Traumfrau mit Nebenwirkungen

Blog von Tina, Sexarbeiterin aus Hamburg

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Absagen

Dies ist eine Kopie, der Text wurde ursprünglich veröffenlicht auf meinem Profil „TraumfrauHH“ bei kaufmich.com.


Absagen kommen immer mal vor und sind an sich auch kein Thema – solange sie halbwegs rechtzeitig und vor allem aktiv kommen. Über Anrufe eine Stunde oder weniger vor Termin ärgert sich jeder Dienstleister, denn dann ist man häufig schon mit den Vorbereitungen beschäftigt oder auf dem Weg. Richtig ätzend sind Anrufe zehn Minuten nach der vereinbarten Zeit (oder gar keine Absage), das ist dann komplett verlorene Zeit. 

Gründe für eine Absage interessieren mich normalerweise nicht. Von erwachsenen Menschen erwarte ich, dass sie verantwortungsvoll mit ihrer eigenen Zeit und respektvoll mit der Zeit von anderen umgehen. Wenn mir jemand zum dritten Mal kurzfristig absagt, weil er im Stau steht oder jetzt doch plötzlich arbeiten muss, verzichte ich auf weitere Terminvereinbarungen. 

Umgekehrt kommt es ab und zu auch bei mir vor, dass ich einen Termin absagen muss. Meistens bin ich dann krank oder habe überraschend stark meine Tage bekommen. Auch da versuche ich dann, möglichst früh Bescheid zu geben, und suche zusätzlich nach einer möglichst neutralen Formulierung, da es ja eine ungeplante Nachricht ist und die Gefahr besteht, dass mein Kunde gerade nicht allein ist. Bis jetzt hat es immer geklappt und die meisten Kunden hatten auch Verständnis (sogar für eine durchwachte Nacht wegen eines kranken Haustiers). 

Tests

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Seit drei Wochen mache ich ein oder zwei Mal die Woche einen Covid19-Selbsttest. In einigen Bundeländern erlauben es diese Tests mittlerweile, auch körpernahe Dienstleistungen wieder ohne Maske zu erbringen, wenn ein aktueller negativer Test vorliegt. 

Mein erster Gedanke dazu war: Das ist ja wie wenn ich Kontakte ohne Kondom anbieten würde, wenn aktuelle STI-Tests vorliegen! Na ja, der Unterschied ist: Die Inkubationszeit von Covid-19 ist relativ kurz. Wenn Symptome auftreten, dann meist innerhalb der ersten Woche. Infizierte ohne Symptome schützen durch den Test andere vor Ansteckung (hoffentlich durch die vorgeschriebene Quarantäne bis zum „Freitesten“). 

So wie Covid-19 bei einigen Menschen symptomfrei verläuft, gibt es auch STI (sexuell übertragbare Krankheiten), die sehr lange symptomfrei bleiben. Um andere zu schützen, machen regelmäßige Tests also Sinn. Sie sind aber keine Freifahrschein für Unvorsichtigkeit, da einige Krankheiten erst nach einiger Zeit nachgewiesen werden können (z.B. HIV erst nach drei Monaten), und Tests auch eine Fehlerquote haben (besonders der Covid19-Selbsttest). 

„zu starke Persönlichkeit“

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In dem Interview, das Teil des Profils hier bei kaufmich ist, wird nach „seltsamen oder komischen“ Erlebnissen gefragt. Ich musste vor kurzem an eine Begegnung denken, die ich sehr skurril fand.

Am Anfang war alles in Ordnung. Er war ein eher ruhiger Typ, etwas kleiner als ich, mit Halbglatze, total unauffällig. Wir redeten ein wenig und landeten dann im Bett. Er war ziemlich passiv. Meist kompensiere ich das dann gerne, indem ich die aktivere Rolle übernehme, aber das schien ihn zu irritieren.

Ich wurde also immer ruhiger und vorsichtiger, was dem Ganzen etwas den Schwung nahmm. Irgendwann bat er mich, mich nicht mehr zu bewegen. Okay… Als nächstes bat er mich, die Augen zu schließen. Das war auch okay für mich, aber er schien immer noch nicht wirklich glücklich mit der Situation. Zögernd fragte er, ob er mir ein Handtuch übers Gesicht legen dürfe. Ich stimmte zu; ich empfand ihn nicht als bedrohlich, und da ich nicht gefesselt und das Tuch nicht festgebunden war, hätte ich es jederzeit mit einer Bewegung entfernen können.

Ich lag also dort, bewegungslos, mit dem Tuch überm Gesicht. Doch nach einigen Minuten zog er sich mit einem Seufzen zurück: „Ich kann bei dir nicht. Deine Persönlichkeit ist einfach zu stark!“

Nun, ich bin relativ selbstbewusst, aber eigentlich eher ein introvertierter Typ, und ich bilde mir viel ein auf mein Einfühlungsvermögen. Aber eine so „graue Maus“, wie dieser Mann gesucht hat, wird er im Paysex wahrscheinlich nicht finden.

Er hat es mir übrigens nicht übel genommen, sondern wir haben uns noch nett unterhalten. Er hat sogar noch einmal angerufen und nach einem zweiten Termin gefragt, der dann aber zeitlich nicht geklappt hat.

Mütend

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In den sozialen Medien macht seit einigen Tagen eine neue Wortkreation die Runde: „müdend“, eine Mischung aus „müde“ und „wütend“, soll das Gefühl beschreiben, dass viele Leute angesichts der Corona-Maßnahmen haben.

Gestern wurden hier in Hamburg neue Regelungen verkündet, neben der erneuten Schließung von körpernahen Dienstleistungen u.a. gibt es jetzt eine erweiterte Maskenpflicht im Freien (v.a. in den meisten Parkanlagen) und eine Ausgangssperre ab 21:00. Das meiste davon macht für mich keinen großen Unterschied, und angesichts der steigenden Zahlen bin ich froh, dass endlich etwas unternommen wird.

Ich habe heute viel an den ersten Lockdown letztes Jahr gedacht. Damals waren die Straßen und Bahnen wirlich leer, so viele Leute sind komplett zu Hause geblieben. Ich glaube nicht, dass es noch mal so sein wird. Wir sind alle „mütend“ und die meisten Menschen nehmen die Vorgaben so streng oder nicht streng, wie sie es gerade für angemessen halten. Bei mir wird Ostern ganz ruhig, ich werde sowohl um sämtliche Parks als auch um die Kirche einen Bogen machen.

Ich wünsche Euch ein paar ruhige Feiertage! Sucht Euch einen ruhigen Platz im Freien und genießt die frische Luft und die (hoffentlich vorhandene) Sonne. Wir schaffen das…

Loose Enden

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Nicht nur in der Corona-Zeit, sondern auch sonst verliert sich der Kontakt zu den meisten Kunden nach kurzer oder längerer Zeit. Für mich ist es nur selten ersichtlich, warum jemand nicht mehr kommt: war ich doch nicht so sein Typ, gibt er sein Geld lieber für andere Dinge aus als für Paysex, lebt er jetzt eine Beziehung… Es gibt selten ein klares Ende, und die meisten meiner Kunden hinterlassen nur flüchtige Eindrücke.

Doch manchmal gibt es loose Enden, die mir noch eine Zeit lang in Erinnerung bleiben. Ein solches loses Ende ist z.B. ein Kunde, der ein gutes Jahr lang alle 6-8 Wochen zu mir kam. Zum letzten Mal habe ich ihn im letzten Sommer gesehen, da erzählte er mir von einer Krebs-Diagnose. Manchmal frage ich mich, ob er überhaupt noch am Leben ist.

Solche loosen Enden, wo ich nicht mal weiß, ob derjenige noch lebt, hinterlassen eine diffuse Traurigkeit. Mittlerweile gibt es eine handvoll Kunden, die mir (auch) so in Erinnerung geblieben sind. Ich wünsche jedem ein gutes, erfülltes Leben – darüber nachzudenken, ob jemand überhaupt noch die Chance dazu hat, oder gesundheitlich schon fast am Ende seines Weges ist, macht mich traurig.

Alternative Arbeit während Corona

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In den letzten Tagen lese ich hier in Hamburg immer wieder von einer Sexarbeiterin, die im Moment im Impfzentrum arbeitet. Sie hat während des letzten Jahres eine Reihe von Jobs gemacht, u.a. bei der Ernte und halt jetzt im Impfzentrum.

Ich hatte die Anzeigen, sich um einen Job im Impfzentrum zu bewerben, auch gesehen und habe sogar kurz darüber nachgedacht – mehr wegen der Möglichkeit, geimpft zu werden, als weil ich den Job unbedingt wollte.

Letzte Woche schrieb mich eine Bekannte an, dass ihr Ex eine Rezeptionskraft für seine Physiotherapie-Praxis sucht. Ob ich mich bewerben wollte? Ich habe auch das abgelehnt.

Letzten Sommer hatte ich einen Teilzeit-Job bei einem StartUp, das aber den Sommer nicht überlebt hat. Seitdem beziehe ich ALG, ergänze das mit meinen Ersparnissen, und ertrage das Maßnahmen-Chaos, das überhaupt keine Perspektive mehr möglich macht.

Meine Tätigkeiten sind alle „nicht systemrelevant“. In Hamburg könnte ich seit zwei Wochen wieder Wellness-Massagen geben („körpernahe Dienstleistungen“ sind erlaubt), habe aber bis jetzt nur zwei Termine gemacht. Sport und Yoga ist schon seit dem Herbst komplett zu.

Trotzdem käme es mir unfair vor, mich um eine andere Tätigkeit zu bewerben. Ich liebe meine Arbeit und will so schnell wie möglich wieder arbeiten. Ich würde also jeden anderen Job wieder hinschmeißen, sobald der Lockdown (zuverlässig) endet – das finde ich arg unfair einem potentiellen Arbeitgeber gegenüber, der für länger sucht und Zeit ins Einarbeiten steckt und evtl andere Bewerber ablehnt.

Hinzu kommt, dass ich seit fast 20 Jahren selbständig bin, und daher sehr daran gewöhnt, meinen Tag selbst strukturieren zu können. Vollzeit angestellt zu arbeiten kann ich mir einfach nicht mehr vorstellen. Es wäre eine riesige Umstellung und in den ersten Wochen und Monaten für mich der totale Stress – etwas, das ich mir nicht antun möchte, solange es irgendwie anders geht.

Ein neuer Aspekt von Consent

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Das Konzept des Consent (Zustimmung) beschäftigt sich mit der Frage, wie zu jedem Zeitpunkt sichergestellt werden kann, dass eine sexuelle Begegnung einvernehmlich ist. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Aspekte betrachtet, u.a. generelle Zustimmung, Zustimmung zu bestimmten Techniken, Safer Sex/ Verhütung u.a.

In Zeiten von Corona erlebe ich immer mehr, dass sich der Bereich Consent auf den Umgang mit dem Infektionsrisiko von Covid-19 erstreckt. Schon im nicht-sexuellen Bereich führe ich laufend solche Gespräche: Maske ja oder nein? Wie viele Kontakte hast du? Was machst du beruflich – Homeoffice oder mit Menschen? Wirst du regelmäßig getestet? Bist du schon geimpft?

Im Bereich der sexuell übertragbaren Krankheiten hat sich im Paysex ein Standard durchgesetzt, der die Verwendung von Kondomen bei jeder Art von Verkehr vorsieht und meist auch beim Oralverkehr (wobei Lecktücher eher unüblich sind). Das macht solche Gespräche meist unnötig.

Noch ist Prostitution überall verboten, mit Ausnahme Erotischer Massagen, die in einigen Bundeländern unter „körpernahe Dienstleistungen“ fallen und demnach wieder erlaubt ist. Aber ich finde es ein spannendes Thema, wie sich dies entwickeln wird, wenn der Lockdown weiter gelockert wird.

Natürlich gibt es viele gesetzliche Auflagen, sowohl speziell für den Paysex (Prostitutionsschutzgesetz) als auch spezielle Corona-Auflagen für alle Bereiche des Lebens. Aber seien wir ehrlich: wer hält sich wirklich 100% an die Maskenpflicht und Abstandsregeln? Vieles ist dann doch eher eine Frage des persönlichen Sicherheitsgefühls und der Absprachen.

(Wer sich näher mit dem Thema Consent beschäftigen möchte, kann mal nach „Wheel of Consent“ von Dr Betty Martin googeln – leider noch überwiegend auf Englisch.)

Umgang mit Krankheiten

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Heute Morgen sprach ich mal wieder mit jemandem darüber, dass die Hygiene-Maßnahmen im Umgang mit Corona auch dazu führen, dass normale Erkältungskrankheiten in diesem Winter arg eingeschränkt waren. Ich habe dabei gedacht, dass das (zumindest in meinem Fall) nicht nur an Masken und Handdesinfektion liegt, sondern auch an einem veränderten Umgang mit Krankheiten.

Im Herbst 2019 hatte ich mich stark erkältet. Ich war gut zehn Tage krank zu Hause, aber auch danach bin ich gefühlt den Rest des Winters nicht wieder richtig gesund geworden. Ich hatte ständig leichte Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen, verstopfte Nasennebenhöhlen. Ich habe das so weit wie möglich irgnoriert und war froh, als es wärmer wurde und es mir endlich wieder besser ging.

Diesen Winter hatte ich nur ein Mal ganz leichte Symptome, Husten im Januar. Ich habe mich da gleich eine Woche geschont. Auch war ich insgesamt deutlich vorsichtiger; sonst war ich auch bei Regen und Sturm noch mit dem Fahrrad unterwegs. Dieses Jahr hatte ich so Angst krank zu werden, dass ich viel häufiger den Bus genommen habe, wenn das Wetter nicht so gut war.

Generell neigen die meisten Menschen dazu, kleinere Symptome zu ignorieren. Eine Erkältung, Kopfschmerzen, ein verdorbener Magen – alles kein Grund, sich bei der Arbeit krank zu melden oder eine Verabredung abzusagen. Sexarbeit ist da keine Ausnahme; ich kenne Frauen, die auch mitten in der Behandlung einer Pilzinfektion noch arbeiten, oder mit Blasenentzündung. Von so Dingen wie Zahnschmerzen oder Sportverletzungen nicht zu reden; man kann ja eine Schmerztablette nehmen.

Die Gründe sind unterschiedlich. Manchmal ist es wirklich Geldnot. Viel häufiger ist es eine Mischung aus Pflichtbewusstsein und mangelndem Körpergefühl; man möchte den geplanten Ablauf nicht über den Haufen werfen, hat Angst als unzuverlässig zu gelten, oder redet sich selber ein dass es ja nur eine Kleinigkeit und nicht so schlimm ist.

Deswegen doktern wir an den meisten kleineren Krankheiten viel länger rum als unbedingt nötig. Ich nehme mir immer wieder vor, achtsamer mit meinem Körper und meinen Kräften umzugehen. Aber manchmal ist der Alltag wie ein Rausch; ich mag ein hohes Maß an Aktivität und es fällt mir schwer, die Grenze zu erkennen und auch mal einfach einen faulen Tag auf der Couch zu verbringen.

Buch: „Männermanieren“

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Wenn man aus den Jammerblogs hier auf kaufmich ein Buch machen würde, dann würde wohl sowas wie das hier rauskommen. Zugegeben, es ist gut geschrieben, und es geht nicht um kleinere Ärgerlichkeiten, sondern mehr um grundlegende Probleme im Paysex.

Karoline Leppert arbeitet überwiegend als Domina, hat aber wohl auch viel Kontakt zu Frauen in der klassischen Prostitution. In diesem Buch fasst sie einige Themen zusammen, die besonders irritierend sind bzw Eigentschaften/ Verhaltensweisen, die bei Kunden besonders stören:

– [Kunden] sind total von den Internetpornos versaut.
– Sie sind unhöflich.
– Sie respektieren keine Grenzen.
– Sind sind selbstherrlich und gönnerhaft.
– Sie sind Heuchler.
– Sie sind ungepflegt.
– Sie gehen auf die Schwachen los.

Themen, die nicht nur in der Sexarbeit relevant sind, sondern die ich auch im privaten Umgang von Männern und Frauen schon erlebt habe. Leicht zu lesen, unterhaltsam geschrieben, mit Tiefgang, aber gleichzeitig irgendwie oberflächlich.

Das Buch hat nur 128 Seiten, ich hatte es in unter zwei Stunden durchgelesen. Bei einem Preis von 14,99 Euro fürs eBook (16,90 Euro fürs Buch) ist das wenig Lesevergnügen fürs Geld, und neue Erkenntnisse oder Gedanken gab es für mich auch nicht.

Figur normal

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Im Moment werden häufig Scherze darüber gemacht, dass viele Menschen während des Lockdowns zugenommen haben. Auch mein Leben ist seit dem Lockdown weniger aktiv. Mein Gewicht schwankt jedoch schon seit Jahren, nicht erst seit Corona.

Wenn es hier bei kaufmich um das Gewicht von Frauen geht, wird meist nach Extremen gesucht: Entweder „skinny“ oder „Rubens“. Einige Männer sind sehr auf bestimmte körperliche Merkmale fixiert oder einen bestimmten Typ Frau. Andere suchen mehr nach einem harmonischen Gesamtbild oder dem gewissen Etwas.

Ich war nie „skinny“, selbst als Jugendliche nicht. Ich war schlank, aber sportlich, und mein Po war schon immer sehr rund. Diese Figur habe ich jahrelang gehalten und viele meiner Kunden haben mich so kennengelernt.

In den letzten zehn Jahren habe ich über zehn Kilo zugenommen, am Anfang sehr schleichend, dann stärker. Phasenweise ärgert mich das, aber meistens fühle ich mich wohl damit. Wenn ich über Abnehmen nachdenke, dann geht es mir dabei eher um meine Fitness als ums Aussehen. Ich mag die Ruhe, die mein Körper mit dem mehr an Gewicht ausstrahlt, und das Gefühl von Erdung.

Einige Kunden habe ich verloren, weil ich ihnen „zu dick“ geworden bin. Wenn ich das direkt mitkriege (über Internet-Kommentare, ins Gesicht sagt es mir keiner) schmerzt es einen kurzen Moment. Andererseits kann ich nicht der Typ von jedem sein. Es gibt auch Kunden, die mich aufgrund meiner Tattoos ablehnen. Viele Kontakte gehen auseinander, weil dem Kunden einfach nach etwas anderem ist als dem was ich anbiete.

Menschen verändern sich im Laufe der Jahre, und ich mag es, wenn ich diese Entwicklungen auch im Körper spüren kann – und auch sehen. Vielleicht werde ich in Zukunft wieder abnehmen, aber dann weil es zu meinem Lebens- und Körpergefühl passt und nicht um irgendwelche Ideale oder die Vorstellungen anderer zu erfüllen.

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