Toleranz, den anderen so sein zu lassen, wie er eben ist.

Sommerwind-Massage

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Als ich letzten November in mein Zimmer gezogen bin, war ich sofort begeistert von den großen Fenstern. Jetzt ist es endlich soweit, dass ich nicht nur das Licht genießen kann, sondern die Fenster auch öffnen. Unter der Woche nur auf Kipp, wegen des Lärms der LKWs im Viertel. Aber am Wochenende lasse ich das eine Fenster auch mal weit auf (man kann nicht hineinsehen).

Letzten Sonntag hatte ich morgens einen Massage-Termin. Während ich mit sanften Berührungen Öl auf seinem Körper verteilte und es ausstrich, strich von hinten der warme Sommerwind über unsere Körper. Ein so tolles sinnliches Gefühl! Hoffentlich bleibt es noch lange Sommer…

Latex

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Gestern habe ich von einer Kollegin, die bei sich aussortiert hat, meine erste Latex-Kleidung geschenkt bekommen. Ich habe schon länger mal damit geliebäugelt, aber irgendwie hat es sich nicht ergeben. Jetzt habe ich einen echt heißen Rock und einen BH und ein schwarzes Kleid mit langen Ärmeln.

Was mich am meisten erstaunt: Es sieht nicht nur heiß aus (das hatte ich ja erwartet), sondern es fühlt sich auch echt geil an! Plötzlich kann ich alle Menschen mit einem Latex-Fetisch verstehen. Dieses Gefühl, Latex anzuziehen: Erst ist es kalt auf der Haut, auch etwas schwierig beim Anziehen. Aber wenn es dann sitzt und langsam warm wird, schmiegt es sich mehr und mehr an die Haut an, umschmeichelt jede Bewegung…

Das Kleid mit langen Ärmeln ist toll, aber leider sehr kompliziert beim Anziehen – eher was für Partys. Für das erotische Spiel werde ich mir jetzt ein Kleid ohne Ärmel kaufen – Aussehen und Gefühl so genauso geil, aber deutlich leichter an- und auszuziehen.

Neue Bilder

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Jetzt habe ich mir letzte Woche endlich mal die Zeit genommen, mit meinem Fotografen neue Bilder zu machen. Shootings machen wir an sich regelmäßig, so alle 2-3 Monate, aber meist sind das mehr Spaß-Veranstaltungen, bei denen auch immer 3-5 Bilder für mein Profil abfallen, wo es aber generell mehr um Kreativität und Selbstausdruck geht.

Nun war es aber Zeit, mal wieder eine durchgehende Serie von zehn Bildern zu shooten, die ich für Profile und Anzeigen verwenden will. Gar nicht so einfach! Mehrmals hat mich mein Fotograf angeschrieben, er bräuchte Bildvorschläge und ein Konzept, was ich eigentlich wollte.

Tja, wie gestaltet man so Bilder? Was soll zu sehen sein, und was will ich ausdrücken? Aktfotos? Einen Querschnitt durch meine Outfits? Ein nettes Lächeln? Hinweise auf meinen Service?

Im Endeffekt ist es eine Mischung aus allen geworden: Aktbilder, verspielte Blicke in die Kamera, ein sexy Outfit, und ein paar Bilder mit etwas mehr bizzarem Ausdruck.

Diesmal habe ich eigentlich gedacht, ich hätte alle Regeln im Kopf, um die FSK18-Sperre zu vermeiden: Intimbereich nicht zu sehen, kein Sex-Spielzeug im Bild. Trotzdem hat kaufmich zwei Bilder gesperrt – SM-Andeutungen fallen also auch unter FSK18, zumindest hier.

Sommertage – Zeit für Erotik

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Jetzt ist es endlich so weit: Es ist nicht nur Frühling, sondern gleich Sommer geworden, und wir alle können die vielen langen Wochenenden im Mai bei strahlendem Wetter genießen.

Für mich ändert sich das ganze Körpergefühl, wenn ich draußen nicht mehr Jeans und Jacke tragen muss, sondern im Kleidchen herumlaufe und den warmen Wind auf meiner nackten Haut spüre. Ich fühle mich freier, sinnlicher, und natürlich habe ich auch (noch) mehr Lust auf Sex, vor allem auf sinnlich-leichte Begegnungen mit viel schwitzigem Hautkontakt.

Allerdings ergibt sich daraus ein Dilemma, dass nicht nur meine Kunden haben, sondern auch ich: Lieber draußen sein und die Sonne genießen, oder sich verabreden und Sex haben (das ja meist eher drinnen)? Ich versuche noch, einen Mittelweg zu finden; nachmittags bin ich ein paar Stunden im Appartement, aber vormittags und abends zieht es mich raus, wenn ich nicht Termine vereinbart habe.

Ach ja, wer jetzt für Outdoor-Sex plädiert: In der Stadt finden sich da kaum geeignete Plätze für, und ich mag keine Quickis, sondern nehme mir gerne Zeit. Aber mein Zimmer hat zwei große Fenster, von denen man zumindest das eine auch weit geöffnet lassen kann.

Blutspende als Gesundheitszeugnis

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Heute Morgen hatte ich mal wieder einen Anruf mit einer AO-Anfrage. Nicht so ungewöhnlich, ich pflege solche Gespräche dann schnell mit einem “Da bist du bei mir falsch.“ zu beenden. Der Anrufer heute Morgen fing dann an mit mir zu diskutieren, und es ist seine Argumentation , die mich dazu bringt diesen Blog zu schreiben. Er sagte: “Ich kann dir meinen Blutspender-Ausweis zeigen. Ich habe über 180 Mal Blut gespendet und es gab nie einen Befund.“

ICH KÖNNTE VOR WUT ÜBER SO VIEL FAHRLÄSSIGKEIT VÖLLIG AUSRASTEN!!!

Zum einen ist selbst ein Gesundheitszeugnis von letzter Woche veraltet. Wie soll ich bei jemandem, den ich nicht kenne und zu dem demnach kein Vertrauensverhältnis besteht, beurteilen, mit wem er gestern oder vorgestern Sex hatte und welchem Risiko er sich dabei ausgesetzt hat? Kann ich nicht. Da ich bei Kunden immer davon ausgehen muss, dass sie auch zu anderen Prostituierten gehen oder auch in Swingerclubs, ONS haben o.a., ist das Risiko für mich nicht absehbar, und ich entscheide für mich, dass ich es nicht eingehen möchte. Ich bin bereit, jeden Erwachsenen diese Entscheidung für sich treffen zu lassen. Wenn jemand solche Risiken eingehen möchte, kann er sich dafür entscheiden AO-Sex zu haben.

Was mich an der obigen Aussage so aufregt ist, dass er Blutspender ist. Wer zur Blutspende geht, muss vorher einen langen Fragebogen ausfüllen und unterschreiben. Eine der Fragen ist immer: “Hatten Sie in den letzten 12 Monaten wechselnde Sex-Partner?“ wechselnde Sex-Partner wird dabei definiert als “mehr als 3“ – im Jahr! Nach dieser Definition darf wahrscheinlich keiner, der auf dieser Plattform angemeldet ist, zum Blutspenden gehen.

Die Diagnostik für Infektionskrankheiten wird immer besser, aber sie ist nicht perfekt, es bleibt ein Restrisiko. Ich habe vor einigen Jahren nach einem schweren Unfall eine Bluttransfusion bekommen; wer eine Bluttransfusion bekommt, ist schwer verletzt, hilfsbedürftig, schwach und häufig traumatisiert. Das letzte, was eine solche Person braucht, ist das zusätzliche Risiko einer Infektionskrankheit. Menschen wie mein Anrufer heute Morgen setzen diese Personen dem Risiko aus – weil sie glauben, dass die Regeln für Blutspender für sie nicht gelten. Eine Blutspende ist keine kostenlose Untersuchung, bei der sich jemand 80 Euro und die Peinlichkeit einer Untersuchung beim Arzt sparen kann!

Jeder kann die Risiken eingehen, die er möchte, aber unwissende Dritte mit dieser Entscheidung zu gefährden ist für mich das Allerletzte.

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