Traumfrau mit Nebenwirkungen

Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

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Bildband: „Sex-Workers“

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Sexarbeit wird von den meisten Menschen immer noch als Nischenthema betrachtet, und so führen viele Bücher und Filme über dieses Thema eher ein Randdasein. So ergeht es auch dem Bildband, der vor kurzem bei mir angekommen ist – völlig zu Unrecht! 

Der Fotograf Tim Oehler hat einen großformatigen BIldband erstellt mit Fotos von Sexarbeiter*innen. Mit dem Untertitel „Das ganz normale Leben“ und dem Motto „Urteile nicht über ein Leben, das du nicht selbst gelebt hast.“ zeigt er Sexarbeiter*innen sowohl bei ihrer Arbeit als auch in ihrem Privatleben. Unterstützt wird das ganze von kurzen Statements der Sexarbeiter*innen über ihre Arbeit und ihr Selbstbild. 

Leider ist der Bildband mit 69 Euro ziemlich teuer. Das ist er aber bei der hochwertigen Ausführung und der Qualität der Bilder definitiv wert. 

Sommerhitze

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Für einige Menschen in Deutschland, gerade hier im Norden, ist die Hitze der letzten Tage unangenehm und sie jammern, dass man „es nicht aushalten könne“. Doch die Hitze hat auch schöne Seiten: Man sieht viele leichtbekleidete Menschen, was gerade Männer anregend finden. Sex-Dates muss man bei der Hitze nicht unbedingt absagen. 

So kann man ein Sex-Date bei Sommerhitze gut mit einer kühlen Dusche zu zweit beginnen. Das wäscht den Schweiß von der Haut, gibt neue Energie und ist zugleich ein sinnliches Prickeln, das auf kommendes einstellt. 

Glitschige Spiele können sehr anregend sein! Im Sommer gebe ich Massagen statt mit Öl gerne mit kühlendem Gel (z.B. Aloe Vera), und schön wird der Körperkontakt wieder sexy und aufregend. 

Und hinterher verschwitzt und erschöpft nebeneinander zu liegen, eine leichte Brise auf der Haut zu spüren und noch in den Sommerabend hineinzuträumen – ist das nicht das schönste am Sommer?!

Nähe genießen

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Die Corona-Pandemie scheint wirklich abzuflauen, und auch die Angst der Menschen sinkt. Viele sind nach den langen Monaten ausgehungert nach Berührungen und Nähe. Eine gewisse Vorsicht ist immer noch geboten, und doch nimmt das Leben langsam wieder Fahrt auf. 

Diese Woche genieße ich wie die meisten Menschen die Sonne und das Leben draußen. Gleichzeitig freue ich mich über Treffen mit bekannten und neuen Kunden. Ausgiebige Berührungen, Kuscheln, Sex, Nähe genießen – das alles hat uns so lange gefehlt und will jetzt ausgiebig erlebt und gewürdigt werden. 

Überhaupt hat für viele Kunden Paysex nicht nur mit sexuellen Bedürfnissen zu tun, sondern auch mit dem Wunsch nach Nähe und Berührungen. Gerade für Männer sind diese Dinge häufig nur schwer voneinander zu trennen – und warum sollte man auch? Ich freue mich, wenn die Grenzen fließend sind und es ein rundum schönes Erlebnis wird, nach dem man entspannt und genährt zurück in den Alltag geht. 

Profilgestaltung

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Seit der Layout-Überarbeitung von kaufmich sind die Profile deutlich kürzer, vor allem die Texte. Mir stellt sich die Frage, wieviel Text/ Informationen in einem Profil nötig ist, um ein klares Bild von Frau und Angebot zu zeichnen. Auf der anderen Seite erleben es fast alle Frauen immer wieder, dass Profile nicht gelesen werden, sondern erst bei oder nach der Terminabsprache nach Details, Service, Preise etc. gefragt wird. 

Demnach könnte ich mir die Arbeit sparen, einen prägnanten Text zu schreiben, und mich auf nette Bilder und „Ruf mich an!“ beschränken. Ich denke nicht, dass das funktionieren würde. Die Kunst liegt also darin, die Mitte zu finden. Der Text darf nicht zu lang sein, sonst wird er von Anfang an nicht gelesen. Andererseits sollte er so viel wie möglich an relevanten Informationen enthalten und ein Bild davon zeichen, wie die Frau im Umgang und beim Sex ist. 

Wer meinen Profiltext liest, dem fällt vielleicht auf, dass ich auch Informationen wiederhole, die an anderer Stelle im Profil zu finden sind (Ort, Preise, Treffpunkte). Meiner Erfahrung nach finden viele sich auf kaufmich nicht gut genug zurecht und fragen diese Daten dann im Kontakt ab. Ich finde, dass diese Informationen am wichtigsten sind, denn häufig sind sie die Hauptentscheidungskriterien für oder gegen ein Date. 

Ende der Corona-Sperre

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Im letzten Jahr war Prostitution in Hamburg den ganzen Sommer über verboten, obwohl in vielen anderen Bereichen die Corona-Auflagen gelockert worden waren. Erst am 15. September wurde Prostitution wieder erlaubt – um dann am 1. November mit Beginn des 2. Lockdowns sofort wieder verboten zu werden. 

Dieses Jahr hatten viele Betroffene Befürchtungen, dass es wieder so laufen würde. Insgesamt war die Hamburger Bürgerschaft eher vorsichtig mit Lockerungen, und noch vor zwei Wochen wurde angekündigt, dass Prostitution mit zu dem letzten zählt, das wieder erlaubt sein würde. 

Jetzt geht es plötzlich doch schnell. Alle paar Tage gibt es neue Lockerungen, und ab dem 12. Juni wird Postitution in Hamburg wieder erlaubt sein. Die Details stehen noch nicht fest. Ich freue mich jedoch schon jetzt auf viele neue Begegnungen und aufregende Stunden! 

Plötzlich Sommer

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Nach dem verregneten Mai ist jetzt im Juni plötzlich der Sommer da! Passend dazu kommt es überall zu Lockerungen. In Hamburg sind wir noch sehr vorsichtig, aber auch hier darf man langsam wieder raus und Dinge unternehmen. 

Ich habe in den letzten Tagen die Sonne genoßen und war gestern sogar zum ersten Mal seit langem wieder in der Hamburger Innenstadt, ein wenig bummeln und dann Essen bei meinem Lieblings-Asiaten. So schön! Es fühlt sich wieder nach Leben an, nach der langen Zeit des Abwartens. 

Mein Ende der Geduld

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Immer weider lese ich von älteren Frauen die Aussage, dass sie sich bestimmte Dinge nicht mehr antun, und ich stelle fest, dass es auch mir so geht. 

Jahrelang habe ich mir bei jeder Anfrage Sorgen gemacht, ob ich genug Termine bekomme um meine Rechnungen zu bezahlen. Dementsprechend habe ich mich behandeln lassen: kurzfristige Terminanfragen, ewiges Hin und Her, Terminverschiebungen, Nachverhandeln vor dem Termin – alles egal, hauptsache ich verliere den Kunden nicht. 

Ich bin jetzt seit über fünfzehn Jahren selbständig und in diesen Zeiten wechseln sich fortwährend Phasen, in denen es sehr gut läuft, ab mit Phasen, in denen es finanziell etwas enger wird. Aber ich habe bis jetzt nie Schulden oder ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten gehabt. 

Mittlerweile lasse ich mir deutlich weniger gefallen. Ich vereinbare keine kurzfristigen Termine mehr, und wenn jemand schon bei der Terminvereinbarung unzuverlässig ist, verzichte ich auf den Termin. Die Unruhe, die ein solches Verhalten von Kunden in meinen Alltag bringt, ist mir den Gewinn nicht mehr wert. 

Zukunftsangst als Sexarbeiterin

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Ein Kunde fragte mich, ob ich denn keine Angst vor meiner Zukunft hätte, bzw wovon ich denn in Zukunft leben wolle. In dieser Frage schwingen gleich mehrere Vorurteile mit. 

Zum einen, dass man als Sexarbeiterin nur Geld verdienen könne, wenn man jung ist. Das stimmt nicht. Zusammen mit dem Alter der Sexarbeiterin steigt auch das Alter der Kunden, und viele Sexarbeiterinnen suchen sich dann eine Nische, in der ihre große Erfahrung zum Tragen kommt. 

Bei solchen Fragen fühle ich mich auf Sexarbeit reduziert. Es schwingt die Unterstellung mit, dass Sexarbeiterinnen keine anderen Optionen haben. Das ist nur selten der Fall. Die meisten Sexarbeiterinnen haben eine Ausbildung und/ oder nutzen die zeitliche Flexibilität in der Sexarbeit für Fortbildungen. 

Also nein, ich habe keine Angst vor meiner Zukunft. Ich steige schon mein ganzes Leben immer wieder in die Sexarbeit ein und wieder aus. Im Moment ist das nur ein Teil meiner selbständigen Arbeit. Wenn ich wollte, könnte ich wohl auch eine Anstellung finden – obwohl ich mir das im Moment nicht vorstellen kann. 

Körpernahe Dienstleistungen

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Seit Beginn der Corona-Pandemie kämpfen Prostituierte darum, mit anderen körpernahen Dienstleistungen gleichgestellt zu werden. Besonders hier in Hamburg war Prostitution bisher sehr viel länger verboten als andere körpernahe Dienstleistungen wie z.B. Massagen. 

Manche Frauen haben das als Schlupfloch genutzt und statt erotischen Treffen Wellness-Massagen angeboten (zumindest offiziell, was hinter verschlossenen Türen geschieht ist wohl eine andere Sache). Für offiziell angemeldete Prostitutionsstätten (Appartements, Clubs etc) war das jedoch schwierig, da manchmal eine Umwidmung des Gewerbes verlangt wurde. 

In Hamburg werden ab Samstag 22.5. wieder körpernahe Dienstleistungen erlaubt sein. Noch gibt es auf der Seite der Stadt keine offizielle Auflistung über die neue Verordnung. Ich befürchte aber, dass Prostitution wieder seperat behandelt wird. Viele Frauen brauchen also auch weiterhin einen Ausweichplan – seien es Massagen oder etwas ganz anderes. 

Ende der Ausgangssperre

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Seit einigen Tagen ist die nächtliche Ausgangssperre in Hamburg aufgehoben. Ich bin echt froh darüber! Als die Ausgangssperre ab 21:00 begann, hab ich das relativ entspannt gesehen und gedacht, dass ich da eh meist längst zu Hause bin. Aber irgendwie ist es trotzdem jede Woche passiert, dass ich auf die Uhr geschaut habe und mich hetzen musste, rechtzeitig nach Hause zu kommen, oder meine Abendpläne ändern musste. 

Hamburg hat schon seit fast zwei Wochen einen Inzidenz unter hundert. Trotzdem ist die Politik hier sehr vorsichtig damit, Corona-Beschränkungen aufzuheben. Ich würde gerne mal wieder irgendwo in Ruhe einen Kaffee trinken, oder in ein Geschäft gehen. Letzten Sommer sah es ja auch eine Zeit lang gut aus und es waren wieder mehr alltägliche Dinge möglich. 

Mittlerweile sind es 15 Monate mit Corona-Einschränkungen. Ich hoffe echt, dass es fortschreitenden Impfungen besser wird. Viele der Einschränkungen erscheinen schon fast selbstverständlich; trotzdem spüre ich den Druck jeden Tag. 

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