Traumfrau mit Nebenwirkungen

Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

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„Dein Freund hat es echt gut“

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Ich habe einige Kunden, die immer wieder mal nach einem Termin zu mir sagen: „Dein Freund hat es echt gut!“ Noch ganz im Gefühl der letzten Stunde, die voll von Erotik und Nähe war, drückt diese Aussage eine Sehnsucht aus nach etwas, von dem sie in ihrem Leben gerne mehr hätten.

Trotzdem ist diese Aussage an dieser Stelle und mit diesem Bezug völliger Quatsch. Wenn ich einen Kunden für eine eine Stunde im Appartement treffe, richte ich dabei meine ganze Aufmerksamkeit auf den Kunden und seine Bedürfnisse. Meine eigenen Bedürfnisse und Stimmungen treten dabei eher in den Hintergrund.

In einer privaten Beziehung geht es darum, zusammen etwas zu entwickeln und die Balance zu finden, in der sich beide wohl, sicher und genährt fühlen. Dort geht es sowohl um die Bedürfnisse meines Partners als auch um meinen eigenen – im Idealfall ist das deckungsgleich und/ oder ergänzt sich.

Beziehung passiert nicht im luftleeren Raum, wie es manche Dates tun. Wenn ich abends nach Hause komme, erlaube ich es mir auch mal, müde und genervt zu sein, und wünsche mir statt Sex und Unterhaltung eher Nähe und Geborgenheit – oder auch mal Zeit für mich. Umgekehrt bringt auch mein Partner die Themen seines Arbeitstages mit nach Hause, ist vielleicht noch abgelenkt oder frustriert.

Ich mag rein erotische Dates, und ich lebe gerne in einer Beziehung. Es handelt sich für mich jedoch um verschiedene Begegnungswelten, die so weit voneinander entfernt liegen, dass der Weg von der einen in die andere schwierig sein kann.

Diskretion

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Im Paysex wird viel Wert auf Diskretion gelegt, von Kunden und Anbieterinnen gleichermaßen. Doch während die meisten Anbieterinnen das verinnerlicht haben und jeden Kontakt außerhalb des Termins vermeiden, gehen einige Kunden da deutlich sorgloser mit um.

Letzten hatte ich mal wieder so ein Erlebnis. Tantra-Massagen habe ich mal unter meinem Realnamen angeboten, aber offiziell vor vier Jahren damit aufgehört und gebe mit seitdem größte Mühe, meinen Realnamen aus dem Paysex rauszuhalten. Trotzdem passiert es ab und zu, dass Kunden aus dem Paysex mein Profil bei Facebook finden oder die Homepage meiner Praxis (wo ich Wellness-Massagen, Yoga und Gestalttherapie anbiete).

So schrieb mich also jemand über mein Praxis-Handy an (für Paysex habe ich eine andere Nummer); er würde gerne eine Massage buchen, am besten spontan an diesem (schon fortgeschrittenen) Abend. Ich erspare Euch die Details des ewigen hin und her Schreibens. Auf mein wiederholtes Einwenden, dass seine (erotischen) Wünsche bei mir falsch seien, kam dann irgendwann: „Ja, kann ich dich dann im Mühlenhagen besuchen kommen?“ Daraufhin habe ich ihn ohne weiteren Kommentar blockiert.

Auch Sexarbeiterinnen haben ein Leben neben der Sexarbeit und möchten weder im seriösen Job noch im Privatleben mit Erotik-Anfragen belästigt werden!

Geschichte: Kerzenlicht

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Ich werde ziemlich häufig auf meine Geschichten angesprochen, die ich hier hin und wieder veröffentliche, und darauf ob es da noch mehr von gibt. Ich schreibe natürlich viel mehr als ich hier veröffentliche. Die Geschichten hier drehen sich meist um Treffen mit Kunden. Viele meiner anderen Geschichten sind zarter, beschreiben nur kurze Momente. Heute möchte ich Euch eine davon geben; eine Fantasie vom letzten Wochenende, als ich bei einem guten Freund ein paar Urlaubstage verbracht habe.


Kerzenlicht

Es ist dunkel geworden, während wir auf der Terrasse sitzen und Wein trinken. Weißwein, der Geschmack von Sommer auf der Zunge. Ich trinke sonst nicht und habe Angst zu viel zu trinken. Aber der Wein bewirkt nur eine sanfte Schwere, die sich gut anfühlt.

Als es ganz dunkel ist, steht er auf und entzündet einige Teelichte auf dem Tisch und in den Spaten des überhängenden Daches. Das Licht tanzt auf seinem Gesicht, ein Spiel von Licht und Schatten, das ihn attraktiv und irgendwie geheimnisvoll aussehen lässt.

Ich lauche seiner Stimme, doch das Gespräch ist längst beiläufig geworden. Ich mag es einfach hier mit ihm zu sitzen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Bei ihm zu sein ist für mich Urlaub; Freiheit vom Alltag und all den Dingen, die ich sonst tun und sein muss.

Noch sitze ich hier, mein Körper schwer und entspannt. Gleich werde ich aufstehen und den Schritt zu ihm hinüber machen. Seine Stimme wird verstummen und ich werde mich vorbeugen und ihn küssen, die Hände auf die Lehnen seines Stuhls gestützt.

Er wird meinen Kuss erwiedern und seine Hände auf meine Hüften legen. Das Kerzenlicht wird über uns beide flackern, ein Spiel aus Licht und Schatten, das uns begleiten wird durch eine Nacht, die nur uns beiden gehört.


Geschichten unterliegen meinem Copyright und dürfen nicht kopiert und/ oder an anderer Stelle im Internet veröffentlicht werden!

Mythos Maithuna

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Immer wieder mal ruft mich ein Mann an, der schon die ein oder andere Tantra-Massage bekommen hat, also einen oberflächlichen Eindruck von dem Thema, und der jetzt nach weiteren Möglichkeiten sucht. Ich verbinde gerne eine erotische Massage mit sinnlichem Sex – das nenne ich dann aber nicht Tantra. Wenn ich also gefragt werde: „Ist das dann (wie) ein Maithuna?“, muss ich sagen: Nein, ist es nicht.

Was ist ein Maithuna? Maithuna ist die Bezeichnung für ein tantrisches Vereinigungsritual. Vereinigungsritual ist technisch gesehen dasselbe wie Sex – es kommt zu einer sexuellen Vereinigung. Aber Maithuna und Sex haben ganz unterschiedliche Ziele und Abläufe.

Sex ist gelebte Sexualität: Lust, Sinnlichkeit, Ekstase, Orgasmus. Maithuna ist ein spirituelles Erlebnis; ein komplexes Ritual, bei dem es um Meditation und Energie geht. Maithuna muss man lernen; nicht in erster Linie die Abläufe, sondern die Beherrschung des eigenen Körpers und der eigenen Lust. Ekstase ist ein Beiwerk, aber nicht Ziel von Maithuna; Orgasmus wird vermieden.

Ich kann mit niemandem einfach so ein Maithuna machen, weil er „es mal ausprobieren möchte“. Ich kann eine Massge geben und danach sinnlichen, einfühlsamen Sex haben (vielleicht auch Slow Sex) – aber wer ein Maithuna erleben möchte, muss sich auf einen längeren Weg einstellen und bereit sein, sich tiefer mit Tantra auseinanderzusetzen.

Falle schieben

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„Falle schieben“ bezeichnet eine Technik im traditionellen Prostitutions-Milieu, bei der die Frau den Verkehr vermeidet, indem sie eine Hand zwischen ihre Beine nimmt (meist von hinten) und statt den Penis in sich zu führen, diesen zwischen ihren Körper/ Po und der Hand gleiten lässt – in der Hoffnung, dass der Kunde das nicht merkt.

Ich habe nie Falle geschoben, in meinen Augen ist das Betrug. Aber vor kurzem hatte ich ein sehr skuriles Erlebnis: Eine Kollegin bat mich, mit in ihren Termin zu kommen und mit dem Kunden AV zu haben (sie selbst bietet das nicht an). Nach etwas Vorspiel lag ich also auf dem Gyn-Stuhl, er stand davor, Kondom und Gleitmittel angebracht. Er stieß das Becken vor ohne groß zu zielen, und sein Penis rutschte zwischen meien Körper und den Stuhl.

Ich wollte nach unten greifen, um das zu korrigieren, doch da fing er schon an zu stoßen. Irritiert sah ich zu ihm hoch und fragte mich, ob er das nicht merkte? Er war völlig in seinen eigenen Film abgetaucht, die Augen geschlossen, stöhnend und ordentlich dabei. Ich ließ meine Hand wieder sinken und ließ ihn fortfahren.

Hinterher hatte ich ein komisches Gefühl. Nicht ganz ein schlechtes Gewissen, denn ich hatte nichts falsch gemacht. Andererseits war ich gut für etwas bezahlt worden, das nur in seinem Kopf stattgefunden hat…

Immerhin gibt dieses Erlebnis im Nachhinein eine gute Anekdote ab.

Bondage

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Letzten Samstag hatte ich einen Termin, bei dem es rein um Bondage ging. Das ist sehr selten; die meisten meiner Kunden wünschen sich mehr direkte Erotik und Befriedigung und haben nicht die Ruhe, sich auf ein langes und langsames Spiel mit Seilen einzulassen.

Am Anfang war ich etwas skeptisch, denn viele Menschen unterschätzen die körperliche Belastung einer Suspension (Hängebondage), und ich kannte diesen Mann noch nicht. Aber wir hatten eine sehr intensive und gleichzeitig ruhig-meditative Spielstunde zusammen.

Ich habe zwei Suspensions gemacht. Die erste mit Schwerpunkt auf der Hüfte und dem Gesicht nach oben, wobei ich nach und nach den Oberkörper abgesenkt habe bis zum Boden.

Die zweite eine klassische Suspension, bei der der Belastungsschwerpunkt auf dem Oberkörper liegt und der Blick nach unten geht. Bei so einer Suspension kann ich mich dann darunter legen und mit leichten Berührungen in Kontakt gehen.

Hinterher war ich total euphorisch. So schön, wie man mit so wenig so intensiv in Kontakt gehen kann! Es braucht Ruhe und Achtsamkeit, um zu fühlen und Intensität zu schaffen. Geilheit kann da eher hinderlich sein.

Ausstiegsgedanken

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Eine Kollegin, mit der ich das ganze letzte Jahr zusammengearbeitet habe, ist jetzt so gut wie ausgestiegen. Im ersten Quartal war sie noch für eine Woche im Monat hier, aber auch das wird sie jetzt einstellen und sich (von wenigen Stammkunden abgesehen) auf ihren seriösen Job konzentrieren.

Wenn ich mich mit ihr unterhalte, kommt durchaus Neid bei mir auf. Ihr Ausstieg ging so schnell und lief so gut und scheinbar problemlos… Ich habe auch seit gut einem Jahr einen Zweitjob, aber es läuft sehr schleppend. Das liegt bestimmt auch an mir und mangelnder Zeit und Einsatz.

Vor ein paar Wochen habe ich geträumt, ich hätte mein Zimmer im Appartement verloren. Beim Aufwachen habe ich dann überlegt, was ich in so einem Fall tun würde. Im Moment ist meine Sexarbeit stark mit meinem Zimmer im Appartement verknüpft und den Entfaltungsmöglichkeiten, die ich da habe. Es würde mir sehr schwer fallen, mich woanders einzuleben; vielleicht würde ich mir gar nichts anderes suchen, sondern mich auf meine andere Tätigkeit konzentrieren.

Lieber wäre mir natürlich, wenn ich gleichmässig in beiden Bereichen arbeiten könnte. Das ist es, worauf ich im Moment hinarbeite.

Geschichte: Wollust

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Ich liebte die Treffen mit ihm. Er war gut zwanzig Jahre älter als ich, ein sympathischer Typ, aber nach klassischen Maßstäben nur mäßig attraktiv, mit Bauch und zurückweichenden grauen Haaren. Es war die entspannte Art, mit der er mit sich selbst und auch mit mir umging, die mich für ihn einnahm.

Er bewunderte meinen Körper, und es schienen genau die kleinen Makel zu sein, die ihn faszinierten. Er legte seine Hände auf meinen kleinen Bauch und strich über die Röllchen an meiner Taille. Er sprach von meiner hellen Haut und genoss meinen ausladenden Hintern.

Ich mochte, wie sich mein Körper an seinem anfühlte. Wenn ich ihn ritt, die Hände auf seine Brust gestützt, den Kopf lustvoll in den Nacken gelegt. Wenn er mich von hinten nahm, seine Hände auf meinen Hüften bewegten mich vor und zurück.

Am meisten aber genoss ich es, unter ihm zu liegen und mich lustvoll zu winden. Unser Sex hatte kein anderes Ziel als den Genuss des anderen. Kein Druck, keine Geilheit, nur wollüstiges Winden und Stöhnen, leichte Bewegungen, ein gegenseitiges Necken, die ständig neue Suche nach dem Punkt an dem es sich ach so gut anfühlte.

Danach lagen wir entspannt nebeneinander, sprachen über dies und das und betrachteten Urlaubsbilder auf unseren Handys. Wie ich diese kleinen Alltagsfluchten genoss!


Geschichten unterliegen meinem Copyright und dürfen nicht kopiert und/ oder an anderer Stelle im Internet veröffentlicht werden!

Ausflug in die Vergangenheit

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Plauderblog – ich erzähle mal wieder einfach ein paar Nichtigkeiten aus meinem Leben.

Ich hatte gerade drei Tage frei, die ich in meiner alten Heimat verbracht habe. Erst habe ich meine Mutter besucht. Das ist zwar wichtig und auch schön, aber leider auch sehr anstrengend. Danach war ich bei einem Ex-Freund. Wir sind seit über zehn Jahren nicht mehr zusammen, aber immer noch gut befreundet. Wir sehen uns zwar nur eine handvoll Mal im Jahr, aber telefonieren mehrmals die Woche.

Früher haben wir zusammen im Tanzsportverein getanzt. Jetzt tanzen wir beide nicht mehr, außer zwei Mal im Jahr zusammen: beim Ball im November und beim Tanz in den Mai. Ich freue mich jedes Mal darüber, wie gut es noch klappt! Gleichzeitig ist es aber auch wie ein Ausflug in die Vergangenheit, zu meinem Leben wie es vor 15 Jahren war.

Ich habe mich sehr verändert in dieser Zeit. Ich bin mehr ich selbst geworden und stehe jetzt deutlich zu dem, wer und was ich bin, und dazu was ich will und was nicht. Manchmal führt das zu Irritationen mit Leuten, die mich schon lange kennen und ein eher festgefahrenes Bild von mir haben. Ich arbeite noch daran, mich da deutlich zeigen und ausdrücken zu können – wobei das ja eigentlich immer wichtig ist, auch bei Menschen die mich gerade erst kennengelernt haben.

Jetzt bin ich zurück in Hamburg in meinem Alltags-Leben, habe schon einige meiner Stammkunden getroffen und Zeit mit Alltags-Dingen verbracht. Das Leben wird vorwärts gelebt, der Blick zurück lenkt häufig eher ab von dem was wichtig ist.

Auf Termin

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Ostermontag habe ich am Nachmittag eine Massage gegeben. Der Kunde erkundigte sich mehrmals, ob ich jetzt extra wegen ihm ins Appartement gefahren sei; als ich das bejahte, schien es ihm unangenehm zu sein. Dazu bestand natürlich überhaupt kein Grund!

Es ist meine Arbeit, für die ich gut bezahlt werde – da gehört dann etwas Einsatz dazu. Zumal ich nicht so weit weg wohne, es also kein Problem ist, mal kurz reinzufahren. (An diesem Tag hatte ich es sogar noch mit einer schönen Fahrradtour durch die Boberger Dünen verbunden.)

Mit einer Kollegin diskutiere ich immer wieder darüber, ob es nicht sinnvoll ist, zu bestimmten Zeiten im Appartement zu sein und in dieser Zeit auch spontane Termine anzunehmen. Meine Erfahrung spricht dagegen: So kurzfristige Terminanfragen (unter einer Stunde Vorlauf) habe ich nur eine handvoll Male im Jahr. Im Gegensatz dazu steht, dass mich das Rumsitzen im Appartement total frustriert. Theoretisch könnte ich lesen oder schreiben, aber praktisch kann ich mich dort nicht konzentrieren und schlage im Endeffekt nur Zeit tot.

Manchmal verbringe ich trotzdem Nachmittage im Appartement, klöne mit Kolleginnen oder sehe fern. Aber ich bin motivierter und besser drauf, wenn ich nur auf Termin reinfahre – und das merken natürlich auch meine Kunden.

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