Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

Monat: Dezember 2025

Frohe Weihnachten

Nun sind die stillen Tage da; die Wintersonnenwende liegt hinter uns und die Raunächte vor uns. Dies ist traditionell einen Zeit der Einkehr und der Rückbesinnung und Neuausrichtung.

Ich möchte diese Zeit wie immer nutzen, mich bei allen meinen Gästen des letzten Jahres zu bedanken. Es gab viele wundervolle Begegnungen mit liebgewonnenen Stammgästen und neuen Kunden. DANKE

Ich wünsche allen besinnliche Weihnachtstage und erholsame Raunächte, mit viel Freude und Licht in der Dunkelheit. Ich freue mich auf viele sinnliche Begegnungen im nächsten Jahr.

P.S. Ich werde nur den 24. und 25. Dezember bei meinern Familie verbringen, ab dem 26. sind wieder Treffen möglich, ebenso an Silvester und Neujahr.

Fast vergessen

Wir hatten eine schöne Zeit zusammen, haben danach noch ein wenig geplaudert, und er steht schon an der Tür, als ich sage: „Ich bekomme noch etwas.“ Er reagiert nicht, und ich wiederhole es, und er zuckt merklich zusammen. „Oh, Mist, das ist mir jetzt aber peinlich“, sagt er und greift in die Hosentasche, um mir das Geld zu geben.

Es passiert immer wieder mal, dass ich Kunden an das Geld erinnern muss, und es war noch nie so, dass ich demjenigen dabei Absicht unterstellt habe. Ich sehe es eher als Kompliment, dass die Atmosphäre so entspannt und gemütlich war, dass dieser Aspekt völlig in den Hintergrund getreten ist. Demnach muss es auch niemandem peinlich sein.

Ab und zu passiert es sogar mal, dass beide das Geld vergessen. Vor drei Wochen war ein lieber Stammgast bei mir, wir hatten einen gemütlichen Herbstabend. Ich habe danach nicht sofort aufgeräumt, sondern war erst duschen und sass dann im Bademantel mit einem Kaffee auf der Couch, als mein Telefon schellte und ich seinen Namen auf dem Display hatte – es war ihm also eher aufgefallen als mir; mir fällt es meist beim Aufräumen des Zimmers auf, wenn das Wegpacken des Geldes mit zur Routine gehört. Er hat mir das Geld dann per Paypal geschickt. Auch in anderen Fällen habe ich das Geld immer bekommen, spätestens beim nächsten Termin.

Ich erzähle solche Geschichten gerne (obwohl ich immer etwas Angst habe, mich damit verletzlich zu machen). Ja, ich bin auch mal um Geld betrogen worden bei dieser Arbeit – aber es ist sehr viele Jahre her und mittlerweile überwiegen diese guten Erfahrungen. Ich finde es wichtig, für einen fairen Umgang miteinander zu werben und nicht in ständigem gegenseitigen Mißtrauen zu leben.